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Kritik von Michael Scharsig zu 'Wir sind was wir sind'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 02.01.2012
70%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
"Wir sind was wir sind" ist ein bedrückender Kannibalen-Streifen aus Mexiko, der eher ein gesellschaftliches Drama ist, als ein Horrorfilm. Nach dem der Vater stirbt, verliert die Mutter einer fünfköpfigen Familie den Lebensmut und fügt sich nur schwer dem Fakt, dass nun ihr ältester Sohn das Sagen hat. Dass die ganze Familie aus krankhaften Kannibalen besteht, die glauben, ohne menschliches Fleisch nicht leben zu können, verschärft die Situation. Unfreiwillig in seine Rolle gedrängt muss der älteste Sohn Alfredo seine Familie vor dem Hungertod beschützen, sich gegen Rivalitäten mit seinem Bruder stellen und akzeptieren, dass er seinen Wunsch nach Integration in das normale Leben aufgeben muss, weil er nunmal ist was er ist.

Die Geschichte an sich wirkt schon sehr beklemmend und der Fakt, dass Kannibalismus unter Armuts-Regionen wie in Mexikos Hauptstadt nicht selten ist, verleiht dem Ganzen noch mehr Düsternis. Leider schafft der Regissieur es nicht, aus dieser hervorragenden Vorlage für einen guten Film, die richtigen Emotionen zu wecken. Zu oft wird unnötige Musik eingespielt, zu langatmig kommen einige Szenen daher. Hinzu kommt, dass Darsteller wie Carmen Beato oder Jorge Zarate mit ihren Rollen nervig und teils unfreiwillig komisch umspringen und die Atmosphäre damit schwächen.

Trotzdem bleiben einige Szenen des Films hängen. Wenn zum Beispiel zwei Teenager wie Löwen auf der Jagd nach Zebras durch eine Gruppe spielender Kinder rennen um sich eins zu krallen und mitzunehmen, oder eine Prostituierte bis zu ihrem Tod wie ein Stück gejagdes Fleisch behandelt wird, dann wird einem die Abartigkeit des Kannibalimus durchaus intensiv zu Gemüte geführt. Das alles aber ohne Splatter.

Insgesamt leidet der Film zu sehr an seinen Schwächen und so wird hier eine durchaus interessante Geschichte nur halbherzig vermittelt. Auch wenn ich kein Freund von amerikanischen Remakes bin, wäre es in diesem Fall sehr wünschenswert, den Plot noch einmal in den Händen eines Regissieurs wie zum Beispiel David Fincher, Roman Polanski oder Clint Eastwood zu sehen.

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