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Kritik von Benjamin Falk zu 'Tom Gerhardt - Voll Normaaal!'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 20.09.2017
50%
Da mir letztens "Ballermann 6" doch erstaunlich gut gefiel, musste ich mir auch den Vorgänger "Voll normaaal" noch mal ansehen. Der Titel sagt ja schon alles und erklärt gleich, dass es hier äußerst übertrieben zur Sache geht. Dermaßen übertrieben, dass es dem ein oder anderen Zuschauer sicherlich zu viel werden dürfte.

Es ist das Filmdebüt von Tom Gerhardt, der hier gleich mal alles an sich riss. Das Drehbuch stammt von ihm und er übernimmt auch drei Rollen, was schon mal alles darauf hindeutet, dass "Voll normaaal" komplett auf ihn zugerichtet wurde. Ja, sogar die Serie "Hausmeister Krause" basierte dann hinterher auf diesem Blödsinn. Dabei fällt auf, dass der Film überhaupt keine Story besitzt. Was hier geschieht, bedarf keinerlei Handlung. Worum es geht, kann man deshalb gar nicht beschreiben. Es rennen einfach ein paar Volldeppen durch die Gegend, die gerne ihren "Wabbel-Schwabbel" Trip erleben möchten und der Rest spielt keine Rolle. Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig Substanz so ein Film doch durchkommen kann, wenn der Rest einfach stimmt. Dabei ist es fraglich, ob das hier der Fall ist, denn nahezu alles gleicht einer Totalkatastrophe. Das Drehbuch bekommt null Punkte, eine Figurenzeichnung im klassischen Sinne gibt es ebensowenig, wie einen typischen Filmaufbau. Null Tiefgang, keinerlei Niveau, erst recht keinen Anspruch und Gags, wie sie teilweise schlimmer nicht ausfallen könnten. Und wie schon später bei "Ballermann 6" funktioniert das trotzdem irgendwie.

Damit dieser Fall eintreffen kann, muss man aber auf jeden Fall Tom Gerhardt mögen, der ja gleich in mehreren Rollen zu sehen ist. Ich mag seinen derben Humor und finde es auch lustig, dass er ihn hier in verschiedenen Varianten präsentieren kann. Hilmi Sözer ist da etwas weniger zu sehen und übernimmt hier eher die Rolle des Sidekicks, ist aber dennoch ganz amüsant. Gerhardt reißt einfach alles an sich und bringt das dermaßen bekloppt herüber, dass man es nur lustig oder grauenvoll finden kann. Veronica Ferres wird sich für ihre Rolle wahrscheinlich am ehesten schämen und die Toten Hosen waren damals wohl sowieso im Vollsuff. Ganz egal, welche Schauspieler man hier sieht, Gerhardt steht über allen und er macht das, als wäre er im Delirium. Keine Ahnung, ob man das als gute Leistung bezeichnen kann, aber eine Leistung ist es auf jeden Fall. Der Humor passt sich diesem Nonsens unterster Schublade an. Die Gags sind so wahnsinnig doof, dass man nicht selten den Kopf schütteln muss. Und trotzdem muss man lachen, zumindest ich, wofür ich mich fast schon schämen möchte. Mit Humor ist das eben so eine Sache. Manchmal weiß man gar nicht genau, warum man denn nun lacht, aber wenn man lachen muss, ist das trotzdem ein gutes Zeichen. Auf Dauer verliert auch "Voll normaaal" wieder seinen Reiz, aber dennoch schaut man sich die rund 90 Minuten Laufzeit ganz gerne an, denn gerade weil es sowas von keinen roten Faden gibt, kann man auch nie wissen, wie es denn weitergehen wird.

Fazit: "Voll normaaal" ist schon ziemlich krank, weil er dermaßen schamlos auf jeglichen Anspruch verzichtet, dass man als Zuschauer manchmal nur den Kopf schütteln kann. Und im nächsten Moment musste ich wieder ungehemmt lachen. Das funktioniert natürlich am ehesten mit ein paar Substanzen in sich und ganz selten gibt es auch einen satirischen Moment, wie etwa bei der Autowerkstatt. Überwiegend ist das aber selten dämlicher Humor, der einfach nur strunzdoof ist. Mich hat es am ehesten wegen Tom Gerhardt unterhalten, der hier auf deutschen Eddie Murphy macht. Es ist nicht gut, aber ich musste zu oft lachen, um es schlechter zu bewerten und ich denke mal leider wird es mir da nicht als einzigen so ergehen!

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