foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Nico Seelinger zu 'Gravity'

WERBUNG
Kritik von Nico Seelinger
veröffentlicht am 25.01.2014
70%
"Gravity" ist ein Weltraum-Thriller aus dem Jahr 2013 vom mexikanischen Regisseur Alfonso Cuarón, der am 3.Oktober in Deutschland in die Kinos kam.

Matt Kowalski (George Clooney) und Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) führen zusammen einen Routineeinsatz im All durch, da sie das Hubble-Teleskop reparieren müssen. Als sie aber per Funk mitgeteilt bekommen, dass ein russischer Satellit zerstört wurde und sich dadurch ein riesiges Trümmerfeld gebildet hat welches direkt auf sie zusteuert, versuchen sie wieder zurück in ihr Space Shuttle zu gelangen. Doch der Aufprall der Trümmerteile ist so stark, dass ihr Shuttle zerstört wird wodurch beide Astronauten im Weltall stranden und irgendwie wieder lebend zurück auf die Erde kommen müssen.

"Gravity" ist ein audiovisueller Meilenstein von Alfonso Cuarón, der mit unglaublichen Bildern den Zuschauer in seinen Bann zieht doch leider eine vorhersehbare Geschichte versucht zu erzählen.

"Gravity" ist ganze zehnmal für den Academy Award nominiert und muss meiner Meinung nach auch in mindestens sechs Kategorien den Oscar mit nach Hause nehmen, denn "Gravity" bietet dem Zuschauer ein Erlebnis, das er so noch nie erlebt hat und auch nie wieder erleben wird.

Die Bilder, die hier auf die Leinwände gezaubert werden sind überwältigend und angsteinflößend zugleich, wunderschön und schrecklich, beruhigend und panisch. Alleine schon wenn sich die Erde im Hintergrund unaufhörlich und monoton dreht ohne die zwei Astronauten im Vordergrund zu bemerken löst das bei mir all diese Gefühle aus. Hier liegt auch die Stärke des Films: perfekte Visualität. Jede Minute des Films versucht die vorherige mit fantastischen Bildern zu überbieten, man wird immer stärker in das Weltall hineingesogen ohne dass man es will. Wenn ein Shuttle im Weltraum zerstört wird, sieht das unglaublich briliant aus ohne sich dem Zuschauer dabei aufzudrängen. Hier wird kein Effektfeuerwerk abgefeiert sondern die Effekte werden dosiert und perfekt eingesetzt.

Beste visuelle Effekte: Check

Doch die perfekte Visualität benötigt mehr als nur Effekte, sie braucht eine Kamera. Eine Kamera, die mit dem All spielt, das nicht vorhanden sein von klaren Richtungen wie "Oben" und "Unten" ausnutzt. Genau diese Kamera hat "Gravity". In diesem Film ist der Blickwinkel so vielfältig wie noch nie zuvor, man dreht sich mit den Astronauten mit wodurch es aussieht als wäre er statisch bis sich die Kamera langsam aufhört zu drehen und sich dadurch der Astronaut immer schneller dreht sodass es aussieht als wäre die Kamera statisch. Das ist unglaublich gut inszeniert von Emmanuel Lubezki. Ausserdem kommt die Kamera mit sehr wenig Schnitten aus, fünf oder zehn Minuten ohne Schnitt sind in diesem Film keine Seltenheit. Dadurch ist die Stimmung aber bedrückender und wenn dann mal ein Schnitt kommt, erschreckt man schon fast.

Beste Kamera: Check
Bester Schnitt: Check

Wer ist der beste Freund der Visualität? Die Audiovisualität! Und in diesem Film spielen die zwei Komponenten Ton und Bild perfekt miteinander. Da das Weltall keinen Schall leitet bleibt es im Kinosaal bedrückend ruhig und kontrastiert damit die visuelle Extreme wenn ein Shuttle ausseinander gerissen wird. Vereinzelt sind Szenen auch komplett lautlos ohne irgendeinen Anzeichen von Schalwellen im Kino, in denen ich Leute in der ersten Reihe Popcorn essen hören konnte. Oft ist es auch umgekehrt, die Musik schwillt an und versetzt den Zuschauer in Panik, obwohl nur eine harmlose Tür geschlossen wird. Hinzu kommt das der Komponist Steven Price seiner Filmmusik einen immer anwesenden bedrohlichen Unterton gegeben hat wodurch die Spannung des Films enorm zunimmt. Das alles macht "Gravity" zu einem Erlebnis, das keiner verpassen sollte.

Beste Filmmusik: Check
Bester Ton: Check
Bester Tonschnitt: Check

Doch warum ist "Gravity" trotzdem nur ein guter und kein perfekter Film? Weil die Geschichte total vorhersehbar, fast schon langweilig ist. Abgesehen davon dass das Szenario "Alleine in einer lebensfeindlichen Umwelt" allseits bekannt aus Filmen wie "Life of Pi" oder dem vor kurzem veröffentlichten "All is Lost" ist, versucht man hier noch nichtmal das Ende überraschend zu gestalten. Nach 15 Minuten des Films war mir das Ende klar und mit jeder Minute wurde es mir klarer. Dadurch ging die gesamte Atmosphäre verloren, die Spannung war weg. Es hat mich schlicht und einfach gelangweilt! Man kann audiovisuell einen einzigen Orgasmus für den Zuschauer nicht geniessen, wenn die Spannung weg ist. Die einzige Atmosphäre die in diesem Film vorkommt ist die der Erde, wenn jemand die des Films gefunden hat solle er sich bei den Drehbuchautoren melden. Unglaublich schade, denn dieser Film hätte einer der besten des 21. Jahrhunderts werden können.

"Gravity" ist gut aber bleibt weit hinter seinem Potenzial.

War diese Kritik hilfreich?
10 von 20 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k7r0
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2018 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen