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Kritik von Benjamin Falk zu 'Gravity'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 10.10.2013
80%
Es war nun eher Zufall, dass ich mir "Gravity" doch im Kino angesehen habe. Ich las ein paar hervorragende Kritiken und war durchaus neugierig, aber im Kino wollte ich mir das Werk dennoch nicht wirklich geben. Die Sichtung im Kino war allerdings die beste Idee, die man haben konnte, denn hier wirkt "Gravity" wirklich enorm stark. Leider ist dies zeitgleich aber auch die größte Schwäche, denn zu Hause am Bildschirm möchte ich diesen Film nicht noch mal sehen.

Wichtige Dinge wie Story und Figurenzeichnung spielen hier kaum eine Rolle. "Gravity" lebt von seiner eigenständigen Machart, die wirkliches ihresgleichen sucht. Das Geschehen spielt dabei im Weltall. Es müssen Reparaturarbeiten an einem Weltraumteleskop durchgeführt werden. Für Dr. Ryan Stone ist es der erste Außeneinsatz und da muss natürlich gleich direkt was schiefgehen. Die Astronauten sollen plötzlich ihre Arbeiten abbrechen, weil ein russischer Satellit zerstört wurde und die Trümmerteile in der Umlaufbahn schweben. Es gelingt dem dreiköpfigen Team nicht mehr rechtzeitig und vieles wird zerstört. Nun ist Dr. Ryan auf sich alleine gestellt und muss irgendwie versuchen zu überleben.
An sich ist das an Story wirklich äußerst dünn. Es geht sofort los und man befindet sich gleich im Weltall. Dann dauert es auch gar nicht lange bis zur Katastrophe und wirklich viele Ideen musste man in der Handlung kaum haben. Das Drehbuch erfüllt aber sowieso nur den Zweck, dem Film ein Grundgerüst zu geben, denn schon sehr früh lebt "Gravity" kaum noch von der Geschichte, sondern einfach nur von dieser genialen Umsetzung.

Und diese ist wirklich beeindruckend. Alfonso Cuarón konnte sich schon mit ein paar Filmen einen Namen machen und war sehr lange mit der Arbeit an "Gravity" beschäftigt. Um das alles so perfekt und authentisch zeigen zu können, brauchte man nämlich ganz neue technische Mittel. Die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt. Alleine die Schwerelosigkeit sieht zu jeder Sekunde bemerkenswert und einfach verdammt echt aus. Wenn die Trümmerteile dann ganze Weltraumstationen zerstören, ist das eine so große Wucht für die Augen, dass man mehr als nur gefesselt ist. Außerdem verzichtet man auf Außengeräusche im Weltall, was ja durchaus realistisch ist. Das gibt dem Streifen ebenfalls noch mal eine ganz einzigartige Atmosphäre. Cuarón gestaltet das visuell höchst ansprechend. Die Kamerafahrten sind toll, abwechslungsreich und "Gravity" ist schon ziemlich verspielt. Handwerklich setzt das wirklich Maßstäbe und ist grandios gemacht.

Die Atmosphäre ist ebenso stark. Obwohl am Anfang noch gar nichts geschieht, was eine Bedrohung bedeuten könnte, wirkt "Gravity" von Anfang an gefährlich. Man hat das Weltall als beklemmend aber gleichzeitig faszinierend dargestellt. Sobald sich das Unglück dann ereignet hat, beginnt das Geschehen immer düsterer zu werden. Im Weltall ist man ziemlich isoliert und die Chance auf eine Rettung ist minimal. Das macht das Treiben ziemlich hoffnungslos und lässt die Spannung nur noch steigern. Durch die Figur der Dr. Ryan Stone bekommt "Gravity" dann auch seine menschliche Seite. Ihre Figur ist sehr emotional. Auf der einen Seite ist sie voller Panik, doch durch ihren Hintergrund hat sie nicht mal etwas dagegen zu sterben. Dann gibt sie allerdings doch noch die Kämpferin. Sandra Bullock spielt diese Rolle beeindruckend und wirklich sehr stark. Selbst wenn oftmals nur wenig von ihr unter dem Anzug zu sehen ist, kann man ihre Emotionen immer erkennen und glaubt diese auch noch. George Clooney ist da deutlich weniger zu sehen, spielt den coolen Macho aber sympathisch. Andere Darsteller gibt es nicht mal.
Auf eine Figurenzeichnung wird größtenteils verzichtet. Eigentlich ist es sogar eine recht typische Zeichnung, die man hier serviert bekommt. Einleiten kann man die Charaktere nicht und innerhalb des Lebenskampf kann man ihnen auch nur wenig Hintergrund verpassen. Allerdings muss das hier auch gar nicht sein und die Figur Dr. Ryan ist sympathisch genug damit man mit ihr mitfiebern kann.

Das ist schon sehr unterhaltsam. Auch wenn am Anfang ja gar nichts passiert, ist bereits hier eine unterschwellige Spannung vorhanden. Hinterher explodiert die Spannung desöfteren mal und das könnte für den ein oder anderen Zuschauer sogar schon fast unerträglich werden. Alleine die Bilder zu beobachten, macht enormen Spaß und fasziniert einfach. Bilder wie hier hat man so sicher noch nicht gesehen und man wird sie so bestimmt auch so schnell nicht wieder sehen. Das ist die größte Stärke von "Gravity", aber auch die größte Schwäche. Auf der riesigen Kinoleinwand, mit Einsatz von fast unangenehm laut aufgedrehten Klang und mit der 3D-Technologie wirkt das wie eine Wucht. Man fühlt sich als Zuschauer in eine andere Welt entführt. Sehe ich mir das zu Hause auf meinem Bildschirm an, wird das sicherlich leicht langweilig sein. Deshalb ist "Gravity" definitiv ein Film für das Kino und ich kann jedem, der ein wenig Interesse an dem Streifen hat, die Sichtung im Kino deshalb nur empfehlen. Hier wird es nämlich ganz und gar nicht langweilig. Die 90 Minuten vergingen hier packend, spannend und kurzweilig.
Wirklich loben muss man zum Schluss noch den wirklichen starken Score und Sound. Die Musik spielt hier eine wichtige Rolle und wurde perfekt eingesetzt.

Fazit: "Gravity" ist ein Erlebnis und eine Erfahrung, die man nur im Kino so richtig machen kann. Endlich fand ich den Einsatz von 3D mal wieder sinnvoll und zusammen mit den genialen Effekten entstehen Bilder, die ich so schnell sicher nicht vergessen werde. Das Drehbuch ist dabei nur Mittel zum Zweck, erfüllt diesen aber bestens und eine große Figurenzeichnung braucht man ebenfalls nicht. Dafür spielt Sandra Bullock die einzige Hauptrolle äußerst stark und die Inszenierung ist sowieso perfekt. Handwerklich setzt das Maßstäbe! Die Atmosphäre zieht einen sofort in den Bann und der Unterhaltungswert ist sehr hoch. Dazu gibt es noch einen sehr starken Score. Im Kino definitiv bemerkenswert gut, für zu Hause eher weniger geeignet!

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