Am 3. Oktober startet das Werk "Looper" von Regisseur
Rian Johnson in unseren deutschen Kinos.
Auf den Spuren von
Terry Gilliam muss sich
Bruce Willis nach dem Klassiker "
12 Monkeys" (1995) erneut mit dem Übel des Zeitreisens herumschlagen.
Ihn unterstützt - oder besser gesagt behindert - diesmal der Shooting-Star
Joseph Gordon-Levitt, der sich mit Filmen wie "
Inception" und "
The Dark Knight Rises" zuletzt einen wirklich guten Ruf erarbeitet hat.
Um es vorweg zu nehmen - an der Logik zu Zeitreisen und ihren Auswirkungen auf die Zukunft kann man wunderbar zerbrechen. Klar ist aber immer: Wer auf der Zeit-Achse herumpfuscht, ändert mal nicht nur schnell ein paar kleine Details der Zukunft, sondern gefährdet seine eigene Existenz, was wiederum die gesamte Handlung (in diesem Fall auch den gesamten Film) auflöst. Ernsthafte Diskussionen über solche Paradoxien
müssen also vermieden werden, das weiß jeder, der "Zurück in die Zukunft" (und hier vor allem Teil 2!) gesehen hat.
Im Jahr 2077 gibt es die Möglichkeit der Zeitreisen, doch sind sie streng verboten worden. Das Risiko einer Bestrafung schert die Mafia wenig, hat sie so doch eine todsichere Möglichkeit gefunden, ihre Feinde "zeitgerecht" zu eliminieren. Dafür werden die "Looper" eingesetzt, welche im Jahr 2047, also dreißig Jahre früher, agieren. Für den jungen Auftragsmörder Joe (Joseph Gordon-Levitt) ist das eine sicheres Geschäft: Die Zielperson wird mit einem Sack auf den Kopf in die Vergangenheit zurückgeschickt, der Schütze wartet an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit und muss nur noch abdrücken. Doch das augenscheinlich leicht verdiente Geld hat seine Kehrseite, denn nach 30 Jahren wird der Looper selbst zum Sicherheitsrisiko für die Mafia. Also wird sein "Loop" geschlossen, wie es die Fachleute sagen: Die jüngere Ausgabe erledigt dann das ältere Ich. Hin und wieder passiert es aber, dass ein Auftragskiller "seinen Loop laufen lässt". Das muss auch Joe erfahren, der in einem Moment der Verwirrung sein älteres Ebenbild (Bruce Willis) entkommen lässt. Dadurch wird er gleich doppelt zum Jäger und Gejagten, denn er ist sich nicht nur selbst auf den Fersen sondern wird auch noch von seinen ehemaligen Looper-Kollegen gejagt.
"Looper" hat für Filmfreunde beinahe alles zu bieten. Neben der intelligenten Idee überzeugt eine spannende Story, auch wenn sich das Drehbuch einige Handlungsfragmente ein wenig anstrengend zurecht-konstruiert. Was erfrischend neu ist: Die Ausgangssituation zwischen Jäger und Gejagtem ist selten, da sich der ältere Joe nie wirklich gegen seine jüngere Kopie wehren kann, ohne seine eigene Vergangenheit zu gefährden. Ihm bleibt nur die Flucht. Bruce Willis kommt seiner Figur "James Cole" in "12 Monkeys" in vielerlei Hinsicht sehr nahe.
Beide sind verzweifelt in der Vergangenheit gelandet, in der Hoffnung Dinge zu ändern, die möglicherweise gar nicht zu ändern sind. Joseph Gordon-Levitt gibt sich große Mühe, in Gestik und Aussprache einen passablen "Bruce Willis in Jung" abzugeben - nur sieht er ihm nicht wirklich ähnlich. Neben den rasanten Verfolgungsjagden nimmt die Geschichte um Sara (Emily Blunt) und ihrem Sohn Seth (Paul Dano) das Tempo aus dem Film. Der Showdown auf der kleinen Farm wird zur Schlüsselszene, gut vergleichbar mit dem Flughafen-Szenario aus "12 Monkeys". Der Auflösung und dem überraschendem Ende ist es letztlich zu verdanken, dass "Looper" über den üblichen Action-Film hinauswächst und damit seinen eigenen "Loop" perfekt abrundet.