foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Michael Scharsig zu 'Contagion'

WERBUNG
Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 22.10.2011
75%
Wer schon Filme wie "Outbreak" gesehen und für gut befunden hat, der wird auch an "Contagion" seine Freude haben. Aber: Während "Outbreak" auf Emotion, Action und Spannung setzt, stellt "Conatgion" die Ausbreitung eines tödlichen Virus eher nüchtern dar.

Für die Umsetzung hat Regissieur Steven Soderbergh ("Ocean's Eleven", "Erin Brockovich", "Traffic") gleich ein ganzes All-Star-Team zusammengetrommelt. Unter anderem spielen Matt Damon ("Invictus", "Die Bourne Identität", "Good Will Hunting") und Laurence Fishburne ("Matrix", "Armored", "21") die Hauptrollen. In den sogenannten Nebenrollen befinden sich die Oscar-Preisträger Gwyneth Paltrow ("Shakespeare in Love", "Sieben"), Kate Winslet ("Der Vorleser", "Titanic") und Marion Cotillard ("La Vie en Rose", "Inception"). Außerdem glänzt Oscar-Nominee Jude Law ("Alfie", "Aviator", "A.I.") als zynisch aufdringlicher Blogger.

Der Film startet interessanterweise mit Tag 2 des Ausbruchs. Und auch sonst ist gerade der Anfang das, was den Film ausmacht. Die ersten Erkrankungen gehen wortwörtlich unter die Haut. Soderbergh versucht mit seinem Star-Ensemble aber nicht, großes Hollywood-Kino zu produzieren, sondern in einer Art Episoden-Dokumentation darzustellen, wie die Menschen und die Regierungen auf derartige Krisensituationen reagieren. Dies geschieht aus der Sicht behandelner Ärzte, betroffener Zivilsiten, Virologen und Journalisten. Hier wird das erste Mal deutlich: Will der Film vielleicht zu viel? Keine Frage, jeder Schauspieler macht seine Sache gut - eigentlich zu gut. Denn die Authentizität leidet unter den erfahrenen Darstellern, die nicht immer wirken, wie der Mann von nebenan.

Ein Plus des Filmes ist die nüchterne Art und Weise der Erzählung. Was schockt und was passiert, passiert einfach. Man muss es hinnehmen. Es gibt keine Verfolgungsjagden, es gibt keinen Spannungsbogen. Nur eine Reihe an Bildern, die zeigen, wie wehrlos, wie makaber und wie unkontrolliert die Welt sein kann. Leider kann Soderbergh es sich nicht verkneifen, hin und wieder den amerikanischen Film raushängen zu lassen. Da wäre ein Prom-Night-Tanz in einem verlassenen Haus voller Lichterketten, eine erkrankte Ärztin, die kurz vor ihrem Tod dem Bettnachbarn noch ihre Decke reichen will oder einen Arzt der Regierung, der heimlich auf seine Impfung verzichtet, um es dem Sohn eines befreundeten Bekannten zu geben.

Generell muss die Frage gestellt werden: Sind all diese großartigen Schauspieler in diesem Film nötig gewesen? Die Hälfte von ihnen kommt im Film nicht länger als 20 bis 30 Minuten vor. Seltsam sind auch Besetzungen von Nebendarstellern, wie Bryan Cranston, der in Deutschland wohl am bekanntesten aus "Malcolm mittendrin" ist.

Insgesamt will "Conatgion" eine zu große Geschichte aus der Sicht von zu vielen Einzelcharakteren erzählen. Schauspielerisch wird hier aber ganz großes Kino geboten und das Gezeigte nimmt den Zuschauer mit. Das große Plus des Streifens ist die kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung und Unterschätzung der sozialen Netzwerke des Internets. Es hätte durchaus gereicht, hier in die Tiefe zu gehen und den Ausbruch nur aus der Sicht der Unwissenden zu zeigen.

So aber ist Soderberghs Film ein Laufsteg, auf dem sich viele Hollywood-Größen präsentieren und ihr Talent verschwenden dürfen. Vor allem Freunde von Endzeitfilmen und Jude-Law-Streifen dürften hier aber trotzdem auf ihre Kosten kommen.

War diese Kritik hilfreich?
10 von 11 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k6ry
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2017 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen