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Kritik von Michael Scharsig zu 'Let Me In'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 02.01.2012
90%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
"Let Me In" ist die Überraschung des Dezembers. Die Kritik, dass Hollywood immer weniger auf eigene Ideen zurückgreift und sich an europäischen und asiatischen Erfolgen bedient, bleibt bestehen. Doch es muss fairerweise festgehalten werden, dass das Remake von "So finster die Nacht" keineswegs schlechter als das Original ist.

"So finster die Nacht" überzeugt vor allem dadurch, dass der Film so nüchtern und still abläuft. Genau dieser Stärke hat sich auch "Let Me In" verschrieben. Nach wie vor geht es um die etwas andere Beziehung zweier Kinder. Trotzdem gibt es kleinere Veränderungen gegenüber dem Original. Aus dem blonden Erik wurde der brünette Owen, aus der dunkelhaarigen Eli wurde die blonde Abby. Aus dem Häuserblock im Stockholmer Vorort Blackeberg wurde eine verschneite Kleinstadt in der Bergwelt New Mexicos.

Die Story bleibt unverändert: Owen ist ein schüchterner Außenseiter, der von seinen Mitschülern gepeinigt wird und zu Hause heimlich und maskiert übt, wie er seine Peiniger absticht. Seine Eltern befinden sich mitten in einem Scheidungskrieg. Interessant ist, dass das Gesicht der alkoholkranken Mutter, die meistens nur durch Tischgebete auffällt, nicht ein einziges Mal gezeigt wird. Auch der Vater tritt nur als Stimme am Telefon in Erscheinung. Abby zieht mit einem älteren Mann in Owens Nachbarschaft und wirkt genauso einsam und verloren wie ihr neuer Nachbar. Auf dem Vorhof kommen sich die beiden näher, auch wenn Abby sich nur nach Sonnenuntergang zeigt. Owen fällt ihre Blässe und ihr seltsamer Geruch auf, sowie ihre Kälteresistenz. Als in dem Vorort ein Mord nach dem anderen geschieht, bemerkt der Zwölfjährige, dass seine neue Freundin anders ist - doch er hält zu ihr.

Die verschneite Landschaft, die kalten Charaktere, die große Beziehung - "Let Me In" ist der bessere "Twilight". Hier wird Emotion so geschickt erzeugt, dass der Film ein Anwärter auf den einen oder anderen Oscar werden sollte. Chloe Grace Moretz ("Kick Ass") und Kodi Smit-McPhee ("The Road") machen ihre Sache mehr als gut und lassen den Film zu etwas Besonderem werden. Wer hier den nächsten "Blade" oder "30 Days of Night" erwartet, der wird enttäuscht sein. Doch in Sachen Blut spart selbst dieser Streifen nicht. Was an diesem Film gefällt, ist der Fakt, dass Abbys Situation eher wie eine unheilbare Krankheit mit vampirischen Nebeneffekten rüberkommt. Sie ist im Körper einer Zwölfjährigen gefangen, muss sich seit dem mit den Problemen eines Teenagers herumplagen - nur eben auf ihre Art.

"Let Me In" ist ein fantastisches Vampir-Remake, dass sich nicht hinter dem Original verstecken muss. "Cloverfield"-Regissieur Matt Reeves liefert mit seinem Streifen über zwei verstoßene und verstörte Kinderseelen einen der besten Filme des Jahres ab. Ganz großes Kino und weit mehr als Edward und Bella.

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