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Kritik von Benjamin Falk zu 'Batman Begins'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 26.03.2012
90%
2005 war Batman nicht mehr besonders populär und diese Aussage bezieht sich allein auf die Filme. Tim Burton verfilmte den Comic 1989 und war damit sehr erfolgreich; einen ordentlichen Film lieferte er nebenbei auch noch ab. Drei Jahre später gab es die gute Fortsetzung "Batman Returns", ebenfalls von Burton. Doch danach lieferte Joel Schumacher zwei knallbunte Fortsetzungen ab, die mit Ernsthaftigkeit nichts mehr zu tun hatten und eigentlich großer Trash waren. So schwand das Interesse an Batman. Erst als Christopher Nolan 2005 eine neue Verfilmung des Stoffes realisierte, begann das Batman-Fieber erneut. Und das mit absoluter Berechtigung, denn "Batman Begins" ist der bis dato beste Batman-Film überhaupt und kann in jeder Hinsicht überzeugen.

"Batman Begins" sollte realistischer werden und diesen Weg finde ich sehr begrüßenswert. So geht es fast die komplette erste Stunde erst mal darum, weshalb Batman zu dem wurde, was er ist. Bruce Wayne hat als Kind seine Eltern verloren und er gibt sich die Schuld daran. Weil er aus einem Musical verschwinden will, verlassen seine Eltern und er es früher. Auf der Straße kommt es zu einem Überfall bei welchem seine Eltern ermordet werden. Viele Jahre sinnt er auf Rache und als der Täter nach einigen Jahren aus der Haft entlassen wird, will Bruce ihn umbringen. Doch jemand anders kommt ihm zuvor. Bruce bemerkt, dass er nichts mehr hat, wofür es sich zu Leben lohnt und gibt sein Leben auf. Er reist durch die Welt und studiert die Psyche der Verbrecher. Dabei landet er sogar im Knast. Eines Tages wird Henri auf ihn aufmerksam und er will Bruce trainieren. So wird aus Bruce Wayne Batman und dieser ist dringend gefragt, weil jemand die Stadt Gotham vergiften und vernichten will.

"Batman Begins" ist wirklich ziemlich realistisch ausgefallen und das ist absolut gut so. Lange beschäftigt man sich mit der Psyche von Bruce Wayne und es ist völlig einleuchtend, weshalb er zu Batman wird. Ein wenig wird diese Figur somit zwar entmystifiziert, doch das störte zumindest mich überhaupt nicht. Übernatürliche Fähigkeiten besitzt hier niemand. Batman selbst bekommt seine Waffen aus einer Abteilung für modernste Technologie. Zwar ist das nicht immer komplett realistisch, aber für eine Comicverfilmung doch erstaunlich realitätsnah. Wie sehr sich das Geschehen nun an den Comics orientiert, kann ich nicht sagen, weil ich absolut kein Comicleser bin. Allerdings habe ich gelesen, dass einige Szenen wohl komplett aus den Comics stammen sollen. Jedoch sollten hier nicht nur die Comic-Fans bedient werden, sondern auch das Mainstream-Publikum und das ist vollkommen gelungen. Selbst ohne jegliches Hintergrundwissen zu Batman lässt sich der Film locker ansehen, weil hier die Reihe von vorne startet und man bei der Geburtsstunde von Batman mit dabei ist. Das Drehbuch ist also durchaus gelungen, besitzt Wendungen, kleine Überraschungen und langweilt nicht mal ansatzweise. Die Handlung ist zwar nicht unbedingt sehr originell, hat mir aber trotzdem bestens gefallen und wurde wirklich sehr gut geschrieben.

Die Darsteller sind ein weiterer Punkt, weshalb "Batman Begins" so gut funktioniert. Den letzten Batman durfte ja George Clooney verkörpern und dies hat er wirklich nicht gut gemacht. Christian Bale ist da schon ein ganz anderes Kaliber. Er spielt viel als Bruce Wayne und macht sich hier hervorragend. Als Batman ist er nicht so oft zu sehen, aber auch mit seinem Kostüm macht Bale eine starke Figur. Das Aussehen von Batman ist nebenbei ebenfalls bestens gelungen und endlich ist diese Figur mal wieder ein Held, den man ernstnehmen kann und respektiert. Katie Holmes hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen, nicht weil sie schlecht spielt, sondern weil sie meines Erachtens nicht so ganz in ihre Rolle passt. Das ist aber nur meine Meinung und ändert nichts daran, dass sie ordentlich spielt. Sehr stark sind Michael Caine und Morgan Freeman, die ihre Nebenrollen äußerst sympathisch spielen und mir bestens gefallen haben. Liam Neeson kann sich ebenfalls sehen lassen und spielt schön diabolisch, ebenso wie Cillian Murphy als Scarecrow. Daneben muss auch Gary Oldman noch erwähnt werden, weil er einfach absolut sympathisch und toll spielt. In weiteren Nebenrollen überzeugen Tom Wilkinson und Rutger Hauer, aber sowieso jeder spielt hier wirklich sehr gut.
Die Figurenzeichnung ist sehr stark. Hier konzentriert man sich deutlich auf Bruce Wayne alias Batman. Seine Psyche wird sehr stark beleuchtet und es dreht sich ausschließlich um ihn. So verkommen zwar alle anderen zu reinen Nebencharakteren, doch das stört nicht, da auch diese niemals belanglos wirken. Eins ist auf jeden Fall klar: So viel Profil hatte Batman bisher nie und manchmal erinnert das Treiben sogar fast an eine kleine Charakterstudie.

Das bedeutet natürlich, dass es viele ruhigere Szenen gibt, der Dialog oftmals das Geschehen bestimmt und somit für Action nicht ganz so viel Platz ist. Mich hat das keineswegs gestört und ich denke mal, dass auch das Publikum, welches Zerstörungsorgien gewohnt ist, sich daran kaum stören wird. Das liegt ganz einfach daran, dass eine tiefe Figurenzeichnung teilweise viel spannender sein kann als Action bis zum geht nicht mehr. "Batman Begins" besitzt immer Spannung, egal ob da nun Sachen zerstört werden oder nicht. Die Dialoge sind wirklich sehr gelungen, besitzen ebenfalls Tiefe und der Unterhaltungswert ist enorm hoch. Selbst wenn man den Film schon desöfteren gesehen hat, kann er nach wie vor begeistern. Action gibt es natürlich trotzdem, aber diese kommt vermehrt in der zweiten Hälfte vor. Wenn es dann aber Action gibt, dann geht es auch zur Sache und das Finale ist wirklich sehr gut gelungen.

Die Inszenierung ist erhaben. Seit "Batman Begins" schätze ich Nolan als Regisseur sehr. Auch wenn er vorher schon gute Filme gemacht hat, bin ich doch erst richtig mit diesem Film auf ihn aufmerksam geworden und das hat sich gelohnt. Er inszeniert das ganze Treiben einfach makellos und erweist sich als geradezu meisterhafter Regisseur. Die Kulissen haben einen hohen Schauwert, die Kameraführung ist toll und wie Gotham City dargestellt wird, hat mir auch bestens gefallen. Batman war schon immer düster. Burton hat dies in seinen beiden Filmen sehr toll dargestellt und alleine von den Bildern her, sind die Filme von Burton vielleicht sogar noch etwas besser, das ändert allerdings nichts daran, dass "Batman Begins" optisch genial ist. Nolan hat seine eigene Interpretation des Stoffes sehr gelungen umgesetzt.
Dass Batman düster ist, wird dann bei der Atmosphäre sehr deutlich, denn diese ist eben düster und teilweise zimlich grimmig. Gotham City wird als Drecksloch dargestellt. Für Humor bleibt deshalb nicht viel Platz. Es gibt ein paar Oneliner und für ein bisschen Witz ist immer gesorgt, doch der Grundton bleibt stets ernst und düster. Dadurch, dass der Charakter Bruce Wayne so viel Figurenzeichnung bekommt, wird es sogar desöfteren mal dramatisch und emotional. Dazu gesellt sich sogar noch eine Prise Horror, nämlich dann, wenn das Nervengift mit im Spiel ist. Ich fand die Atmosphäre einfach sehr stark und besser hätte man es nicht machen können.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu den Effekten. "Batman Begins" bietet keine Zerstörungsorgien und ist in Sachen Action überschaubar, hat aber dennoch starke Effekte, die vollkommen überzeugen können und wie man Batman, seine Waffen etc. dargestellt hat, fand ich sehr gut.
Der Score muss auch noch erwähnt werden. Die Musik von James Newton Howard und Hans Zimmer ist natürlich unschlagbar und kommt hier nicht mehr vor, dennoch ist der Score nicht schlecht und passt immer sehr gut zum Geschehen.

Fazit: Ich habe mir "Batman Begins" natürlich nicht ohne Grund gerade jetzt angesehen, weil ich, wie viele andere bestimmt auch, sehnsüchtig auf "The Dark Knight Rises" warte und diese Wartezeit muss nun noch etwas überbrückt werden. "Batman Begins" erzählt wie Batman zu dem wurde, was er ist. Der Film ist tiefgründig, besitzt Anspruch und ist für eine Comicverfilmung ungewöhnlich realistisch. Gerade das macht ihn aber so interessant. Die Handlung ist stark, die Darsteller spielen sehr gut, die Figurenzeichnung ist gelungen, die Inszenierung ist genial, die Atmosphäre schön düster und der Unterhaltungswert sehr weit oben. Viel zu bemängeln gibt es nicht. Für die Höchstnote reicht es zwar nicht aus, aber trotzdem ist "Batman Begins" ein Meisterwerk, welches Nolan mit dem Nachfolger sogar noch toppen konnte. Und schon hier gibt es eine Andeutung auf den nächsten Gegner, was mich sofort dazu verleitet den nächsten Teil zu schauen. Ganz großes Kino!

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