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Kritik von Michael Scharsig zu 'Verblendung'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 16.04.2012
85%
Die Geschichte von Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist ist keine Unbekannte mehr. Zu gut war das schwedische Original, das sich nach der ohnehin schon fantastischen Buchreihe auf der ganzen Welt ausbreitete wie ein Virus. Sogar Hollywood ließ sich infizieren und so landete der Stoff glücklicherweise in den Händen von David Fincher. Neben Christopher Nolan wäre es wohl nur ihm zuzutrauen gewesen, die Geschichte noch einmal so düster zu erzählen. Es ist ihm gelungen.

Die Meinungen der Filmfreunde gehen bei den Darstellern zurecht auseinander. Noomi Rapace hat sich mit ihrer Interpretation der Salander ein Denkmal gesetzt, das ihr nicht mehr zu nehmen ist. Die Leistung von Rooney Mara muss dennoch anerkannt werden, denn die Newcomerin schafft es, der Buchfigur ähnlicher zu sein. Kindlicher kommt sie rüber, "hässlicher". Rapace schafft es dabei aber besser, die verwirrte Persönlichkeit der Frau nachzustellen. Insgesamt präsentiert Mara aber ebenso einen Vamp, der sich nicht verstecken muss. Frauenschwarm Daniel Craig ist es gelungen, den James Bond hinter einem Drei-Tage-Bart, einem Pulli und einer Brille gut zu verbergen. Auch ihm nimmt man die Rolle des Journalisten Blomkvist ab. Die Beziehung zwischen den beiden erreicht in der Hollywood-Verfilmung aber die nicht die Emotionen, die das Original weckte. Sei es drum.

Die Verkörperungen der schwedischen Familie sind auch in dieser Version gut gelungen, allen voran Christopher Plummer, der wie für diesen Plot geschaffen zu sein scheint. Außerdem tut es dem Film unglaublich gut, dass sich die Location mal nicht nach Amerika verlegt, sondern in Schweden bleibt. Fincher dichtet dem Land Schweden sogar eine Art neues Image hinzu. Das Land wird als kalt und dunkel bezeichnet, als Land in dem noch viel Unrecht zugeht, auch wenn es nicht den Anschein hat. Dass Fincher eine Größe in Sachen Atmosphäre ist, hat er schon mehrmals bewiesen. Auch in "Verblendung" lebt er sein großes Talent aus.

Zum Schmunzeln kommt man in dieser Interpretation der Stieg-Larsson-Verfilmung allerdings seltener als noch im schwedischen Original. Hier wurde weniger Wert darauf gelegt, dass die Charaktere Sympathien wecken. Ganz im Gegenteil. Blomkvist ist ein Fremdgänger, Salander ein fast authistischer Racheengel. Was sie zu den Helden des Films macht, ist, dass ihre Widersacher einfach noch kälter sind. Ein großes Bravo hierfür an den Regissieur. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass "The Girl with the Dragon Tatoo", so der englische "Original-Titel" gut mit dem Original mithält und dort punktet wo das Original Schwächen offenbart - und umgekehrt.

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