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Kritik von Mathias Broxtermann zu 'Dredd'

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Kritik von Mathias Broxtermann
veröffentlicht am 27.04.2013
70%
Casting bezeichnet den Vorgang, bei dem die Besetzung der Rollen eines Films oder eines anderen Werks mit Schauspielern festgelegt werden.
Ein kurzes Wort vorweg: Ich diskutiere gerne über Filme, aber wenn ihr mir schreibt, dann brauche ich eine funktionierende E-Mail Adresse, um zu antworten. Insofern danke ich dir für dein Feedback, "Aslan", aber sei nächstes Mal so nett (oder besser: mutig) und hinterlasse eine echte Adresse. Oder, noch besser, wenn du nicht meiner Meinung bist, schreib doch einfach eine eigene Kritik. Vorausgesetzt du machst dir die Mühe, auch mal ein paar zusammenhängende Sätze zu konstruieren (das mit der Groß- und Kleinschreibung kriegst du schon unter Kontrolle, wenn du einfach Word benutzt).

Aber eigentlich wollte ich erzählen, dass ich kürzlich in den Genuss von "Dredd 3D" kam, und zu meiner eigenen Überraschung hat er mir echt gefallen. Das soll nicht heißen, dass er der perfekte Actionfilm ist, aber er ist eine deutliche Verbesserung über den Film mit Sylvester Stallone von 1995.
Ich habe nie die Originalcomics gelesen, aber die Story von "Dredd" ist einem irgendwie bekannt: In der Zukunft lebt der größte Teil der Menschheit in der sogenannten Megacity One, gefangen zwischen Slums und Hightech, Bürgerkrieg und Diktatur. Die sogenannten Judges sind das einzige stabilisierende Element, schwerbewaffnete Polizisten, die gleichzeitig Richter, Geschworene und Henker sind. Dredd ist der perfekte Anti-Held in dieser Anti-Zukunft.

Einer der zentralen Fehler der ersten Verfilmung war definitiv, dass Stallone nach einigen Minuten den Helm absetzte. Ich habe Dredd noch nie ohne Helm gesehen, und die Fans waren generell nicht begeistert. Karl Urban gibt uns den Dredd, den wir wollen: Der Helm bleibt drauf, und er beschränkt sich darauf, den Mundwinkel zu verziehen und harte Töne zu spucken. Das zweite Problem beim ersten Versuch war das Casting von Rob Schneider als lustigem Sidekick, in den Augen vieler Leute eine Katastrophe. Im neuen "Dredd" gibt es zwar Anflüge von schwarzem Humor, aber der Film konzentriert sich auf die teilweise explizit brutale Action, die harten Sprüche und sonst, naja, nicht besonders viel. Ich bin normalerweise der erste, der eine flache Story und mangelnde Charakterentwicklung geißelt, aber hier arbeitet dies erstaunlich gut für den Film. Dredd ist ein knallharter Anti-Held mit offensichtlichen faschistoiden Tendenzen, und ich glaube, dass der Film seiner Vorlage hier gerecht wird.

"Dredd" ist ein bisschen wie "Die Hard" nur auf dem Kopf. Dredd und seine Kollegin müssen sich in einem Hochhaus den Weg nach oben, mitten durch die Schergen von Mama (Lena Headey), der lokalen Drogenbaronin, schießen. Der Film ist simpler, brutaler Actionspaß, der mit Stil umgesetzt wird. Es ist überraschend unterhaltsam, Dredd beim knurren und ausmisten zuzuschauen. Intelligenterweise bekommt er dabei eine weibliche Kollegin (Olivia Thirlby), durch die die Monotonie in gut gewählten Intervallen unterbrochen wird.

"Dredd" ist nicht fehlerlos. Eine Frau als Gegenspielerin zu wählen, ist interessant, leider wird wenig aus dieser Idee gemacht. Mama hat viele Narben, aber wenig Charisma und Originalität, und war nicht wirklich überzeugend. Des Weiteren gibt es viele unnötig lange Zeitlupenszenen, die scheinbar nur existieren, um die nachträgliche Überarbeitung in das 3D Format zu rechtfertigen. Und das Szenario in Hochhaus wird irgendwann auch etwas öde, da wir uns nur von Raum zu Raum bewegen, ohne eine Orientierung oder eine Idee vom Plan der beiden Fraktionen zu entwickeln.

Wie dem auch sei, es gibt eine tolle Szene, in der Anderson anfängt, in Dredds Psyche zu wühlen (sehr wörtlich zu nehmen), und von ihm abrupt unterbrochen wird. Der Film zwinkert uns beinahe zu: "Hey, wir sind nicht wegen der Vorgeschichte oder der Charaktere hier, sondern wegen der Action.". Und hier zündet "Dredd" wirklich, und kassiert von mir eine Empfehlung. Viel Spass!

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