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Kritik von Elke König zu 'Secretariat - Ein Pferd wird zur Legende'

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Kritik von Elke König
veröffentlicht am 17.08.2017
100%
Inhaltsangabe:

Ende der 1960er Jahre: Penny Chenery (Diane Lane) ist Hausfrau und Mutter von vier Kindern. Eines Tages erhält sie einen Anruf, dass ihre Mutter plötzlich verstorben ist. Zusammen mit ihrer Familie fährt sie nach Virginia, wo sich das Gestüt Meadow Stables befindet. Ihr Vater Chris (Scott Glenn) leidet bereits schon an Demenz und die Farm wird nur durch die Haushälterin Miss Ham (Margo Martindale) aufrecht erhalten.

Penny erfährt, dass die Farm rote Zahlen schreibt und der Trainer einige dubiose Geschäfte mit den Rennpferden im Namen ihres Vaters getätigt hat. Da ihr Bruder Jack (Dylan Walsh) beruflich eingespannt ist, kann er sich um die Farm nicht kümmern. Pennys Herz hängt schon seit der Kindheit an den Pferden und so übernimmt sie kurzerhand die Leitung der Farm- dem Spott und Häme in der Branche zum Trotz. Sie kann sogar den renomierten Trainer Lucien Laurin (John Malkovich) für die Farm gewinnen. Ihre familiäre Situation ist auf die Änderung nicht ganz vorbereitet und es gibt auch Diskussionen mit dem Ehemann und den Kindern.

Mit großer Spannung wird die Geburt eines Fohlen erwartet. Von diesem Fohlen erhofft sich Penny den wirtschaftlichen Aufschwung für die Farm. Und tatsächlich ist das Fohlen - genannt Secretariat - erfolgsversprechend. Mit liebevoller Pflege und Fürsorge wird er zu einem stattlichen Hengst, dessen Kraft ungebändigt zu sein scheint. Dann stehen die ersten Rennen an und Penny kann mit ihrem Team die ersten Preise für zweijährige Rennpferde einheimsen.

Doch schafft Secretariat es auch, als Dreijähriger seine enorme Leistungskraft auszuschöpfen? Oder sind seine Gene für die schwierigen Rennen nicht geschaffen? Hohn und Spott ergießt sich über Penny. Inzwischen ist auch ihr Vater verstorben und es hängt mit Secretariats Leistung auch die Zukunft der Farm dran. Die hohe Erbschaftssteuer ist fällig. Wenn das Pferd alle Rennen gewinnt, ist die Zukunft gesichert. Verliert er, muss Penny ihn (vermutlich weit unter seinem Wert) verkaufen. Trotz aller Ratschläge, Diskussionen und Angebote hält Penny an Secretariat fest und geht ein hohes Risiko ein.

Mein Fazit:

Diane Lane war für mich nicht immer mit einem Gütesiegel geprägt. Ihr schauspielerisches Talent ist eindeutig vorhanden, aber manchmal kam bei ihren Rollen eben doch mehr ihre Persönlichkeit als ihre Rolle durch. Daher war ich sehr skeptisch, was diesen Film angeht, trotz aller positiven Kritiken, die ich vor dem Film darüber las.

Aber was soll ich sagen? Ich schwelge immer noch in Erinnerung. Von der ersten Minute an war ich gefesselt von der Geschichte, die so oder so ähnlich tatsächlich passiert ist. Bei Wikipedia kann man einen ganz guten Artikel über das Rennpferd nachlesen (und deren Wahrheitsgehalt zweifle ich in keinster Weise an). Und das macht mich ja so sprachlos. Sieht man den Film, denkt man erst: ach, aus dramaturgischen Gründen wurde alles ein bisschen überzogen dargestellt. Tatsächlich hat es sich im Film genauso verhalten wie es im Artikel bei Wikipedia steht. Bis heute hält das Rennpferd einige Streckenrekorde.

Die Atmosphäre der damaligen Zeit wurde sehr gut eingefangen, Diane Lane spielt die Rolle der Penny hervorragend und sehr überzeugend. Von ihrer eigenen Persönlichkeit war nicht viel zu sehen und das muss ich ihr einfach anerkennen. Auch die Liebe zu den Pferden und ihren Kampf um Anerkennung konnte sie mir sehr glaubhaft vermitteln. Mit diesem Film wurden sicherlich wieder einige Klein-Mädchen-Sehnsüchte geweckt. Da ich Pferden nicht allzu viel abgewinnen kann, hält es sich bei mir in Grenzen. Aber die Szenen mit den Pferden und den Rennen waren schon atemberaubend und zuweilen dramatisch.

Die Szenen auf der Rennbahn kann ich auch gut nachvollziehen. Wir haben unsere Bahn in Hannover auch schon mehrfach besucht und ein kleines bisschen gezockt. Nur leider bekamen wir nie einen Einblick hinter die Kulissen. Aber da habe ich auch nicht so viel wert drauf gelegt. Die Spannung bei einem Rennen jedoch konnte ich sehr gut nachfühlen. Das Wechselbad der Gefühle, das Anfeuern (wohlweislich, dass es unten auf der Bahn eh nicht ankommt) und dann das Finnish. Das sind tolle Momente, die einen elektrisieren können.

Bei 100%-Bewertung bin ich inzwischen schon sehr sparsam geworden, aber bei diesem Film kann ich es ohne Weiteres vertreten. Es ist toller Film, von der ersten Minute an spannend. Es hat alles: Abenteuer, Dramatik und viel Gefühl. Denn Penny hat einen starken Bezug zu ihrem Pferd gehabt und das konnte Diane Lane mit jeder Szene verkörpern. Und das Ende erst ... puh, da hatte ich wirklich Herzrasen und habe lauthals mitgefiebert (obwohl ich da schon den Artikel bei wikipedia gelesen hatte). Und zum Schluss gab es dann noch Infos zu den Personen und was aus ihnen geworden ist. Und tatsächlich war die echte Penny auf der Rennbahn auch kurz zu sehen. Nicht unerwähnt lassen möchte ich den Trainer Lucien, gespielt von John Malkovich. Die Rolle des leicht verschrobenen Charakters mit den irre bunten Klamotten scheint ihm wie eine zweite Haut zu liegen. Toll gemacht! Aber auch die anderen Darsteller harmonieren mit der Geschichte, den Kulissen und bieten dem Zuschauer eine authentische Atmosphäre.

Für mich einer der schönsten Pferdefilme, die ich je gesehen habe. Begeisterte 100% von mir und er ist jederzeit und immer wieder sehenswert.

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