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Kritik von Michael Denks zu 'Haywire'

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Partner von Entania
Kritik von Michael Denks
veröffentlicht am 13.03.2012
90%
Casting bezeichnet den Vorgang, bei dem die Besetzung der Rollen eines Films oder eines anderen Werks mit Schauspielern festgelegt werden.
Mixed-Martial-Arts Ikone Gina Carano mischt im Kino alle Stars auf.

Mit dem neusten Kino-Thriller "Haywire" knöpft sich der Oscar-prämierte Steven Soderbergh einmal mehr das beliebte Film-Genre Agententhriller vor. Neben Spannung, komplexen Figuren und internationalen Kulissen will uns der Regisseur ("Traffic") mit der völlig unerfahrenen und unbekannten Schönheit Gina Carano in die Kinos locken. Ein Name, den man sich tatsächlich merken sollte, denn die Dame bringt ganz spezielle Fähigkeiten an Bord.
Seine Muse fand er an einem überraschenden Ort. Nicht in den Katalogen der Casting-Abteilungen, sondern im Ring der Mixed-Martial-Art.
Die Vorstellung, eine Meisterin dieser spektakulären Kombination aus Kampfstilen wie Muay Thai, Karate, Jiu-Jitsu, Judo, Wrestling, Boxen, Sambo, Kickboxen und Kung-Fu auf die Leinwand zu bringen, begeisterte den Filmemacher. Gewöhnlicher Frauen-Power muss sich künftig verdammt warm anziehen. Die Besetzung durch einen echten Profi ermöglichte völlig neue Perspektiven. Action zu produzieren, wie sie gewöhnlich nicht gedreht werden kann. Keine Drahtseile, keine Stunt-Doubles.
Es bestand keine Notwendigkeit, Tricks vorzuführen, die physikalisch unmöglich sind, basierend auf einer Technologie, die nicht wirklich existiert und die Authentizität mindert.
Ein Kampf zweier Menschen muss nach Meinung Soderberghs irgendwann sein Ende finden, da man ab einem gewissen Zeitpunkt nichts mehr zeigen kann, was plausibel ist. Ähnliches hat der Zuschauer auch durch die "Bourne"-Reihe mit Matt Damon erfahren können. Ein Kampf dauert nur so lange, wie der Gegner gut ist. Und manchmal sind drei Sekunden schon zu viel.

Mallory Kane (Gina Carano) hat sich ihr Treffen anders vorgestellt. Nach dem gescheiterten Versuch, Kontakt mit ihrem Arbeitgeber Kenneth (Ewan McGregor) aufzunehmen, ist die Frau für "spezielle Einsätze" irgendwo im Staat New York auf der Flucht. Obwohl sie im Dienst einer privaten Sicherheitsfirma Aufträge am Rande der Legalität ausführt, ist sich die junge Frau keiner Schuld bewusst. Ihre letzten vier Aufträge verliefen sauber und reibungslos. Bis zum Einsatz "Dublin". Nach dem Job in Barcelona mit Ex-Kollegen Aaron (Channing Tatum), eingefädelt durch den einflussreichen Coblenz (Michael Douglas) und Regierungsbeamten Rodrigo (Antonio Banderas), musste sich die Expertin für Nahkampf ohne Umwege in die irische Hauptstadt begeben, der MI-6, vertreten durch den Spion Paul (Michael Fassbender) stellte ihre Teilnahme bei dieser Mission als Bedingung.
Doch dieser entpuppt sich als Verräter und stellt Mallory vor ein großes Problem. Wer in den eigenen Reihen hat sie als Puzzle aus dem Spiel entfernen wollen? Auf der Suche nach den Drahtziehern blieben die Verfolger nicht lange aus, ein mörderisches Katz-und Maus-Spiel beginnt.

In wirklich bleibender Erinnerung sind sicher nicht die Stars Ewan McGregor, Antonio Banderas oder Michael Douglas. Ohne ihre Leistung als Nebendarsteller schmälern zu wollen, gehört diese Bühne der bis dato unbekannten Gina Carano. Ihr stiehlt niemand die Show, denn die Mixed-Martial-Art Königin ist die ganze Show. Selbst wenn Mi-6-Agent Paul alias Michael Fassbender noch die beste Figur neben ihr abgibt, die mehrfache Weltmeisterin bietet dem Zuschauer ein Nahkampf-Spektakel vom Feinsten. Da schauen Kollegen wie "James Bond" oder "Ethan Hunt" ganz schnell dumm aus der Wäsche. Wie anfangs erwähnt, turnt und kämpft sich die Heldin von einem Showdown zum nächsten, selbst Auge und Kamera können ihrer Schnelligkeit nicht immer folgen. Waren authentische Action-Szenen angedacht, verderben lediglich zu intensive Kampf-Einheiten dieses Ziel. Da zählt der Adrenalin-Kick einfach mehr, als der normale Mensch an Schlägen verkraften kann.
Im Stil bewegt sich Soderbergh ganz im Sinne der guten alten Spionagestreifen, er arbeitet mit teilweise verwaschenen Farben und reduziert die Qualität seiner Bilder absichtlich jenseits des Hochglanzes. Mit zusätzlicher Unschärfe und subtiler Kameraführung gelingt ihm der Retro-Trip in die wohl beliebteste Zeit der Agenten-Thriller perfekt .
Das übrige besorgt ein genialer Musik-Score, den David Holmes (in der bereits fünften Zusammenarbeit mit dem Regisseur) passend dazu gedichtet hat. Ganz im "Listening" der 70er Jahre unterstreicht ein wirklich cooler, funky Soundtrack die Atmosphäre. "Dirty Harry" und "Der große Coup" lassen grüßen. "Haywire" ist also nicht nur ein mit Superstars im Beipack veredelter Action-Streifen, sondern ein gelungener Genre-Hit, der an die guten alten Pam-Grier-Filme erinnert.
Wer auf den Style dieser Kult-Vorlagen steht, ist mit "Haywire" bestens bedient.

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