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Kritik von Jörg Wetterau zu 'Prometheus - Dunkle Zeichen'

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Partner von Fantastic Zero
Kritik von Jörg Wetterau
veröffentlicht am 17.08.2012
75%
1979 schuf Ridley Scott mit "Alien" ein Kultmonster der Superlative, und jedem Kinogänger war seitdem eines klar: Im Weltraum hört dich niemand schreien! Dieses Alien war und ist vom Spannungsaufbau und der (sexuell-erotischen) Symbolik bis heute einmalig. Folgten in den Jahren mehr oder weniger gelungene Fortsetzungen von James Cameron und David Fincher, so hat der bislang immer noch nicht Oscar dekorierte Brite nun höchstpersönlich die Vorgeschichte seines Science Fiction- und Horroklassikers in die Hand genommen. Allerdings lässt er am Ende mehr Fragen offen, als dass er Klarheit über die Herkunft des Aliens schaffen würde.

Das Ergebnis ist dennoch mit Abstrichen durchaus sehenswert - speziell der 3D-Effekt verleiht dem Geschehen die notwendige Tiefe, die dem Drehbuch bisweilen abgeht. Scott schafft speziell in der ersten, sehr ruhig und klug erzählten Hälfte eine angenehme Atmosphäre, führt den Androiden David in wunderschönen und anmutenden Sequenzen ein. Michael Fassbender brilliert dabei als David, er ist trotz aller Unmenschlichkeit das Herz und die Seele der Geschichte. Filmkennern wird sofort seine Ähnlichkeit mit dem von Peter O'Toole gespielten "Lawrence von Arabien" auffallen. Scott entwirft mit diesem Kinojuwel wiederum eine der schönsten Szenen im gesamten Film.

Nach und nach treten weitere, zu zahlreiche Personen auf, und man weiß sofort: nur die wenigsten davon werden den Trip überleben. Bei "Alien" beschränkte sich Scott noch auf sieben Protagonisten, denen er allen Raum zum Entwickeln des Charakters gab. Dies fällt bei "Prometheus" mit Ausnahme des Roboters David größtenteils flach. Aus der Masse eher mittelmäßiger Darsteller ist in jedem Fall aber die ungemein kühl agierende Charlize Theron hervorzuheben. Ihr hätte man gerne noch mehr Szenen gewünscht, die Ridley Scott aber leider an die völlig überforderte Noomi Rapace verschwendet. Auch die Wahl von Guy Pearce als uralter und nach dem ewigen Leben suchender Peter Weyland ist fragwürdig. Die Maske, die ihm verpasst wurde, wirkt im Vergleich zu den anderen Creature-Effekts lächerlich.

Das ist nicht das einzige Ärgernis, dass der Film speziell in der zweiten Hälfte bietet. Hier scheinen den Drehbuchautoren langsam die Ideen und vor allem die Logik abhanden gekommen zu sein. Dies gilt in erster Linie für das höchst unwissenschaftliche Vorgehen bei der Untersuchung des fremden Raumschiffes und der "Konstrukteure" durch das Bordpersonal . Als running gag entpuppt sich dabei der Umgang mit den Helmen der Schutzanzüge. Mal sind sie da, dann wieder nicht. Und was alles bei drei Prozent Kohlendioxid-Anteil in der Atmosphäre des fremden Planeten brennen kann, ist ebenfalls sehr erstaunlich. Ach ja, auf das eigentliche Alien wartet man fast vergeblich.

Warum sich ein Besuch dennoch lohnt? Weil Scott natürliche einige bemerkenswerte Schauermomente bietet, weil Ausstattung und visuelle Effekte teils wunderbare Bildwelten erzeugen und weil Michael Fassbender als David großartig ist und einen Oscar als bester Darsteller verdient hätte.

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