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Kritik von Michael Scharsig zu 'Prometheus - Dunkle Zeichen'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 09.08.2012
70%
Ein Prequel ist eine Fortsetzung eines Films, die aber chronologisch vor der Handlung des vorherigen Werks angesiedelt ist.
Ein Spoiler ist eine Information zur Handlung, die wesentliche Spannungs- oder Überraschungselemente vorwegnimmt.
"Prometheus" - ein Alien-Prequel, das kein Alien-Prequel ist. Ein eigenständiger Film, mit eigenen Handlungssträngen, eigener Story, eigener DNA, aber im Parallel-Universum des Xenomorph. So beschrieben die Macher den Film vor der Veröffentlichung. Problem: Das geheimnisvolle Marketing und die hochinteressante Beschreibung entpuppten sich am Ende leider nur als Problem, diesen enttäuschenden Film überhaupt irgendwie zu rechtfertigen.

Die Geschichte: Die beiden Forscher Elizabeth Shaw und Charlie Holloway haben Wandmalereien auf der ganzen Welt abgeglichen und sind davon überzeugt, dass sie kurz vor der Entdeckung der menschlichen Schöpfungsgeschichte stehen. Die Malereien erweisen sich als Sternenkarte und werden als Einladung verstanden. Gesponsert von Weyland Industries, startet das Forschungsraumschiff Prometheus geführt von Meredith Vickers und unterstützt von Androide David eine Expedition zu einem unbekannten Planeten, der Parallelen zur Erde aufweist. Was sie dort entdecken ist tatsächlich bahnbrechend - und tödlich.

Allen Alien-Fans sei gesagt, erwartet bitte nicht zu viel, auch wenn es zig Parallelen gibt. "Prometheus" landet genau wie der Raumkreuzer "Nostromo" auf dem Planeten LV-426, nur eben 37 Jahre früher. Androide David ist der Prototyp von Androide Bishop. Shaw und Co. tragen die selbe fragwürdige Unterwäsche wie Ripley und was am wichtigsten ist, die Herkunft des "Space Jockeys", auf den das Nostromo-Team trifft, wird endlich beleuchtet. Kurz gesagt, das Prometheus-Team trifft auf das Riesen-Raumschiff, dem 37 Jahre später weitere Jahrzehnte lang Science-Fiction-Kult zu verdanken sind. Leider wird dieser Kult nun von seinem Schöpfer Scott mit Füßen getreten.

Drehbuchautor Damon Lindelof hat es nach seinem Meisterwerk "Lost" und der glorreichen Produktion des neuen Star-Trek sogar geschafft, aus dem seltsamen "Cowboys & Aliens" noch eine unterhaltende Show zu machen. Bei "Prometheus" ging alles schief. Der Film wirft Fragen über Fragen auf, die, um Spoilern zu vermeiden, hier nicht weiter umschrieben werden. Was aber verraten werden kann ist, dass die Charaktere sinnfrei handeln und in den meisten Fällen schlecht gespielt werden. Charlize Theron und Idris Elba sind eine Katastrophe, auch Guy Pearce hätte lieber nicht an diesem Experiment teilgenommen. Michael Fassbender und Noomi Rapace spielen die anderen Kollegen mit einer Durchschnittsleistung an die Wand. Anlässlich der eigentlichen Story hätten wenigstens tiefgreifende Dialoge erwartet werden dürfen, doch auch hier: Fehlanzeige.

Wenigstens überzeugen die 3D-Effekte, denn in einigen Sequenzen ist das schon ganz großes Kino, was da durch die Brille sichtbar wird. Wie erwähnt aber ohne Zusammenhang. Kleinere Details werden übergangen, andere hinzugedichtet. Ridley Scott beschrieb "Prometheus" in einem Magazin einmal so, dass ein Konzert der Rolling Stones ohne Sympathy for the Devil nicht funktionieren würde. Wäre er diesem Motto lieber nicht treu geblieben. Statt Facehuggern und Xenomorphs wird die Crew nun von schlangenartigen Wesen angegriffen, von einer schwarzen Flüssigkeit infiziert und von ihren "Schöpfern" dezimiert. Hier sei bemerkt: Ein Cover von "Sympathy for the Devil" ist nunmal auch nicht so gut wie das Original.

Schade, atmosphärisch hatte der Film ordentliches Potenzial. Weniger epische Musik und mehr stille Kälte hätten dem Film gut getan. Hätte sich Ridley Scott lieber mit der Enstehung der Xenomorphs und nicht mit der Entstehung der Menschen auseinandergesetzt. So entstanden mies-getrickste "Schöpfer", eine chaotisch zusammengestrickte Story und ein offenes Ende, dass die meisten Zuschauern ärgern dürfte. Zur Verteidigug sei gesagt, dass Ridley Scott eigentlich vorhatte, zwei weitere Teile zu drehen. Bei den schlechten Besucherzahlen weltweit, "Prometheus" wird knapp schwarze Zahlen schreiben, darf das nun aber leider bezweifelt werden.

Fazit: Für Alien-Fans eine Enttäuschung. Doch selbst wenn man den Film nicht mit Xenomorphs im Hinterkopf guckt, springt nur ein durchschnittlicher Science-Fiction-Streifen über die Schöpfung der Menschheit dabei heraus.

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