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Kritik von Philipp Stroh zu 'American Pie präsentiert: Das Buch der Liebe'

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Kritik von Philipp Stroh
veröffentlicht am 21.12.2009
40%
Kein Hahn kräht mehr nach Neuigkeiten aus dem "American Pie"-Universum. Oder? Nach einer sensationell erfolgreichen Trilogie über das Erwachsenwerden und Apfelkuchen, deren Beginn für immer weit oben in der Liste der besten Teenie-Komödien stehen wird, wurde das Erfolgsrezept mit einer Reihe von DVD-Produktionen unter dem Titel "American Pie präsentiert..." skrupellos ausgeschlachtet. Den Anfang machte "Die nächste Generation", eine reichlich beschönigende Bezeichnung für einen erschreckend niveaulosen wie unnötigen Aufguss. Gerade als man sich vom Schock erholt hatte, lief ein Bündel neuer Charaktere "Die nackte Meile" und nannte sich ein Jahr drauf "Die College-Clique".

Einfach unsportlich, wie man die in Frieden ruhende Hit-Trilogie aus dem Grab schaufelte und aus einigen ihrer Grundpfeiler - Sex, Stifler und Mr. Levenstein - filmische Hohlkörper modellierte, um noch einige DVDs verscherbeln zu können. "American Pie", das Artwork veranschaulicht es schon, ist mittlerweile nur noch ein Blickfang-Stempel, der ein paar tittengeile Partyfilme ohne Substanz kennzeichnet. Da es für so etwas außerhalb von Kinos immer noch Abnehmer gibt, geht es nun in die sage und schreibe siebte Runde, bzw. das vierte Mal "American Pie präsentiert".

"Das Buch der Liebe" heißt das neue Abenteuer um einen Schlag neuer, blasser Charaktere, das mit der "Bibel" einen müden Rückbezug zu Teil 1 unternimmt, um sein Dasein zu rechtfertigen. Trotzdem wird nicht verhehlt, dass es sich um pubertäre Fleischbeschau jenseits der Peinlichkeitsgrenze handelt, wo einem Typen von Anfang bis Mitte 20 ohne mit der Wimper zu zucken als jungfräuliche High School Schüler verkauft werden und ein Stifler nur aus dem einen Grund herumspaziert, dass eben ein Stifler dabei ist. Fremdschämen ist nicht nur bei den von Körperflüssigkeit durchtränkten Gags angesagt, die davon träumen, sich an vergleichbare Szenen aus den ersten zwei Filmen anlehnen zu können. Blamabel sind auch die Momente, wo der Film sich ernsthaft gibt und nach all der munteren Frauenausbeutung reichlich platte Botschaften zutage befördert, die davon handeln, dass wahre Liebe das Richtige ist und mit Aufrichtigkeit auch ein Loser die High-School-Schönheit abkriegen kann. Meilenweit hergeholt, das Ganze, aber damit immerhin ein wenig erträglicher als der noch trivialere Vorgängerfilm.

Rein kameratechnisch ist diese DVD-Produktion tadellos. In der Soundtrack-Flut sind sogar ein paar interessante Stücke dabei. Darüber hinaus wird hier erstmals CGI in einem "American Pie"-Film eingesetzt. Nur am Inhalt wurde wieder mächtig gespart. "American Pie präsentiert: Das Buch der Liebe" ist eine ziemlich plump zusammengebastelte Sex-Klamotte mit pseudoromantischen Elementen und eindimensionalen Charakteren. Je mehr man lacht, desto mehr Kindskopf ist man (was bedeutet, dass einen das Meiste, aber nicht der komplette Film kalt lassen sollte). Doch man kann es auch mal mit Verständnis probieren. Die beachtliche Zahl an Gastauftritten macht es deutlich: Dieser Film ist ein Film, der, abgesehen von der Profitgier der Produzenten, hauptsächlich spaßeshalber gedreht wurde. Also einfach das Hirn in die Hose rutschen lassen und den Humor bemühen, bei dem man trotzdem lacht. Denn so lässt es sich noch aushalten.

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