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Kritik von Alexander Kiensch zu 'Jenseits von Afrika'

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Kritik von Alexander Kiensch
veröffentlicht am 06.08.2017
70%
Nach den realen Aufzeichnungen der Schriftstellerin Karen Blixen inszenierte Regisseur Sydney Pollack eine der bekanntesten und erfolgreichsten Filmromanzen der 80er: In "Jenseits von Afrika" zieht es Meryl Streep als Blixen auf ihre afrikanische Farm. Hier, weit abseits der europäischen Zivilisation, lernt sie die Natur und die Menschen schätzen - und verliebt sich in den Großwildjäger und Abenteurer Denys (Robert Redford).

"Jenseits von Afrika" ist (großteils) im besten Sinne typisches 80er-Jahre-Hollywood-Romantik-Kino. Mit Streep und Redford schmachten sich hier zwei der damals berühmtesten Filmstars an, und tatsächlich versprühen beide so viel Charisma und Charme, dass die unorthodoxe und mitunter schwierige Liebschaft der beiden tatsächlich spannend und aufregend bleibt. Besonders Redford gibt seinen Charakter mit zurückhaltender Eleganz und ewig charmantem Lächeln unter blonder Mähne so natürlich und überzeugend, dass er das Herz des Zuschauers im Sturm erobert.

Neben dieser lange Zeit gar nicht kitschigen Romanze überzeugt der Film auch mit seiner stilvollen Inszenierung und beeindruckenden Bildern. Klar, die postkartengemäßen Aufnahmen der afrikanischen Savanne wirken aus heutiger Sicht eher klischeehaft - trotzdem lassen exotische Tiere und wilde Landschaften immer wieder staunen, zumal sie wiederholt in tollen Landschaftstotalen eingefangen werden. Ein besonderes Highlight stellt hierbei der Rundflug über die Steppe dar, sowohl inhaltlich als auch visuell.Wie schon gesagt: klassisches, mitunter bildgewaltiges Hollywood-Kino.

Auch gefallen eine Handvoll kritischer Szenen bezüglich der europäischen Überheblichkeit den afrikanischen Eingeborenen gegenüber (oder auch die Herablassung der Männer gegenüber den Frauen). Allerdings werden diese Kritikpunkte nur flüchtig gestreift und können doch nicht verhehlen, dass "Jenseits von Afrika" angesichts der tatsächlichen unbeschreiblichen Gräuel, die die europäische Kolonialgeschichte für den schwarzen Kontinent bedeutet hat, doch reichlich schönfärberisch arbeitet und ein größtenteils ausgewogenes und harmonisches Miteinander zwischen Weißen und Schwarzen, also zwischen brutalen Eroberern und Sklaven, propagiert. Natürlich ist solche Zivilisationskritik gar nicht das Anliegen des Films, dennoch lässt diese Heuchelei mitunter ein wenig schlucken.

Aber glücklicherweise agieren Streep und Redford derart leinwandfüllend, dass man schnell nur noch ihnen und ihren komplizierten Gefühlen folgen kann. Dank starker Darsteller auch in den Nebenrollen (allen voran Klaus Maria Brandauer als Ehemann pro forma) und der inhaltlich recht originellen Geschichte, die auf typische dramaturgische Entwicklungen größtenteils verzichtet, entwickelt "Jenseits von Afrika" genug Charme und Emotionalität, um auch den kritischen Zuschauer bei Laune zu halten. Und solch ikonische Szenen wie das Haarewaschen am Fluss oder die ausgedehnten Safaritouren der Liebenden verleihen dem Film einen epischen Atem, der sich auch im bittersüßen, melancholischen Ende niederschlägt. Insgesamt gehört "Jenseits von Afrika" berechtigterweise zu den großen Hollywood-Klassikern seines Jahrzehnts.

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