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Kritik von Willi-Paul Seifert zu 'Miss Daisy und ihr Chauffeur'

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Partner von Entania
Kritik von Willi-Paul Seifert
veröffentlicht am 20.04.2017
100%
Die betagte Miss Daisy (Jessica Tandy) wollte mit dem Auto Einkaufen fahren. Doch sie kam nur bis in den Garten des Nachbarn. Daraufhin entschließt sich ihr Sohn Boolie (Dan Aykroyd) dazu, ihr einen Chauffeur an die Seite zu stellen. Zu Beginn lehnt es Daisy ab, von Hoke (Morgan Freeman) chauffiert zu werden und untersagt ihm sämtliche weiteren Tätigkeiten im Haushalt. Mit der Zeit nimmt sie seine Unterstützung jedoch an.

Selten war das Aufeinandertreffen von Vertretern zweier entgegengesetzter Gesellschaftsschichten so unterhaltend und spitzfindig, wie in dieser Tragikomödie um eine wohlhabende Weiße Frau und ihren dunkelhäutigen Chauffeur ab den 1950er Jahren von Bruce Beresford.

Dabei bilden Jessica Tandy und Morgan Freeman, der bereits im Theaterstück mitwirkte, ein Ideales Gespann. Beide überzeugen durch unaufdringliche, punktgenaue Gesten und einer Mimik, die genauso Bände spricht wie die Blicke, die sie einander - nicht nur - im Auto zuwerfen. Ihr Zusammenspiel sorgt für etliche Zwischentöne, welche die pointierten Dialoge ergänzen. Hervorragend ist auch die Maske, welche die Darsteller glaubwürdig in Etappen altern lässt. Ebenso glaubwürdig ist die Ausstattung, die detailreich und stimmig in vergangene Zeiten entführt.

Mir sagt besonders zu, dass die sowohl sozial und gesellschaftlich brisanten Themen immer wieder nebenbei eingestreut werden. Sie besitzen dabei ausreichend Strahlkraft, um nach dem Film hängen zu bleiben. Es werden dem Zuschauer somit nicht nur zwei liebenswerte Hauptcharaktere geboten, sondern auch ein inhaltlich starker Film, für welchen Alfred Uhry selbst das Drehbuch aus seinem gleichnamigen Theaterstück lieferte.

Begeistert bin ich auch von der treibenden, verschmitzten Filmmusik Hans Zimmers, der es nicht versäumte, auch die nötige Tragik in seinem rein auf Synthesizern basierenden Soundtrack einzubauen. Für mich ist es bis heute eine seiner stärksten Filmmusiken. Unterstützung bekommt er von Louis Armstrong, der mit "Kiss of Fire" ebenso zum Einsatz kommt, wie Antonín Dvoráks "Song to the Moon" aus seiner Oper"Rusalka".

"Miss Daisy und ihr Chauffeur" gehört für mich zu den Filmen, in denen alles stimmt. Mögen sich die Sehgewohnheiten geändert haben, bleibt er für auch in seiner ruhigen Erzählweise zeitlos und aufgrund der starken darstellerischen Leistungen und des stimmigen Inhalts eine absolute Empfehlung. 100% für einen tollen Film.

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