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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann zu 'Reine Nervensache'

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Reine Nervensache
Poster zu "Reine Nervensache"Originaltitel: Analyze This

Kinostart Deutschland: 20.05.1999

Komödie, Krimi

USA 1999, ca. 103 min.

FSK: ab 12, $ 30 Mio. Budget
» Trailer
Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann, veröffentlicht am 18.05.1999
Ein erfahrener Mafia-Boss hat Probleme bei der Ausübung seines Berufes. Da er nicht ersichtlich krank ist, beschließt er zu einem Psychiater zu gehen, der ihm weiterhelfen soll. Ob der das allerdings will, ist noch die Frage, immerhin ist ein stadtbekannter Gangster nicht gerade gute Werbung in dessen Beruf.

Paul Vitti (Robert De Niro, Ronin, Sleepers, Heat, ...), ein bekannter Mafia-Boss New Yorks, hat ein paar Probleme. Weder mit seiner Freundin noch mit seiner Frau will es im Bett so richtig klappen, und auch in seinem Beruf läuft es nicht mehr so, wie er es gewohnt ist, er schafft es nämlich nicht mehr, mit seiner Waffe auf andere Menschen zu zielen. Und was macht man, wenn einem sonst nichts mehr helfen kann? Genau! Wie andere Menschen auch, beschließt Paul, zu einem Seelendoktor zu gehen, der ihn sich einmal vornehmen und ihn heilen soll, am besten in fünf Minuten. Wie gut trifft es sich doch da, daß er erst vor wenigen Tagen einen Autounfall mit einem Vertreter dieses Berufsstandes hatte, daher geht er in die Praxis von Ben Sobel (Billy Crystal, Harry & Sally, City Slickers), um dort Hilfe zu finden.
    Ben ist nicht gerade begeistert von Pauls Besuch, läßt sich dann aber doch dazu breitschlagen, sich seine Probleme anzuhören, immerhin hat Vitti in wenigen Tagen eine enorm wichtige Besprechung mit anderen Mafiabossen, bei der es um sehr viel Geld geht. Danach will Ben aber mit seiner Verlobten, der Fernsehmoderatorin Laura MacNamara (Lisa Kudrow), ein paar Tage wegzufahren, um zu heiraten. Nur: Vitti hat von der Beziehung zu seinen Untergebenen, zu denen er nun auch seinen Psychiater zählt, eine andere Vorstellung als dieser, nach Pauls Ansicht haben seine Leute nämlich rund um die Uhr für ihn da zu sein, da komme was wolle, und auch eine Hochzeitsfeier ist da nicht heilig.

Kaum zu glauben, aber dieser doch recht einfache Plot funktioniert, was wohl zum großen Teil den beiden Hauptdarstellern Robert De Niro und Billy Crystal zu verdanken ist, aber auch Regisseur Harold Ramis (Vier Lieben Dich, ...und täglich grüßt das Murmeltier) hat schon desöfteren komödiantisches Talent gezeigt. Im Grunde macht sich De Niro über sich selbst lustig, denn gerade er hat ja schon mehr als nur einmal in Mafia-Filmen mitgespielt, in denen er aber niemals so nahe wie hier daran war, ein psychisches Wrack zu werden. Wahrscheinlich hätte jeder von einer Beleidigung des Mafia-Genres gesprochen, wäre es nicht De Niro, der die Rolle spielt. Auch Billy Crystal spielt seine Rolle nur so ernst, wie es unbedingt sein muß, und noch jemand hat sich hier ein Lob verdient: nein, nicht etwa die nervende Braut Lisa Kudrow, sondern Joe Viterelli als der Bodyguard "Jelly" des Mafiabosses, für mich bisher die beste Nebenrolle seit langem, und meiner Meinung nach auf jeden Fall eine Nominierung bei den nächsten Academy Awards wert.

Wertung von Heinz:
 80%
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