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Kritik von Fred Maurer zu 'Zeugin der Anklage'

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Kritik von Fred Maurer
veröffentlicht am 24.05.2010
85%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Ein anderes Wort für Drehbuch. Auch Webseiten basieren zumeist auf Scripten, meistens PHP. Aber das ist ein anderes Thema! ;-)
Nahezu gleichwertiges Remake

Eine Filmkritik von Dipl.-Päd. Fred Maurer zu Ehren der unübertroffenen, unvergessenen Meisterin der subtilen Kriminaltragödie Agatha Christie

Natürlich kennen die meisten von uns Krimi- und Filmbegeisterten beide Fassungen dieser berühmten Kriminaltragödie - die von 1957 und fast genauso gut auch die von 1982.

Aufschlussreich jedoch ist die 'Wirkungsgeschichte' des gattungsüberschreitenden Krimi-Klassikers - vom epischen Text über das Fernsehen und den Kinofilm bis zum Hörspiel.
Jetzt fehlen (ganz ernsthaft und ironiefrei) nur noch Oper und Musical.

"Witness for the Prosecution" war nämlich 1933 zunächst eine englische 'short story' der großen Krimi-Autorin Agatha Christie (also eher schwarzhumorige Erzählung als typisch deutsche 'Kurzgeschichte' mit bestimmten nachkriegsdeterminierten Formmerkmalen).
Zwei Dekaden später, 1953, bearbeitete sie (im Stil der bis heute täglich in London gespielten Krimikomödie "Die Mausefalle") den Stoff dann mit ebenso großem Erfolg für die Theaterbühne.
Nach drei eher sekundären Fernsehbearbeitungen (seit 1949, noch vor der Dramatisierung also) folgte als cineastischer Meilenstein 1957 der berühmte Kinofilm Billy Wilders - und 1982 ebenfalls unter dem etablierten Titel ("Witness for the Prosecution" bzw. in der deutschen Synchronisation "Zeugin der Anklage") als englisch-amerikanische Co-Produktion ein nahezu ebenso sehenswerter TV-Film.
Alan Gibson (nicht zu verwechseln mit seinem Namensvetter Mel Gibson und seinem Skandalfilm "Passion Christi") inszenierte den Film mit großem Aufgebot, das nahe an die Erstbesetzung von 1957 heranreicht: mit Ralph Richardson als Sir Robarts, Deborah Kerr als seine Pflegerin, Beau Bridges als Leonard Vole, Donald Pleasence als Ankläger Mr. Myers, Wendy Hiller als Janet Mackenzie und Diana Rigg ("Mit Schirm, Charme und Melone") als Christine Vole.

Die Handlung (hier nach 'prisma') kennt man: "Eigentlich ist Starverteidiger Sir Wilfrid gesundheitlich zu angeschlagen, um einen neuen Fall zu übernehmen. Doch die vertrackte Geschichte um den Mord an einer alten Frau reizt ihn zu sehr. Der Prozess bekommt eine überraschende Wendung, als die ebenso attraktive wie undurchsichtige Frau des Angeklagten ihren Mann belastet..."

Remakes fallen scheinbar leicht und tun sich doch meist schwer. Selten können sie vor dem 'Original' bestehen. Diese Neuinszenierung jedoch hat mich überzeugt - in ihrer Dramaturgie, den schauspielerischen Leistungen, ihren Dekorationen.
Dass sie sich nach dem Skript von zunächst Agatha Christie und sodann von Billy Wilder sowie Harry Kurnitz richtet, halte ich für klug - und jedenfalls für besser, als den Text zu verwässern, zu verschlimmbessern: besser gut geklaut als schlecht erfunden!

Die Kritik fällt entsprechend positiv aus.
'Prisma' etwa urteilt: "Selten erreichen Neuverfilmungen von Kino-Klassikern die Qualität des Originals. Hier eine der seltenen Ausnahmen: In diesem Gerichts-Thriller ... spielt der exzellente britische Theater- und Filmschauspieler Sir Ralph Richardson den scharfsinnigen wie schrulligen Star-Anwalt Sir Wilfred Robarts. Diana Rigg schlüpfte in Marlene (Dietrichs) Rolle. Köstlich: Deborah Kerr als Pflegerin Miss Plimsoll, die für ihre schauspielerische Leistung einen Emmy-Award erhielt."

Es liegt natürlich zunächst einmal an der literarischen Vorlage, wenn eine Verfilmung gelingt. Sie ist die Voraussetzung. (Mir ist nur ein Fall bekannt, wo die Romanvorlage Schwächen hat, welche die Verfilmung ausgleichen und wettmachen, ja zu Stärken umwandeln kann: Bölls angesichts der Praktiken der Sensationspresse noch immer aktuelle Krimi- und Moralsatire "Die verlorene Ehre der Katharina Blum").
Agatha Christie ist noch heute (inmitten ihrer männlichen Kollegen) eine der ganz großen Krimiautoren - und die Filme mit Margaret Rutherford, Peter Ustinov, Charles Laughton oder eben auch Ralph Richardson sind vielfach und immer wieder sehenswert.
Bis zum nächsten Mal also, Krimifreunde!

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