Auch wenn der Film inhaltlich von der literarischen Vorlage abweicht, so hat er doch die geistreichen Dialoge weitgehend übernommen. Die hatte der Meister der Gesellschaftskomödie
Noel Coward vorgefertigt. Es gibt Einblicke in die menschliche Befindlichkeit, begleitet von Lerneffekten bei einigen Betroffenen. Und bei aller Kontenance schwingt am Ende ein erster Ton mit und fügt Qualität hinzu. Die Komik lebt von Gegensatz der Neuen Welt zum Alten Europa, wo dem verarmten Adel, nur sein guter Name, die Etikette und sein bornierter Stolz bleiben. Ambiente und Umgangsformen sind very British, inklusive Fuchsjagd.
Die angeheiratet Larita (
Jessica Biel), eine rennfahrende Amerikanerin, muss sich zwischen den Schwiegereltern bewähren. Mutter Veronica (
Kristin Scott Thomas) glänzt als spießige, unbelehrbare, ultrakonservative Zicke, deren spitze Zunge eine Mischung aus Rasierklinge und Florett ist. Ganz im Gegenteil zu ihrem Mann Major Jim Whittaker (
Colin Firth), einem traumatisierten Kriegsveteran. Er ist noch der sympathischste aus der ganzen Truppe und wird dafür am Ende belohnt. Larita ist eine Frau mit Vergangenheit, die sie einholt. Differenzen über Kunst und Scham über eine Cancan-Darbietung tun ein Übriges, um das längst überfällige Auseinanderbrechen der Familie Whittaker zu beschleunigen. Und so ist es leicht - wenn überhaupt - nur mit Mut und Verstand, tugendhaft zu sein. Konventionell inszeniert, überzeugen vor allem Darsteller und Ausstattung.