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Kritik von Benjamin Falk zu 'Ali G Indahouse'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 20.09.2017
50%
Sacha Baron Cohen ist bekannt für seinen derben Humor, aber auch er musste mal etwas kleiner anfangen. Nachdem die "Da Ali G Show" ziemlich populär war, durfte ein Besuch auf der Leinwand nicht fehlen. "Ali G in da House" ist schon ein äußerst kurioses Werk, welches dermaßen geschmacklos ist, dass man aus dem Staunen kaum heraus kommt. Gleichzeitig muss man aber auch ganz klar sagen, dass Cohen diese Art von Humor in seinen späteren Komödien durchaus besser verpacken konnte.

Es geht nun also um die titelgebende Figur, Ali G, einem Möchtegern-Rapper, der eigentlich zu nichts zu gebrauchen ist, aber natürlich gelangt er irgendwie ins weiße Haus und nimmt plötzlich an Regierungsangelegenheiten teil. Cohen, der selbst am Drehbuch mitschrieb, war sich sicherlich bewusst, was für ein Schwachsinn das ist, aber es musste ja eine Steigerung zur Serie daher. Ich hätte ja gar kein großes Problem mit diesem absolut doofen Drehbuch, aber es ist wirklich so grauenvoll unrealistisch und unglaubwürdig, dass der Ansatz der Satire verloren geht. Und dieser Ansatz ist eigentlich vorhanden. So scheiße blöd "Ali G in da House" auch sein mag, er besitzt dennoch ein paar Pointen, die echt derb sind, aber eine gewisse sozialkritische Ader nicht vermissen lassen. Borat darf sogar auch mal kurz vorbeischauen, doch mit dem Einzelfilm zu dieser Figur traf Cohen mehr den Zahn der Zeit. Dort wirkte das frecher. In "Ali G in da House" wirkt das einfach nur niveaulos. Es ist so sehr auf derb und doof getrimmt, dass es nur noch einen plakativen Eindruck hinterlässt und somit leider jeglichen Biss verliert. Natürlich sucht das nun nicht jeder Zuschauer und wer es einfach nur gerne blöd haben will, wird damit noch am ehesten seinen Spaß haben können. Man muss auf sexistischen und komplett geschmacklosen Humor abfahren, dann wird man lachen können. "Ali G in da House" ist aber tatsächlich dermaßen beknackt, dass es nicht mal mehr derb wirkt, denn es wird durch diese Dummheit entschärft, selbst wenn manche Gags echt nicht mehr ohne sind.

Dass Sacha Baron Cohen eigentlich ein echt guter Darsteller ist, kann er in diesem Werk kaum zeigen, aber das ist auch nicht weiter wichtig, denn scheinbar hatte er Spaß an seiner bekloppten Rolle. Alle anderen wirken da eher wie Statisten und eine Figurenzeichnung gibt es soweit eigentlich gar nicht. Es wird deshalb auf Dauer auch ermüdend, sich "Ali G in da House" anzuschauen, denn hier kommt man sich eher wie in einer Aneinanderreihung von Sketchen vor. Zwar ist die Story vorhanden, doch zusammengehalten wird diese kaum. Anfangs funktionieren diese arg primitiven Lacher noch ganz gut, doch hinterher verliert man sich in den Geschmacklosigkeiten und so ekelhaft das dann teilweise auch sein mag, es ist teilweise auch einfach zu unglaubwürdig, um noch lustig zu sein.

Fazit: "Ali G in da House" begräbt jegliches Niveau. Dieser Film ist wirklich unfassbar dämlich und wäre das teilweise nicht satirisch angehaucht, dann müsste man sich echt schämen. Leider kommt die Satire jedoch so gut wie nie durch und dass Cohen dies definitiv besser beherrscht, konnte er erst später zeigen. Ali G ist dafür jedenfalls nicht die beste Figur. Die arg geschmacklosen Gags mögen anfangs noch lustig sein, weil sie wirklich auf jegliche Moral pfeifen, doch der Humor ermüdet sich selbst recht schnell und die komplett konstruierte, völlig unglaubwürdige Handlung trägt nicht gerade dazu bei, dass der Unterhaltungswert oben bleiben kann. So schlecht ist "Ali G in da House" im Endeffekt nicht, aber man muss sich schon sehr primitiv geben können, um damit seinen Spaß zu haben!

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