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Kritik von Philipp Stroh zu 'Switch reloaded'

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Partner von Entania
Kritik von Philipp Stroh
veröffentlicht am 19.08.2010
90%
Eine Staffel (engl. Season) einer TV-Serie besteht meist aus 10-24 einzelnen Episoden, die dann oft durch eine längere Drehpause getrennt sind.
RTL, vormals RTL plus, ist einer der ersten deutschsprachigen Privatsender. Ursprünglicher Sitz des Senders war Luxemburg, inzwischen sind die Studios in Köln. Zur Mediengruppe RTL Deutschland gehört - neben den Sendern, in denen RTL im Namen vorkommt - unter anderem auch VOX und der Nachrichtenender n-tv.
www.rtl.de

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Alles begann 1997 als eine Comedyshow, die sich über das Fernsehprogramm lustig machte. Als die Sendung nach einer langen Pause unter dem Namen "Switch Reloaded" neu aufgelegt wurde, übertraf sie sich selbst. Die Sendung hat sich zur schärfsten Beobachtung der deutschen TV-Landschaft gemausert und ist durch das Aufzeigen der dortigen Fragwürdigkeit und Idiotie mitunter das Beste und eines der wertvollsten Formate, die heutzutage im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden. Und natürlich, nicht zu vergessen, einfach irre lustig. Schuld an der beachtlichen Qualität von "Switch Reloaded" hat zum einen die aufwändige wie liebevolle Ausstattung, aber vor allem das hervorragende Ensemble.

Acht bzw. neun Darstellerinnen und Darsteller geben in den gnadenlosen Parodien von "Switch Reloaded" ihr Bestes, mit unterschiedlich großem Talent. Da wäre zunächst Bernhard Hoëcker, der mit dem wohl markantesten Erscheinungsbild. Er ist sehr klein und hat schon in jungen Jahren Haarausfall - er musste einfach Komiker werden. Er ist im Gegensatz zu seinen Kollegen nicht besonders wandlungsfähig, aber, wenn sein Typ gebraucht wird, voll dabei. Einfach ein Original. Dann ist da Petra Nadolny, die älteste Frau im Bunde, unschlagbar, wenn es um reifere Frauen wie Elke Heidenreich und Nina Hagen geht. Mona Sharma, seit Staffel 4 leider nicht mehr dabei, ist dagegen die junge Hübsche, das Küken, verblüffend authentisch in der Rolle des kleinen Mädchens. Peter Nottmeier und Susanne Pätzold, die ihre Stimmen nicht verstellen können, haben sich mit der Zeit die ein- oder andere Paraderolle erarbeitet und sind als erstes gefragt, wenn es um Nebenfiguren geht. "Switch"-Urgestein Michael Müller ist immer mal wieder für eine Überraschung gut.

Die mit Abstand imposantesten Leistungen bringen jedoch die beiden Neuzugänge und ausgebildeten Schauspieler Max Giermann und Martina Hill. Giermann kam aus dem Nichts - den Allerwenigsten war er vor 2007 ein Begriff - und spielte sich sofort an die Spitze des Ensembles. Er zieht sich seine Charaktere an wie andere ihre Klamotten, und das mit grundverschiedenen Modellen. Ob Stefan Raab, Johann Lafer oder Reinhold Beckmann, er beherrscht sie alle bis ins kleinste Detail. An seiner Seite: Martina Hill. Sie kann richtig sexy aber auch komplett wahnsinnig sein. Ihre stärkste Waffe ist ihre Stimme, die sie nach Lust und Laune verformen und mit den krudesten Eigenarten versehen kann. Schauspielerisch liegt sie auf beachtlich hohem Niveau, und ihre Parodie von Sonya Kraus ist mit dem Original praktisch identisch. Einen Sonderstatus erhält zu guter Letzt Michael Kessler. Als Comedian war er schon lange bekannt, doch erst als er verstärkt Prominente imitierte, ging er auf, so wie es niemand erwartet hätte. Ihm gehören die legendärsten Momente der "Switch Reloaded" Folgen, wie z.B. als Peter Klöppel in RTL Aktuell oder als Adolf Hitler persönlich, vermischt mit Christoph Maria Herbst - wer hätte je an so etwas gedacht?

Das führt wiederum zu den genialen Drehbucheinfällen der "Switch"-Macher. Das Trash-TV vom RTL-Mittagsprogramm und Ähnliches ist nicht allzuschwer zu veräppeln, doch zu Höchstleistungen laufen die Autoren dann auf, wenn sie sich fragen: "Wie parodiert man etwas, dass eigentlich schon gut ist?", wie z.B. "Stromberg". Die Antwort hat Fernsehgeschichte geschrieben. Die Comedy von "Switch" trägt schließlich sogar dazu bei, das Trauma Deutschlands aufgrund seiner geschichtlichen Vergangenheit humoristisch aufzulösen.

Klar, dass die Gags in "Switch Reloaded" nicht immer eine gleichbleibende Qualität haben, da die kluge Satire auch oft der puren Albernheit die Klinke in die Hand gibt. Die Parodien, welche damals verhältnismäßig subtil begannen, neigen inzwischen auch mal zu maßlosen Übertreibungen, die kaum noch etwas mit dem Original zu tun haben. Aber witziger als so gut wie jede andere Sketch-Show im Fernsehen bleibt "Switch Reloaded" trotz allem. Da lohnt es sich, den ganzen Schrott aus dem Fernsehen zu kennen - um "Switch" zu verstehen. Brillante Satire und aberwitziger Klamauk in einem. Das Deutsche Fernsehen ist noch nicht verloren, denn Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Was diese Serie leistet, hat wahrlich eine Auszeichnung verdient.

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