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Kritik von Michael Scharsig zu 'True Grit'

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Partner von Entania
Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 09.03.2011
75%
Da war Hollywood vielleicht etwas voreilig. Ganze zehn Oscar-Nominierungen hagelte es für den Western "True Grit". Ob es dabei am Film lag oder an den Bedingungen unter denen er entstand vermag ich weniger zu beurteilen. Unbestritten hat der Film die Argumente erst einmal auf seiner Seite, so trumpft er mit so ziemlich jedem aktuellen "Everybody's Darling" auf, den Hollywood zur Zeit zu bieten hat. Zum einen wäre da Jeff Bridges, der schon letztes Jahr sein Comeback mit "Crazy Heart" und einem Oscar feierte. Es folgen Filmlieblinge, wie Matt Damon ("Good Will Hunting", "Bourne Identity", "Invictus", "Ocean's Eleven", u.a.), der so etwas wie eine Hitgarantie mit sich bringt und der "Shooting Star" Josh Brolin, den die Filmindustrie seit "No Country For Old Men" für sich entdeckt zu haben scheint. Hinzu kommt eine 14-jährige Darstellerin, die alle drei Herren an die Wand spielt und ein Regisseur-Duo, dass mit den Coen Brüdern, die aktuell angesagtesten Drehstühle besitzt.

Viel hätte also rein erfolgstechnisch nicht schief gehen können. Die überdurchschnittlich positive Kritik kann ich aber leider nicht teilen. In keinster Weise überzeugt mich Bridges hier in seiner Macho-Rolle, die viel zu schnell in Gutmütigkeit wechselt. Man weiß gar nicht, was für eine Art Mensch dieser Marshall Cockburn eigentlich ist. Beschrieben als Einzelgänger, Unmensch und skrupellos erfüllt er keine dieser Eigenschaften ausreichend. Matt Damons deutsch-texanische Synchronisation wirkt unfreiwillig komisch und nervt stellenweise. Und warum man für den Bösewicht unbedingt noch einen Josh Brolin besetzen musste bleibt fraglich, denn seinen sehr kurzen und für die Gesamtgeschichte irgendwie unwichtigen Part hätte jeder Drittklassige auch spielen können.

So bleibt tatsächlich die 14-jährige oscarnominierte Hailee Steinfeld der Höhepunkt dieses Streifens. Was sie hier abliefert ist mimisch, wie textlich ganz großes Kino in einer Abgeklärtheit, als sei sie seit Ewigkeiten im Filmgschäft. Die Dialoge, der von ihr gespielten Mattie mit den drei Männern, greifen zu jeder Zeit, sind durchdacht und machen die eigentliche Stärke des Films aus.

Zum Glück, denn an Action weist dieser Film deutliche Mängel auf und punktet eher durch tolle Locations und eben diese bissigen Dialoge. Auf einmal und unerwartet kommt es zum Showdown, der keiner ist. Generell fehlt mir der deutliche Spannungsbogen, vielleicht bin aber auch einfach nicht für Western und Machofilme gemacht. Das von zehn Nominierungen dann doch kein einziger Oscar geholt wurde, ist für mich auf jeden Fall keine Überraschung.

Fazit: Mich persönlich hat "True Grit" enttäuscht, weil er in meinen Augen zu wenig von dem hält, was er verspricht. Einzig und allein Hailee Steinfeld und die Dialoge machen den Film besonders. Bridges, Damon und Brolin hat man alle schon besser gesehen.

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