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Kritik von Robert Tiesler zu 'Es - Wovor hast du Angst?'

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Kritik von Robert Tiesler
veröffentlicht am 05.10.2017
90%
Unter dem Begriff Cliffhanger versteht man den offenen Ausgang einer Geschichte. Das Wort beschreibt auch jenen Höhepunkt, der am Ende einer Geschichte den Zuschauer dazu bewegen soll, auch deren Fortsetzung zu verfolgen.
Wer in den frühen 90ern Stephen Kings "Es" als Fernseh-Zweiteiler gesehen hat, wird sicherlich ein paar Tage gebraucht haben, um sich davon zu erholen. Zu viel Angst und Schrecken hat der Horrorclown damals verbreitet, und es viel schwer, abends dunkle Räume zu betreten. Rechtzeitig zum 70. Geburtstag von Autor Stephen King kommt eine neue Verfilmung des Klassikers in die Kinos.

1988 in der Kleinstadt Derry. Georgie (6) lässt in strömenden Regen sein Papierboot im Wasser fahren - bis es in der Kanalisation verschwindet. Georgie will es zurück - aber dann der Schock. In der Kanalisation sitzt ein Clown (Bill Skarsgård) , und er will Böses. Danach ist der Junge spurlos verschwunden.
Er ist nicht das einzige Kind, das in Derry verschwindet. Inzwischen ist es Sommer geworden, und Georgies Bruder Bill (Jaeden Lieberher) hat die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben. Aber es kommt immer wieder zu schockierenden Momenten. Der Clown sorgt für immer mehr Angst - bei Bill und seinen Freunden. Sie haben Angst, aber sie wollen zusammenhalten und gegen den Clown kämpfen.

"Es" von 2017 ist eine höchst gelungene Neuverfilmung. 27 Jahre nach dem Zweiteiler ist dem Regisseur Andrés Muschietti was richtig Gutes gelungen. Das liegt nicht nur an der beängstigenden Geschichte, sondern auch an dem hervorragenden Cast. Stück für Stück wird die Spannung aufgebaut, der Clown sorgt erneut für Schrecken, wenn auch nicht mit denselben Auswirkungen wie damals.
Dadurch, dass "Es" 1988/89 spielt, wirkt er an vielen Stellen angenehm Retro und erinnert an "Stand by me", auch ein Film nach einer Stephen-King-Geschichte. Auch in "Es" geht es um eine Gruppe Kinder an der Stufe zur Jugend. Sie müssen sich bewähren, ihre Ängste überwinden. Sie lernen, was es heißt, Freunde zu haben und welchen Stellenwert sie haben. Schon allein das zu beobachten, macht Freude. Zumal immer wieder ein bisschen Witz durchblitzt. Die Kinder sind dabei durchweg hervorragend besetzt.
Sieht man davon ab, dass zwischendurch ein minimaler Hänger in der Story ist, ist "Es" tolle Unterhaltung auf gleich verschiedenen Ebenen. Und einen indirekten Cliffhanger gibt es auch: Immerhin finden die Kinder raus, dass in Derry alle 27 Jahre so etwas passiert ist, und sie schwören, immer zusammenzuhalten.

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