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Kritik von Benjamin Falk zu 'Es - Wovor hast du Angst?'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 05.10.2017
75%
Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
Stephen King ist der Meister des Horrors - Soviel ist klar. Obwohl ich echt nicht zu den großen Lesern gehöre, wenn mal ein Roman in meine Hände gelangt, dann stammt er von King. Und da muss man natürlich auch eines seiner besten Werke "Es" gelesen haben. Nachdem bereits 1990 eine Verfilmung für das Fernsehen entstand, die sich zum Glück auch gute drei Stunden Zeit ließ, das Szenario auf die Bildschirme zu transportieren, musste man lange warten, bis es eine neue Variante gab. Nun, 2017, ist es aber soweit und "Es" hat im Vorfeld nicht nur sämtliche Trailer-Rekorde gebrochen, auch die ersten Einspielergebnisse sind für einen solchen Horrorfilm phänomenal. Nun habe ich den Nachteil, den großartigen Roman zu kennen, was mir bereits die TV-Verfilmung ein bisschen mies gemacht hat und auch "Es" von 2017 kommt niemals an die Vorlage heran, doch man macht hier viele Dinge richtig und somit kann sich der Zuschauer auf ein stimmiges Horrospektakel gefasst machen.

Die Story ist so simpel, wie auch episch, zumindest im Roman. Es geht einfach nur um den Kampf von ein paar Kindern gegen das Böse. Hinterher auch im Erwachsenenalter, doch "Es" beschäftigt sich im ersten Teil nur mit den Kindern. Ein zweiter Teil war von vornherein geplant und kommt nicht nur wegen dem Erfolg, aber sicherlich ist man da jetzt noch motivierter bei der Sache. Auf jeden Fall machen die Kinder der Kleinstadt Derry die Hölle durch, denn ein bösartiges Wesen in Form eines Clownes macht Jagd auf sie. Mehr muss man zur Story gar nicht schreiben, denn ehrlich gesagt, gibt es im Film auch gar nicht mehr Handlung. Hintergründe bekommt man keine serviert; es ist der reine Kampf gegen das Böse. Das darf so sein, denn in der Vorlage verhielt es sich nicht großartig anders. Besonders gefallen hat mir an "Es", dass man scheinbar doch stark bemüht war, den Ton des Originals zu treffen. Und dies ist erstaunlich gut gelungen. So wirken gerade die Coming-of-Age-Momente in der ersten Hälfte sehr schön. Der Roman erzählte nun mal auch etwas über die Pubertät, das Erwachen der Sexualität und darüberhinaus über starke Freundschaft. Wurde im Film alles untergebracht, sogar ziemlich authentisch, glaubwürdig und gelungen. Viele Szenen hat man so übernommen, wie sie schon im Buch standen, manche Dinge hat man auch abgeändert, was erlaubt ist und meistens einen logischen Eindruck hinterlässt. Da "Es" gerade mal die eine Hälfte des Romans behandelt und man sich dennoch über zwei Stunden Laufzeit genehmigte (auf DVD soll ja noch eine längere Fassung folgen), wirkt hier nichts gehetzt; der Aufbau ist stimmig, obwohl eigentlich immer nur eine Horrorszene die nächste Jagd. Danach ist kurz Pause, man widmet sich den anderen Stimmungen und dann geht die Horror-Sketche-Sammlung erneut von vorne los.

Auf Dauer ermüdet sich dieses Konzept ein wenig und da merkt man "Es" seine Laufzeit, die für einen Horrorfilm wirklich nicht gering ist, schon an, doch ich finde es dennoch erfreulich, dass man den langen Weg gegangen ist. Die Atmosphäre wird wirklich sehr schön eingefangen, nur gruselig ist der Film für meine Begriffe überhaupt nicht. Weder saß ein Schockeffekt, noch hatte ich jemals Angst. Das klingt jetzt negativ, ist es aber eigentlich nicht, denn der Horror-Anteil sitzt dennoch erheblich. Da lässt man nichts aus, Ekeleffekte, fiese Gestalten etc. Auch brutal darf es werden. Es hätte nicht unbedingt sein müssen, zu zeigen, wie einem Kind der Arm abgetrennt wird, denn wenn sich die Grausamkeiten im Kopf des Zuschauers abspielen, ist es doch intensiver. Hier gibt es eben Hau-Drauf-Horror der brachialen Art, manchmal etwas zu viel des Guten, doch visuell toll gestaltet. Macht optisch auf jeden Fall etwas her und Muschietti hat seine Arbeit als Regisseur ordentlich gemacht. Das kann man auch von den Darstellern behaupten. Die Kinder/Jugend-Schauspieler sind ordentlich gewählt, machen ihre Arbeit glaubwürdig, wobei vor allen Dingen Sophia Lillis sehr positiv auffällt. Ein kleines Problem hat Bill Skarsgård als Pennywise, denn er ist nun mal kein Tim Curry - für mich die Idealbesetzung für den fiesen Clown. So macht Skarsgård seine Sache solide, bleibt jedoch etwas ausdruckslos. Schade, dass man hier auch so viel Wert auf Computeranimationen gelegt hat, denn selbst wenn die Effekte echt stark ausgefallen sind, so künstliche Augen brauche ich echt nicht. Da merkt man dann doch wieder, dass "Es" ein Horrorfilm aus jüngster Zeit ist, denn heute braucht es eben von allem mehr. Subtil ist daran nichts mehr, doch weil man sich liebevoll um die Figuren gekümmert hat und das Szenario stets kreativ bleibt, sollte es mich ausnahmsweise mal nicht so viel stören. Der sehr gute Score erledigt zusätzlich noch starke Arbeit, kommt schön druckvoll daher und verstärkt die Atmosphäre.

Fazit: "Es" hat jetzt auf jeden Fall ein King-Revival ausgelöst, denn bei dem Erfolg bleiben weitere Verfilmungen des Autors, wovon schon viele in Planung sind, auf keinen Fall aus. Den Erfolg hat sich "Es" aber irgendwie auch verdient, denn er ist für einen modernen Horrorfilm schon erstaunlich gut ausgefallen, hält sich überraschenderweise stark an die Vorlage und präsentiert uns Horror, der nicht unheimlich ist, dafür jedoch visuell ansprechend verpackt wurde. Von den Darstellern wird das sehr gut gespielt, die Figuren hat man liebevoll behandelt und selbst wenn der neue Pennywise kein Highlight ist, so bleibt der Clown doch eine tolle Horrorfigur. Wenn man zusätzlich noch überlegt, dass "Es" mit über zwei Stunden Laufzeit ziemlich lang ausgefallen ist und man sich dennoch niemals langweilt, dann muss hier einiges richtig gelaufen sein. Etwas weniger Künstlichkeit in den Effekten, ein ausdrucksstärkerer Pennywise und eine leicht subtilere Machart hätten daraus ein Meisterwerk machen können, aber so stellt "Es" immerhin Popcorn-Horror der sehr unterhaltsamen Art dar, welcher handwerklich äußerst gut umgesetzt wurde!

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 It: Chapter Two (Drehbuchphase, 2019)  
 
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