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Kritik von Michael Scharsig zu 'Sucker Punch'

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Partner von Entania
Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 02.04.2011
85%
Was hat ein Film zu bieten indem fünf knapp bekleidete Amazonen in verschiedenen Traumwelten alles und jeden bekämpfen, der ihnen im Weg steht? Jedenfalls mehr als der Titel "Sucker Punch" verrät.

Zu Beginn muss ich direkt darauf hinweisen, dass der Kinogänger sich nicht von diesem Titel, der eher an Stallone-Filme erinnert, abschrecken lassen sollte. Er hat trotz aller Effekte und Sprüche einen düsteren Hintergrund. Ganz Wichtig, trotzdem: Hirn abschalten und genießen!

Regisseur Zack Snyder, der bekannt ist für kräftige, impulsive Bilderlandschaften ("300", "Dawn Of the Dead", "Watchmen") tobt sich hier förmlich aus. Ganz stark, die Intro-Szene, die wie ein Neuzeit Musikvideo der Eurythmics inszeniert ist und kunstfilmtechnisch an "Sin City" erinnert. Schon nach wenigen Minuten wird klar wo die Reise hinführt - ins Surrealistische. Wer hier also Logik und Realismus erwartet hat wird enttäuscht sein, denn "Sucker Punch" ist ein Special-Effekt-Märchen und macht gar keinen Hehl daraus zu übertreiben. Wie in einem Videospiel werden die fünf Kriegerinnen von Traumwelt zu Traumwelt geschickt, um Aufgaben zu bestehen und um dafür zu kämpfen. Von Riesen-Samurai-Kämpfern über Drachen und Roboter Armeen bis hin zu deutschen Nazi-Zombies wird einem alles geboten. Letztere sind, vor allem wegen den Landschaften und Zeppelinen grafisch das Highlight des Films.
Mit Liebe zum Detail verpasst Zack Snyder seinem bizarren Streifen außerdem eine Reihe Liebeserklärungen an andere Filme. So wirkt es nicht wie Zufall, dass Burgkrieger aussehen, wie Uruk Hai aus "Herr der Ringe", oder Kampfdroiden den Robotern aus "I, Robot" ähneln.

Die Darsteller, allen voran Emily Browning ("Der Fluch der zwei Schwestern"), sind gut gewählt und spielen ihre Rolle sehr solide. Was aber auch kein Kunststück ist, denn "Sucker Punch" bringt die Charaktere weniger in den Vordergrund als es sich vielleicht viele gewünscht hätten. Browning ist dennoch eine gute Wahl, da sie die unschuldige, infantil wirkende "Babydoll" genauso gut rüberbringt, wie die eiskalte Kriegerin. Kleine Überraschung ist die Rolle von Scott Glenn ("Das Schweigen der Lämmer", "Apocalypse Now" u.a.) als "Wiseman" der verschiedenen Traumwelten. Cool und witzig, wie er nach jeder Anweisung eine Lebensweisheit zum Besten gibt um anschließend mit der schlechten Seite des Auftrags rauszurücken.

Generell sind die Nebendarsteller mit , zum Beispiel Carla Gugino ("Sin City", "Watchmen", "Spy Kids", u.a.) oder Jon Hamm ("Wir waren Helden", "The Town", u.a.) prominenter als die Hauptcharaktere. Von Vanessa Hudgens aus dem "High School Musical" mal abgesehen.

Leider driftet das Ende, dann doch in eine zu moralische Ebene ab und möchte zu viel. Ein bis dato spannender Film schafft es nach mehreren Höhepunkten nicht in ein passendes Finish zu auszulaufen. Schade, denn ein Filmende bleibt immer mit am meisten in Erinnerung.

Fazit: "Sucker Punch" ist eine Mischung aus "Inception", "Kill Bill" und "Sin City". Tiefsinn fehlt hier, dennoch weiß die Geschichte zu überzeugen und bietet dem Kinogänger vor allem grafisch ein sicheres Highlight des Jahres. Wenn das Zack Snyders Fantasie ist, dann darf man gespannt sein, wie er das noch toppen will.

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