Amerika im Wahlkampffieber. Trotz mieser Werbespots liegt der amtierende Präsident in der Gunst der Wähler weit vorne, als plötzlich eine brisante Story über ihn durchzusickern droht: Er soll in einem Nebenzimmer des Oval Office ein Schulmädchen verführt haben. Die PR-Mannschaft ist ratlos, also engagieren sie Conrad Brean (De Niro), der sich mit der Bekämpfung von Imagekrisen bestens auskennt. Um die Presse von dem peinlichen Vorfall abzulenken, erfindet er zusammen mit der Beraterin Winifred Ames und dem Filmproduzenten Stanley Motss die Story, daß Albanien jetzt auch eine Nuklearmacht sei, und die Amis deshalb dort einen Militäreinsatz durchführen.
Innerhalb von weniger als drei Wochen hat Barry Levinson diese Komödie abgedreht, parallel zu der Arbeit an Sphere, der nächste Woche bei uns anläuft. Einige Szenen wirken zwar etwas unausgegoren, doch das macht gerade den Reiz des Films aus, denn dadurch entsteht ein gewisses Independent- bzw. Dokumentationsflair. Man spürt richtig den Enthusiasmus, mit dem alle Beteiligten bei der Sache waren, denn hier durften sie ohne Hemmungen den American Way of Life durch den Kakao ziehen. Der Wahlkampf wird als das dargestellt, was er wirklich ist: Eine groß angelegte Marketingkampagne, bei der der Sieger nicht etwa das künftige Staatsoberhaupt, sondern die Strategen im Hintergrund sind.