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Kritik von Martin Zopick zu 'Die Spitzenklöpplerin'

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Kritik von Martin Zopick
veröffentlicht am 03.06.2017
85%
Mauerblümchen bleibt Mauerblümchen und verblüht. Claude Goretta zeigt in seiner Liebesparabel, dass es unüberbrückbare Diskrepanzen zwischen zwei Liebenden geben kann. Francois (Yves Beneyton) stammt aus gutem Hause und studiert Philosophie. Beatrice (Isabelle Huppert) ist Friseurin und lebt bei ihrer Mutter (Annemarie Düringer). Ihre Kollegin Marylène (Florence Giorgetti) sucht verzweifelt einen Mann, ist aber nach kurzer Zeit von der Ehe kuriert. Sie macht auf Vamp. Herrlich eindrucksvoll neben ihr Beatrice, eine stille Bewunderin, hilfsbereit, optimistisch, stets freundlich, aber etwas unbedarft.
Beatrice und Francois verlieben sich in einander und ziehen nach kurzer Zeit sogar zusammen. Ihre Defloration, die man nur in der Vorbereitungsphase sieht, geht vorsichtig ängstlich und recht verklemmt von statten. Da ist weder Freude noch Lust im Spiel.
Nicht nur bei seinen Freunden (u.a. Renate Schroeter, Sabine Azéma) langweilt sie sich, er schämt sich für sie, muss ihr den 'dialektischen Materialismus' erklären. Bei seinen Eltern benimmt sie sich bei Tisch daneben.
Ihre Herkunft, Interessen, Freunde und ihre Bildung sind unüberwindbare Hindernisse für eine harmonische Beziehung. Sie trennen sich ohne ein böses Wort. Beatrice wird depressiv, bricht zusammen. Jetzt erst wird deutlich, was ihr Francois eigentlich angetan hat. Er besucht sie in der Reha. Sie sind sich fremd geworden/geblieben. Beatrice ist anscheinend mit Tabletten ruhig gestellt worden. Sie bleibt stumm und blickt wie auf manchen niederländischen Gemälden in die Kamera - uns alle an. Und dann erklärt uns Claude Goretta den Titel:
"Er ist an ihr vorbeigegangen, ohne sie wahrzunehmen. Denn sie war eine von denen, die sich nicht bemerkbar machen, die erforscht werden wollen, bei denen man genau hinschauen muss. Früher hätte ein Maler sie in einem Genrebild verewigt, als Wäscherin, Wasserträgerin oder Spitzenklöpplerin.
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