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Kritik von Jutta Hannecker zu 'Zombieland'

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Kritik von Jutta Hannecker
veröffentlicht am 12.12.2009
80%
Als einen Cameobezeichnet man einen kurzen Auftritt einer bekannten Persönlichkeit in einem Film. Zum Beispiel waren im Kinofilm "Starsky & Hutch" die beiden Hauptdarsteller der Serie kurz zu sehen. Die Cameo-Darsteller müssen aber nicht unbedingt Schauspieler sein, oft tauchen auch andere Prominente wie Musiker oder Sportler auf.
Jawohl, liebe Splatterfans, beim Besuch des Films "Zombieland" müsst ihr tapfer sein. Denn in diesem Film wird das Genre "Gruselfim" so richtig schön auf die Schippe genommen. Wer das nicht ertragen kann, sollte lieber weiter "Saw I - ultimo" anschauen, da geht es nämlich ernsthafter zur Sache. Alle anderen sollten aber auch nicht zu schreckhaft und zimperlich sein. Denn die Zustände, die in Zombieland herrschen, sind nichts für zarte Gemüter.
Eine Virusinfektion hat die Menschheit ausgerottet und die Überbleibsel in reißende Zombies verwandelt. Jeder, der von einem gebissen wird, steckt sich an und verwandelt sich ebenfalls in so eine Kreatur. Da spritzt dann ordentlich Blut, Gerippe knacken, "Rippchen" werden leer gesaugt, Därme werden herausgerissen. Das wird aber - ähnlich wie in "Tropic Thunder" oder "Shoot 'Em Up!" - so übertrieben dargestellt und mit ironischen Kommentaren aus dem Off untermalt, dass auch Zuschauer, die dem eigentlichen Genre nichts abgewinnen können, einen Heidenspaß haben.
Das Schauspieler-Ensemble ist ein Highlight. Hinreißend mal wieder die kleine "Little Miss Sunshine"-Darstellerin, Abigail Breslin, in der Rolle der Little Rock, die ihrer großen Schwester Wichita (Emma Stone) bei kleinen, gerissenen Gaunereien assistiert. Auch der verklemmte, ängstliche und neurotische Columbus (Jesse Eisenberg) hat das Virus überlebt, weil er sich an seine zum Teil völlig übertriebenen "Überlebensregeln", über die er akribisch Buch führt, hält. Er wird von Tallahassee (Woody Harrelson), einer Art Zombie-Dundee, der vorzugsweise Schlangenleder-Outfits trägt und seine Berufung im Erlegen der Untoten gefunden hat, aufgelesen. Alle vier finden sich zusammen und bilden ein ungleiches Patchwork-Konstrukt.
Ganz besonders aufregend ist die Wandlung von Woody Harrelson, den man derzeit auch als durchgeknallten Radio-Propheten in "2012" erleben kann. Viele können sich noch daran erinnern, wie er an der Seite von Demi Moore in "Ein unmoralisches Angebot" als Ehemann und Weichei die längsten Diskussionen der Filmgeschichte ausgelöst hatte, als es darum ging, ob man wirklich für so einen langweiligen Typen das Angebot von Robert Redford (eine Million Dollar für eine Nacht) ausschlagen würde. Viele der weiblichen Fans hätten für die Gelegenheit noch etwas dazu bezahlt. In "Zombieland" ist von Weichei keine Spur. Das Ei wurde hart gekocht, um ein Zitat aus dem Film zu verwenden.
Ein weiteres besonderes Highlight bietet der Cameo Auftritt von Bill Murray, der sich selbst spielt. Was für eine nette Anekdote, wenn Tallahassee mit dem von ihm angebeteten Star durch dessen Villa, die jedem Hollywood-Klischee gerecht wird, tobt, dabei "Ghostbusters"-Szenen nachstellt und einige Überbleibsel aus der Requisite des Kultfilms verwendet. Der ganze Film ist übrigens mit vielen Filmzitaten sowie Elementen aus anderen Hollywood-Produktionen angereichert. Ganz besonders aberwitzig im Zusammenhang mit dem Thema "Zombies": Ein Zitat aus "Ein Schweinchen namens Babe".
Der Film, eine Mischung aus Road-Movie, Western, Horror- und Teenie-Komödie wurde vom Regiedebütanten Ruben Fleischer, der sich bisher als Werbefilmer profilieren konnte, sehr modern und ironisch in Szene gesetzt. Unterstützt wird das Ganze von einem bombastischen Soundtrack, der so gut passt, als wäre bei der Musikauswahl Tarantino am Werk gewesen.
Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Interesse der amerikanischen Teenies konnte sich Fleischer wohl nicht verkneifen: Little Rock weiß zwar nicht, wer Gandhi ist, dafür kennt sie aber Hannah Montana. Auch eine Überlebensstrategie.
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