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Kritik von Mathias Broxtermann zu 'Skyfall'

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Kritik von Mathias Broxtermann
veröffentlicht am 06.11.2012
75%
Ein Spoiler ist eine Information zur Handlung, die wesentliche Spannungs- oder Überraschungselemente vorwegnimmt.
Auch wenn ich ein paar Probleme mit ihm habe: Der neue "Bond" ist gut! Er ist definitiv besser als "Quantum of Solace", kommt im Vergleich zu "Casino Royale" aber ein wenig zu kurz. "Skyfall" ist düsterer und pessimistischer als seine Vorgänger, und gibt sich Mühe 007 ein wenig neu zu erfinden.

Der Anfang des Filmes setzt bereits den Ton: James Bond versagt nicht nur in einer kritischen Mission (woran er nicht allein schuld ist), sondern stürzt regelrecht ab. Erst als MI6 in Folge des gescheiterten Auftrages unter ernsthaften Druck von außen und innen gerät, besinnt sich Bond eines besseren und kehrt, angeschlagen und ohne viel Vertrauen, zurück. Ihm wird wiederum nicht allzu viel Vertrauen entgegengebracht, was in der angespannten Situation nicht verwundert. Bond steckt mitten in einem Selbstfindungsprozess, und in einigen Dialogen machen die Schauspieler sich sogar über Klischees der "alten" Bonds lustig. Am Ende wird dann auf der ganzen Breite der Leinwand eine alte Bond-Ikone zerstört, um wirklich klar zu machen, dass dies der Bond des 21. Jahrhunderts ist.

Daniel Craig ist inzwischen eine feste Größe als der neue Bond, und hier kriegt er die Gelegenheit ein paar neue Nuancen zu setzen. Ich hatte vor "Casino Royale" meine Zweifel, aber Craig ist Bond, härter und glaubwürdiger als Moore und Brosnan. Der Film rotiert um ihn, Judi Dench als "M" und den großen Javier Bardem als zentralen Antagonisten. Dench ist kratzbürstiger, aber auch verletzlicher als üblich, und immer überzeugend. Bardem hat eine Zukunft als Kult-Bösewicht im Bond-Universum, seine Leistung ist einzigartig und effektiv gruselig. Er spielt den latent wahnsinnigen Silva, der mit "M" scheinbar noch eine Rechnung offen hat, und weicht erfrischend von den alten Stereotypen ab. Die Dialoge und die Interaktion dieser drei Charaktere sind der Motor, der diesen Bond antreibt. Unterstützt werden sie von einigen nennenswerten Nebenrollen, Naomie Harris als Bonds Kollegin Eve, Ralph Fiennes als der scheinbar bürokratische Mallory sowie Ben Whishaw als der neue "Q". Abgerundet wird das Ganze mit einigen großartigen Actionszenen, feinster Fotographie, einigen messerscharfen Dialogen und einer guten Portion Retro-Bond-Humor.

Allerdings habe ich zwei kleinere und ein großes Problem mit diesem Film. In jedem Bond kam immer irgendwann die Situation, in der Bond oder sein Gegenspieler eigentlich am Ende waren, und dennoch konnten sie immer noch, wie unglaubwürdig auch immer, noch ein Kaninchen aus dem Hut zaubern und die Sackgasse im Drehbuch einfach überspringen. Leider tut das dieser Bond auch, und leider nicht nur in einer Situation, gleich dreimal wird es den Hauptdarstellern durch irgendwelche Gimmicks einfach gemacht. Zu einfach kommt die Handlung hier von A nach B, was dem Film einen Teil seiner Tiefe und Intelligenz, nach der er so strebt, raubt. Jedes Mal wird die Situation mit einer Actionszene überspielt, aber hier waren die Autoren einfach ein bisschen faul*. Dadurch mangelt es dem Film auch ein wenig an der Vielschichtigkeit, die er benötigen würde, um seine 143 Minuten Laufzeit zu rechtfertigen. Die kleineren Probleme wären zum einen die immer wieder zitierten "Bondgirls", die bei den Vorgängern noch zentraler Teil des Plots waren, hier leider nur am Rand agieren. Und ich habe nicht ganz gekauft, dass Bond am Ende nicht mit einem bessern Plan aufwarten konnte. So fulminant und exzellent ausgeführt das Finale auch war, das wirkliche Ende war auch eine kleine Enttäuschung.

Eine leicht schwache Handlung steht also einer tollen Besetzung, guter Action, Dialogen, Humor, mehr Charaktertiefe und einem neuen Bond gegenüber, was für eine Empfehlung locker reicht (2+ und 75%). Seid aber bitte smarter als ich und trinkt nur ein Bier vorher, er ist wie gesagt etwas länger.

*Spoiler:

Hier ein paar Stichworte für die Szenen, die ich meine:

1. Helikopter und Insel
2. Computervirus
3. U-Bahn

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10 von 20 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
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