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Kritik von Michael Scharsig zu 'Skyfall'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 04.11.2012
95%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Irgendwie passt dieses Mal wieder alles in die gut organisierte Welt des britischen Superagenten James Bond. Während "Ein Quantum Trost" eher ein Rückschritt gegenüber "Casino Royale" war, mutiert der neue Streifen zum Marketing-Wunder und Top-Thriller.

Keine Werbe-Sequenz in der nicht mindestens ein an Bond angelehnter Sport zu sehen oder zu hören ist, kein Tag an dem nicht auf irgendeiner Flasche oder irgendeinem Rasierer das Gesicht von Daniel Craig zu finden ist. Noch hinzu kommt, dass das beigesteuerte Titellied "Skyfall" von Adele in Deutschland sogar auf Platz eins der Single-Charts einstieg. Zwei Aspekte, die zeigen, wie sehr "Ein Quantum Trost" in Vergessenheit geraten wird. Doch es gibt durchaus mehr Verbesserungen.

Zur Story: M und der MI6 werden nach einigen Fehltritten harter Kritik seitens des englischen Präsidiums ausgesetzt, während ein ehemaliger Kollege einen privaten Rachfeldzug gegen Bonds Chefin führt. Der britische Spion unterstützt M trotz einiger unmoralischer Aktivitäten und setzt dabei sein Leben aufs Spiel.

Ihn erst im vierten Absatz zu loben wird ihm nicht gerecht, aber es sollte erwähnt werden, dass Javier Bardem den bislang besten Bösewicht der Bond-Reihe mit Daniel Craig mimt. Unfassbar gut spielt er mit der Stimme und der Mimik und verliert dabei zu keiner Zeit seine Authenzität. Die Qualität seiner Leistung liegt darin, den krankhaften Hacker irgendwie sympathisch und undurchschaubar zu empfinden. Großartig. Mads Mikkelsens Le Chiffre war schon gut, doch der Spanier übertrifft ihn. Groß als Bond-Girls angekündigt offenbart sich schnell, dass zumindest Berenice Marlohes Charakter keine größere Rolle für die Handlung spielt. Wer "Casino Royale" und "Ein Quantum Trost" gesehen hat wird davon nicht mehr überrascht sein. Naomie Harris hat wenigstens zum Ende hin eine kleine Überraschung für Bond-Fans parat.

Daniel Craig zeigt sich wieder spielfreudig wie im Casino. Zwar fehlt "Skyfall" der Tiefgang durch fehlende Rätsel oder verstrickte Handlungen, dafür greifen aber die Dialoge. Zudem wird den Geschichten der M und des Agenten 007 eine menschliche Seite zugeschrieben ohne auch nur einmal damit zu übertreiben. Teils lange Szenen ohne Action lassen den Film wieder zu seinen Thriller-Wurzeln zurückkehren, ohne, dass die Action vernachlässigt wird. Sie wird nur gut punktuiert serviert ansatt 90 Minuten lang auf Verfolgungsjagden und Effekt-Ballereien zu setzen. Landschaften wie die schottische Öde oder eine verlassene Inselstadt werden fotografisch in zu jeder Zeit passenden und malerischen Farben dargstellt. Die Kamerafahrten verbinden Brisanz und Stil gekonnt, dass selbst eine Verfolgungsjagd wie ein kleines Kunstwerk daherkommt.

Interessant ist, dass sich "Skyfall" hin und wieder Elemente der neuen Batman-Filme abguckt, teils sogar eins zu eins zitiert. Es wird von "Auferstehung" gesprochen, von "einem Sturm der aufzieht", Bardems Bösewicht lässt sich absichtlich fangen wie einst Ledgers Joker und Marlohe ähnelt schon sehr Hathaways Catwoman - nur eben im Bond-Stil. Bleibt zu erwähnen, dass weitere Darsteller wie Ralph Fiennes und Ben Whishaw in "Skyfall" die Chance bekommen ihre Charaktere solide in die Bond-Reihe zu integrieren. Daniel Craig hat für die nächsten beiden Filme jedenfalls ein starkes Team um sich herum, soviel steht fest. Eine kleine Gastrolle von Noomi Rapaces (aus dem "Verblendung"-Original, nicht dem Craig-Remake) Ex-Mann gibt's auch noch.

Fazit: James Bond ist wieder auferstanden und zurück zu seinen alten Stärken gekehrt. "Skyfall" zeigt einen kantigen Agenten, der auch nur ein Mensch ist und sich durch gewaltige Bilder und eine düstere Vergangenheit schlägt. Immer wieder werden dem Film kleine Liebesgeständnisse an die alten Bond-Abenteuer hinzugefügt, ebenso zynische kleine Ecken von Humor. Bond hat wieder Stil, nur eben modernen. Für mich ist dieser Streifen nicht nur das Highlight des Herbstes 2012, sondern einer der besten Blockbuster des Jahres.

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