foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Michael Scharsig zu 'World Invasion: Battle Los Angeles'

WERBUNG
Partner von Entania
Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 17.04.2011
90%
Na das war doch endlich mal was! Das Warten hat sich gelohnt. Wer, genau wie ich, auf einen unbeschwerten, eineinhalb-stündigen "Alien vs Mensch"-Kriegsfilm gewartet hat, der wird bei "World Invasion: Battle Los Angeles" nicht enttäuscht.

Der Film fackelt nicht lange, die Einführung in Story und Charaktere dauert keine Viertelstunde. Rasant beginnt der Angriff der fremden Invasoren. Die Kamera ruckelt, allerlei Zeugs fliegt durch die Gegend. Kommentatoren aus den Nachrichten rufen durcheinander, Menschen schreien, Explosionen und Geschosse wo man hinsieht. Als wäre man selbst auf dem Schlachtfeld. Seinem Namen macht der Film auf jeden Fall alle Ehre.

Vergleiche mit alienlosen Kriegsfilmen wie "Der Soldat James Ryan" oder "Black Hawk Down" sind keineswegs weit hergeholt, denn der gesamte Film spielt sich um ein einziges Platoon ab. Der Krieg wird ausschließlich aus der Sicht von Sergeant Michael Nantz und seiner Truppe gezeigt. Was diese Soldaten nicht sehen, sieht der Zuschauer auch nicht. Dieser Live-dabei-Modus erinnert bisweilen an Cloverfield. Einzelne Unterschiede weißt "World Invasion" zu den eben genannten Kriegsfilmen dann aber doch auf. Die einzelnen Charaktere werden zwar kurz beschrieben, einen direkten Draht zu ihnen kann der Zuschauer aber nicht aufbauen. Zu schnell geht alles, zu gleich sehen sie alle aus. In meinen Augen macht aber gerade dieses Durcheinander Sinn.

Im Gegenzug zu "Der Soldat James Ryan" vermeidet der Streifen übrigens Splatter-Szenen und Blutorgien. Was nicht heißt, dass er zimperlich wäre, keineswegs, aber die grellen Explosionen verdecken das Schlimmste dann doch sehr gekonnt. Natürlich gibt es Filme, die inhaltlich stärker auftreten, aber sieht man "Battle Los Angeles", als futuristischen Anti-Kriegsfilm, dann macht allein seine Dramatik und seine Hektik vieles wett. Schade ist, dass diese ganze Reihe an jungen Schauspielern ihre Stärke hier nicht voll ausschöpfen kann, sondern sie eher als Ganzes funktionieren. Aber eben das müssen Soldaten ja auch tun.

Von den Spezialeffekten her schafft Jonathan Liebesman hier eine eindrucksvolle Landschaft. Los Angeles als Schlachtfeld bleibt im Gedächtnis und die endzeitmäßige Kriegsatmosphäre ist perfekt gelungen und fesselt den Zuschauer an seinen Sitz. Großer Pluspunkt auch für die Darstellung der Aliens als Krieger. Zum Glück sind sie optisch einigermaßen gelungen und ihre Drohnen und Raumschiffe wirken keinesfalls trashig, sondern kommen sehr nüchtern rüber. Auch die Geschosse wirken eher, wie besonders gute Kriegswaffen einer Armee und sehen nicht aus, wie aus einer Star-Wars-Laserschlacht.

Zum Ende hin geht einem das Marine-Gerede jedoch ziemlich auf die Nerven und so ziemlich jede Army-Floskel die man so aus anderen Filmen kennt wird hier verwendet. Was den Patriotismus angeht, so ist eigentlich nur Bill Pullmans Präsidenten-Rede aus "Independence Day" noch schlimmer. Was zu Beginn positiv nüchtern und dreckig wirkt mündet am Schluss leider stark in einem Fluss aus Helden-Epos und Patriotentum. Schade, denn das sind so ziemlich die einzigen Minuspunkte, die ich dem Film geben kann. Nachdem Filme wie "Monsters" eher dokumentarisch schilderten, dass Aliens auch nur eine naturelle Lebensform sind und Flops wie "Skyline" das Alien-Invasions-Genre mit bombastischen Effekten, aber toddummer Story beleidigten, verteidigt "World Invasion: Battle Los Angeles" seinen Ruf ehrenhaft wie ein Marine.

Fazit: Dreckig, hektisch, bombastisch. "World Invasion: Battle Los Angeles" ist ein Kriegsfilm der Zukunft, der sich irgendwo zwischen Krieg der Welten und "Black Hawk Down" einordnet. Spannend bis zum Schluss!

War diese Kritik hilfreich?
25 von 37 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k69b
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2017 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen