"The Dark Knight Rises" enttäuscht ... ein wenig
Um es vorweg zu nehmen:
Christopher Nolan hat mit "
Dark Knight" 2008 der Filmwelt ein zynisches Meisterwerk der Düsternis und Hoffnungslosigkeit geschenkt und die Latte für den dritten Teil der Batman-Trilogie damit sehr hoch gelegt. Zu hoch, denn "The Dark Knight Rises" erreicht nicht die Klasse des Vorgängers, vor allem atmosphärisch enttäuscht TDKR. Natürlich ist "The Dark Knight Rises" kraftvolles Action-Kino mit Tiefgang geworden, mit teils großartig angelegten Bombastelementen - genannt sei die Szene der flächendeckenden Bombenzündungen in Gotham City mit dem Finale im erstaunlicherweise nicht ausverkauften Football-Stadion - und mit teils sehr guten Nebenrollen.
Gary Oldman als Polizeichef Jim Gordon brilliert einmal mehr,
Michael Caine sorgt für die emotionalen Momente und
Anne Hathaway überzeugt tatsächlich als Catwoman, davon durfte man nicht automatisch ausgehen. Der gute
Hans zimmert wieder ordentliche Soundklänge in bester Batman-Qualität in die Gehörgänge, visuell, kamera- und tontechnisch ist der Film wie bei Nolan üblich und nicht anders zu erwarten großartig.
Warum der Film dennoch gegenüber seinem Vorgänger abfällt, liegt in erster Linie am Bösewicht und Widersacher Bane. Tom Hardy stellt seinen massigen und muskulösen Fleischberg zwar beeindruckend zur Schau, aber seine Schrecken verbreitende, starre Maske verliert schnell an Wirkung. Zu statisch und emotionslos wirkt Bane ohne sichtbare Mundbewegung (das hat schon bei "Spiderman" genervt), um wirklich zu beängstigen. Es fehlt hier eine Überraschung, die Maske bleibt Maske und hat sonst keine Funktion. Im Vergleich zum Joker, der zwar ebenfalls maskiert jedoch das emotionalisierende Zentrum in "Dark Knight" war und in seinem Wahnsinn wirklich ängstigte, kann Bane trotz aller körperlicher Gewalt nicht überzeugen. Joker war psychisch, Bane lediglich physisch. Natürlich bekommt Wayne alias Batman von Bane ordentlich die Fresse poliert und eine schmerzhafte Rückgraterneuerung, natürlich bringt Bane mit seinen Mannen Gotham (alias New York) City in seine Gewalt und ruft die Anarchie aus. Er nimmt den Reichen ihr Hab und Gut, gibt es den "Armen" der Stadt, allerdings werden die Auswirkungen der Anarchie nur angedeutet, bleiben an der Oberfläche (dies hat John Carpenter in "Die Klapperschlange" wesentlicher schmutziger und aggressiver dargestellt (1981)). Darin - wie dies einige Feuilletonisten interpretieren - eine Parabel auf die Weltwirtschaftskrise zu sehen oder Bane gar als verlängerten Arm der Occupy-Bewegung ist denn doch arg übertrieben.
So bleiben letztlich 164 Minuten teils sehr gute Unterhaltung. Und Nolan hätte die Trilogie sogar würdevoll mit einer Atombombenexplosion verabschieden können. So aber stirbt die Hoffnung zuletzt und da gibt es ja auch noch einen jungen Polizisten names Robin, aber das ist dann wohl eine andere Geschichte.