Im Unterhaltungsbereich bezeichnet man mit Spin-off einen Ableger einer Serie oder eines Films, der sich an das andere Werk anlehnt oder auf dieses zurückgeht.
Eine Graphic Novel (dt. meist Comicroman, auch illustrierter oder graphischer Roman) ist eine Form des Mediums Comic. Sie bezeichnet längere Comic-Geschichten, welche die Komplexität und Tiefe des literarischen Romans anstreben.
Quelle: wikipedia.org
Ein Spoiler ist eine Information zur Handlung, die wesentliche Spannungs- oder Überraschungselemente vorwegnimmt.
Wann immer eine Filmversion der von
Bob Kane erfundenen Figur ihren Weg auf die Leinwände findet, ist dies immer von einem großflächigem Hype begleitet. Unzählige Menschen strömen scharenweise in die Lichtspielhäuser - auch wenn sie wie ich niemals einen Batman
Graphic Novel in den Händen hielten. Der Charismawert des dunklen Rächers ist hierzulande zwar weitaus nüchterner als in seinem Heimatland aber spätestens nach dem 2008 erschienen, grandiosem "
The Dark Knight" - dem zweiten Teil der Nolan-Batman Trilogie - brach auch in Deutschland erneut das Batman Fieber aus. Die interessante Handlung, die hochwertige und mitreißende Inszenierung und natürlich der von dem tragisch verstorbenen
Heath Ledger herausragend verkörperte Arch-Nemesis von Batman - der Joker lehrte Zuschauern auf der ganzen Welt, welch großes Potenzial, wie viel Tiefgang und wie viel Niveau in dem oftmals zu Unrecht verlachten und unterschätztem Genre der Comic-Verfilmung wirklich steckt.
Der Hype, sowie die Erwartungen an den letzten und finalen Teil der neuen Batman Reihe waren somit astronomisch hoch. Unter den eingefleischten und megaorthodoxen Fans brach kurz vor der Premiere letztlich sogar der schiere Wahnsinn aus, so wurden Kritiker, welche keinen großen Gefallen an dem Film fanden gar mit dem Tod bedroht und für eine verwirrte Seele in Aurora, Colorado war der enorme Ansturm des Publikums eine Gelegenheit für ein bestialisches Massaker in einem Kino, bei welchem zwölf unschuldige Menschen ihr Leben lassen mussten und mindestens 58 zum Teil schwer verletzt wurden.
Die ultimative Frage, die bei jedem einzelnem Zuschauer, welcher sich in den Kinosessel niederlässt lautet - wie kann Regisseur Christopher Nolan ("Inception", "Memento") seinen überragenden Vorgänger übertrumpfen? Kann er den enormen Erwartungen standhalten? Diese gar überbieten? Hat er es geschafft ein zufriedenstellendes Finale seiner Batman Reihe zu inszenieren? Die Antwort darauf findet jeder Zuschauer für sich, wenn er sich den Film anschaut.
Wer jedoch Intersse hat, meine Eindrücke von "The Dark Knight Rises" zu erfahren und meine Meinung zu diesem Film hören will, ist herzlich eingeladen sich die folgende (spoilerfreie) Kritik durchzulesen.
Batman war ähnlich wie viele andere Superhelden kein Bestandteil meiner Kindheit, weder in Comic- noch im Fernseh- oder einem anderem Format. Der Superhelden-Kult ist an mir komplett vorbei geplätschert und ich schenkte diesem zu keiner Zeit meines Lebens jedwede Beachtung, in meinen Augen war das dümmlicher Humbug mit dem ich nichts zu tun haben wollte und den ich als Substanzlos angesehen habe. Äußerst wiederwillig sah ich mir im Jahre 2002 den von Sam Raimi inszenierten "Spider-Man"-Film an, welcher für das Superhelden-Genre das selbe bedeutete wie die "Herr der Ringe"-Reihe für Fantasy oder "Gladiator" für den epischen Historienfilm - die Wiederbelebung und Wiedergeburt eines verstaubten und vergessenen Filmgenres, welches bis dahin aus den Köpfen der Kinogänger verschwunden war und nicht vermisst wurde.
"Spider-Man" zeigte mir, dass Comic-Verfilmungen durchaus ein gewisses Maß an Anspruch in sich tragen können und zudem noch sehr unterhaltend sein können. Denn das Genre es ist ein Cocktail aus Tragödie, Drama, Action, Fantasy und Komödie - ein Mix, welcher - sofern er sorgfältig inszeniert wurde - sehr wohl großartige, kurzweilige Kino-Unterhaltung garantieren kann. Superhelden sind eine Art moderne Mythologie welche jeden Menschen in gewisser Weise inspiriert. Wer hat sich denn nicht schon mal gewünscht, schwerelos durch die Lüfte zu schweben, unsterblich oder gar unbesiegbar zu sein? Es ist nichts weiter als die Projektion unseres innermenschlichen Verlangens über unsere eigene Grenzen zu gelangen und unsere Barrieren und Limitierungen zu überwinden.
Warner Brothers wollte sich natürlich ebenfalls an der Wiederauferstehung der Comic-Verfilmungen beteiligen keinem anderem Filmstudio über die Alleinherschaft überlassen, und daher holte die Firma ihr bestes und zugkräftigtes Pferd aus dem Stall. Auch wenn der erste Superheld, an welchen man denk,t sobald man das jenes Wort hört, wohl Superman ist - dieser mag zwar der populärste aller modernen fiktiven übermenschlichen Helden sein, doch Batman ist dennoch der beliebteste. Denn im Grunde ist die Geschichte des Fledermausmannes Bruce Wayne/Batman weitaus interessanter, komplexer als die des Clark Kents/Superman. Batman hat nämlich keine Superkräfte, er ist eigentlich ein einfacher, traumatisierter, einsamer Mann welcher lediglich aufgrund seines eisernen Trainings, seiner Gadgets und einer ordentlichen Portion Grips den Kampf gegen die Ungerechtigkeit antreten kann. Er ist somit weitaus menschlicher, trägt nicht andaurend Siege davon und fällt auch das eine oder andere mal auf die Schnauze. Er ist ein ebenso ehrfüchrichtiger, cooler wie verletzbarer Held - und somit kann man sich mit ihm einfach identifizieren als mit einem übermenschlichem Superman oder Spider Man.
Da jedoch die ursprüngliche 80er und 90er Filmreihe des Kreuzritters von Gotham 1997 mit "Batman & Robin" von Joel Schumacher mit Bravour gegen die Wand gefahren wurde und die damalige Implosion des Superhelden-Genres hervorgerufen hatte, wurde den kreativen Köpfen von Warner klar, dass die einzige Möglichkeit auf eine eine weitere Filmversion von Batman in einem komplettem Neubeginn lag - einem sogenanntem Reboot, welcher in keinster Weise mehr an die alten Filme gebunden ist und den Protagonisten für sowohl ältere Cineasten als auch für eine neue Generation wiederbelebt und dessen Werdegang neu erzählt. Sowohl in den Filmen von Tim Burton und Joel Schumacher wurde die vielschichtige Figur des Bruce Wayne/Batman sträflich unterschätzt und musste den Antagonisten zu viel Platz machen, welche jedoch nur selten den Vorlagen treu waren und von möglichst prominenten Darstellern, welche nicht unbedingt die beste Wahl für die Verkörperungen dieser Figuren waren und meist auch noch komplett Over-the-Top agieren mussten, um die Zuschauer anzulocken und die Kinokassen klingeln zu lassen.
Diesen Fehler beging Christopher Nolan jedoch nicht. Denn seine, im Jahr 2005 trefflich benannte "Batman Begins" Verfilmung thematisierte den Werdegang des Titelhelden, welcher nun im Mittelpunkt des Filmes stand. Nolan verzichtete auf billigen Slapstick und übertriebene Action und setzte auf vor allem auf Glaubwürdigkeit und Realismus. Er schuf ein filmisches Universum, in welchem ein Superheld wie Batman wirklich existieren konnte, ohne den logischen Rahmen zu sprengen - nicht zu sehr jedenfals. Im Gegensatz zu Burton und vor allem Schumacher war der Film mehr als nur eine anspruchslose Comic-Verfilmung, und der Schlüssel zum Erfolg war es, die Vorlage ernst zu nehmen, ihr treu zu bleiben und dennoch genug eigene Akzente zu satzen und ihr einen neuen Anstrich zu verpassen.
"Batman Begins" war nicht nur eine triumphale Rückkehr des Batmans auf den Leinwänden und Fernsehschirmen, sondern markierte die seit damals oft kopierte aber nie erreichte realistische und komplexe filmische Inszenierung des Superheldenfilms.
Erweitert und bereichert wurde Nolans Reihe mit dem zweitem Kapitel - "The Dark Knight". Der Held wurde bereits erfolgreich eingeführt, erledigt seinen Job bereits seit einiger Zeit mehr als nur erfolgreich und ist der Schrecken der Unterwelt - diese fürchtet ihn so sehr, dass aus jener Angst ein teuflischer Widersacher aufersteht - der Joker. Die Verkörperung von Chaos und Anarchie - der perfekte Gegner für Batman, welcher für die Ordnung und das Gesetz steht. Der im vorhinein verlachte Heath Ledger lieferte in The Dark Knight eine Glanzleistung ab und lies den großen Jack Nicholson, welcher 1989 die selbe Figur in Tim Burtons erstem Batmanfilm verkörperte, wie einen schlechten Scherz aussehen lassen. Dieser neue Joker war bösartig, unberechenbar, paranoid und zur selben Zeit witzig und zynisch - Heath Ledger traf jede einzelne Note der vielschichtigen und beliebten Figur und hatte eine nahezu elektrisierende Wirkung in jeder Szene, in welcher er auftauchte und stahl jedem einzelnem Schauspielkollegen damit die Show - eine großartige Leistung, die nach dem Tod des Schauspielers posthum völlig zurecht mit einem Oscar gewürdigt wurde.
So erfolgreich die beiden neuen Batman Streifen sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum ankamen, so waren sie für mich ebenfalls sehr gut - jedoch auch etwas überbewertet und zu hochgepriesen - allen voran der zweite Teil" The Dark Knight". Nolan ist mehr Erzähler als Entertainer und vor allem sind seine Filme (den dritten Teil seiner Batmanreihe mit eingeschlossen) zwar sehr gut - aber nicht fehlerlos. Ich halte Nolan für einen sehr fähigen und sehr guten Regisseur aber nicht für den ÜberGottKaiser des bewegten Bildes wie er von vielen mittlerweiele betrachtet wird. Was mir in seinen Filmen immer wieder unangenehm auffällt ist - und es fällt mir schwer das in verständliche Worte zu formulieren und mit dem Finger darauf zu zeigen- eine gewisse Art der Leblosigkeit und Sterilität. Oftmals sind die Filme auch etwas zu dialoglastig. Manche Dinge muss man nicht ewig lang erklären sondern sie auch visuell ausdrücken - etwas was zum Beispiel Tim Burton in seinen filmischen Versionen von Batman stellenweise sehr gut gelang ... jedoch mit der Betonung auf stellenweise!
Auch wenn Batman eine düstere Figur ist und damit auch in einem düsterem und ernstem Film am besten funktioniert, heißt das nicht, dass man gänzlich auf Ironie und Humor verzichten muss - aber auch genauso wenig damit zu übertreiben und in komplexeren Comic Verfilmungen wie diesen ist weniger mehr, nur vielleicht etwas zu wenig. In "The Dark Knight Rises" musste ich hin und wieder mal schmunzeln, manchmal hatte ich aber auch ein "das hat er doch gerade nicht wirklich gesagt/wie unlustig ist das denn" Erlebnis und zumindest einmal einen wirklich lauten Lacher.
Ein weiteres Problem sind die Actionszenen in Nolans Filmen, auch wenn er noch so großartige Leistungen aus seinen Schauspielern quetschen kann, tut sich Nolan in meinen Augen immer wieder mit Actionszenen schwer. Zu oft ist er mit der Kamera zu dicht an den Kämpfenden und die Choreografien sind teils arg einfalls- und belanglos, auch wenn er sich für seine Batman Filme ein realistisches Szenario gesucht hat, Batman ist und bleibt ein Superheld und diese verdienen nun mal spektakuläre Kampfszenen, gerade der finale Schlagabtausch zwischen Batman und Bane gegen Ende des Filmes ist im Gegensatz zu deren ersten Begegnung relativ enttäuschend ausgefallen. Komischerweise gefielen mir die Kampfszenen in "Batman Begins" am besten, auch wenn diese damals in der höchstumstrittenen Wackelkameraoptik aufgenommen wurden, aber somit bekam der Zuschauer zumindestens ein Gefühl dafür, wie hilf- und orientierungslos die Gegner des maskierten Kreuzritters sind, wenn sie das Unglück haben, gegen diesen anzutreten. Auf diese Technik wurde in "The Dark Knight" und "The Dark Knight Rises" gänzlich verzichtet und die Kampfszenen wurden mit weitaus traditionelleren Einstellungen eingefangen.
Was ebenfalls hin und wieder in der neuen Batman Reihe, allen voran im dritten Kapitel, irritiert, ist etwas, was ich als "nolanische Destabilisierung" bezeichne. Der Regisseur bemüt sich, Batmans Abenteuer möglich bodenständig, natürlich und realisitisch zu inszenieren. Manchmal schießt er dabei meiner Ansicht nach etwas über das Ziel hinaus. Denn - seien wir mal ehrlich - im echten Leben kann es keinen maskierten Superhelden geben welcher eine ganze Metropole von dessen Verbrechern befreien kann - auch wenn dieser superreich sein sollte und von Liam Neeson trainiert wurde, es ist einfach nicht möglich - es ist und bleibt eine Art Fantasy und gerade ein wenig mehr, ein kleiner Hauch mehr von diesem Fantasy-Element hätte sowohl dem zweitem und dem dritten Teil gut getan. Dies hat für mich in "Batman Begins" noch ganz gut funktioniert, zum Beispiel in Hinsicht darauf, wie Gotham dargestellt wurde. Es war weder eine gotische Gruselstadt wie in den Tim-Burton-Filmen und Gott sei Dank keine kunterbunte, comichafte ausgekotzte Version der "Blade Runner"-Megacity wie in Joel Schumachers beiden unsäglichen Batman Episoden - es war eine realistische aber dennoch sehr düstere Metropole die eine gewisse Eigenständigkeit hatte. In "The Dark Knight" war Gotham dann jedweder offensichtlichen Düsternis beraubt und verwandelte sich in eine Art Chicago und in "The Dark Knight Rises" wurde Gotham zu einer Art New York/Manhattan, selbst die Stadtbahn von Wayne Enterprises ist nach dem ersten Film gänzlich verloren gegangen.
Auch bei den Dialogen happert es teilweise gewaltig, auf der einen Seite geben sich die Helden seriös und ernst und auf einmal packen sie einen Onliner aus, der in diesen Kontext so gar nicht zu passen scheint oder es findet eine (ich weiß ich wiederhole mich, aber mir fallen einfach keine anderen Worte dafür ein) seriöse, ernsthafte sowie nüchterne Unterhaltung zwischen zwei Figuren statt und auf einmal tauchen comichafte Klischeezeilen auf, die ebenfalls mit der restlichen "bierernsten" Tonart der Dialoge kollidiert und den Zuschauer etwas aus dem Gleichgewicht bringen.
Wie bereits erwähnt zähle ich mich zu jenen Zuschauern, welche Batman Begins trotz allen besser gefallen hat als "The Dark Knight". Ich persönlich mag es, einem Protagonisten bei seiner Entwicklung zu zusehen und in "Batman Begins" wurde mir das geboten, eindrucksvoll wurde gezeigt, wie aus einem desorientiertem, psychisch verletztem und traumatisierten Milliardär ein Superheld wurde. In "The Dark Knight" wiederrum, wurde der Titelheld einmal mehr von dem Antagonisten überschattet, musste in den Hintergrund treten und erfuhr keine wirklich nennenswerte Entwicklung im Verlauf des Filmes. Der Joker dominiert den zweiten Teil und er tut das auch auf eine sehr beeindruckende und mitreißende Weise, aber angenommen, man würde sämtliche Szenen mit ihm aus dem Film nehmen, würde nicht mehr viel Faszinierendes übrig bleiben, der Rest des Films wäre eine Art Kreuzung aus Großstadt- und Polit-Thriller mit einigen sozialkritischen Elementen - ein echter epischer Superheldenfilm war das für mich nur bedingt. Daher war es in meinem Fall sehr erfreulich, dass sich "The Dark Knight Rises" wieder viel mehr auf das erste Kapitel der Reihe bezieht, auf dessen Handlung, Storyelemente und Figuren und einem ähnlichem Schema folgt - und dabei trotzdem etwas eigenes und originelles präsentiert.
Wieder einmal ist Batman im Vordergrund - selbst wenn er in voller Montur nicht so oft auftaucht, wie man es erwarten würde, für sehr viele Kritiker und Zuschauer war das Anlass zur Kritik, dass der dunkle Ritter in seiner Rüstung erst in der 40. Minute auf den Plan tritt - für mich jedoch nicht, denn ich sah Batman jedesmal wenn ich Christian Bale als Bruce Wayne sah. "The Dark Knight Rises" spielt rund acht Jahre nach den Geschehnissen des zweiten Teils, Bruce Waynes Sturz am Ende des zweiten Kapitels hat ihm übel zugesetzt, sein Körper ist demoliert und von Narben aus Kämpfen übersät. Wayne ist vereinsamt, der Verlust seiner Liebe Rachel Dawes und der Fall Harvey Dents quält ihn zudem auch psychisch, er meidet jeglichen Kontkat nach außen, wird zum Einsiedler und sperrt sich in den hintersten Ecken seiner Villa ein. Dumm nur, dass er sich ausgerechnet jetzt seinem größtem Widersacher, dem muskelbepacktem Monstrum namens Bane, stellen muss, welcher ihm in jeder Hinsicht gewachsen ist. Der Held verliert im Verlauf des Filmes alles - seinen besten Freund, seine Firma, sein Geld, seinen Stolz, seine ganze Stadt zu deren Wiederaufbau er maßgeblich beigetragen hat, und zu guter letzt wird auch noch sein alter Ego Batman von Bane mit bloßen Händen zerschlagen - doch Wayne ist mittlerweile an seinen Nächsten gebunden, Batman ist ein Teil von ihm und so muss sich der Protagonist im Verlauf des Filmes wieder erheben, sich überwinden, sich seinen Ängsten stellen und wie der Phönix aus der Asche wieder auferstehen um dem Bösen Einhalt zu gebieten und seine Stadt zu retten - das nenne ich ein Superhelden-Epos - das ist Drama, Tragödie und Abenteuer in einem und genau das wird in "The Dark Knight Rises" geboten. Batman steht im Zentrum, egal ob in der Rüstung oder nicht, er ist wieder Mittelpunkt des Films und seine Reise und seine Entwicklung wird fortgesetzt.
Christian Bale kann in "The Dark Knight Rises" als Bruce Wayne wieder zu Höchstleistungen antreten, es gelingt ihm, den "Rise and Fall" seines Charakters mehr als nur zufriedenstellend darzustellen und ihm dabei auch ein paar neue Akzente zu verleihen. Bale überzeugt sowohl als geschwächter, ausgemagerter Greis als auch als muskelbepackter Rächer von Gotham.
Allerdings gibt es noch einen anderen großartigen Schauspieler der einmal mehr die Gelegenheit bekommt zu zeigen was er kann, Altstar und Dauerbesetzung von Christopher Nolan, Michael Caine als Alfred - Waynes Butler, Mentor, Vaterfigur und Freund. Caine brilliert in jeder Einstellung die er bekommen hat und teilt sich mit Bale in der ersten Hälfte die vielleicht emotionalste Szene der gesamten Reihe.
Auch Gary Oldman als Comissioner Gordon und Morgan Freeman als Lucius Fox bieten dem Zuschauer die gewohnten, mehr als nur soliden schauspielerischen Fertigkeiten und überzeugen einmal mehr in ihren Rollen.
Und dann ist noch die Sache mit dem Widersacher. Wie kann man einen Antagonisten in einem Batmanfilm überzeugend darstellen, wenn die Messlatte so hochgelegt wurde, wie durch Heath Ledger als Joker? Kann der Blitz nochmal an der selben Stelle einschlagen? Fans spekulierten noch vor der Veröffentlichung von "The Dark Knight" eifrig darüber, gegen wen Batman im dritten Teil antreten sollte/würde. Unzählige prominente Schurken des Batman Universums wurden vorgeschlagen und waren im Gespräch: Der Riddler, der Pinguin, Harley Quinn, Hugo Strange oder gar Hush. Nolan tat sehr gut darin, sich für einen weitaus weniger populären Villain zu entscheiden: Den burtalen, rücksichtslosen Schläger Bane (welcher bereits einen unglücklichen Auftritt in dem verschmähtem "Batman & Robin" hatte, welchen man am besten ... zusammen mit dem Rest dieses cineastischen Desasters vergessen sollte). Im Gegensatz zum Joker ist Bane ein Schurke eines völlg anderen Kalibers, was ein sehr cleverer Schachzug war, da sich die Natur und das Wesen von Bane derartig vom Joker unterscheidet, kann man diese nicht wirklich miteinander vergleichen. Die Motive, die Vorgehensweise sind einfach zu verschieden. Während Joker vor allem auf einer mentalen Ebene eine Bedrohung für Bruce Wayne und Gotham war, so ist Bane eine durch und durch physische. Bane ist ein Tier, eine unafhaltsame Bestie, welche vor keiner Konfrontation zurückschreckt und Batman als Kontrahent nicht nur gewachsen ist sondern auch überlegen ist. Auch wenn die Zuschauer große Erwartungen sowohl an die älteren, alteingesessenen Mimen der neuen Batman Reihe hatten, der größte Druck und die größte Skepsis lastete auf den Schultern von Tom Hardy, jeder fragte sich: Wie kann dieser Schauspieler, seinem in den Himmel hochgepriesenem, Vorgänger auch nur ansatzweise das Wasser reichen?
Bane ist kein charismatischer Redner und Manipulator sondern vielmehr eine zielstrebige und unaufhaltsame, animalische Bestie. Somit ist Bane in meiner Hinsicht ein sehr interessanter und gelungener Gegner, den ich gar nicht erst mit dem Joker vergleichen muss - aber sollte mich man dazu zwingen, indem man mich auf einen Stuhl fesseln und mit diversen Folterinstrumenten einschüchtern würde und meine einzige Chance zur Rettung ehrlich sagen zu müssen welchen der beiden Figuren ich vorziehen würde, ich glaube ich würde Bane wählen. Vor allem in der Hinsicht, da ich nicht viel von diesem Charakter erwartet hatte und diesen auch sehr, sehr sekptisch beäugt habe, alsbald ich die ersten Ankündigungen und Setfotos gesehen hatte. Hardy schafft es mit minimalistischen Ausdrücken seiner Figur eine imense Präsenz zu verschaffen und verbreitet in nahezu jeder einzelnen Szene, in welcher er auftaucht, eine bedrohliche Atmosphäre - allen voran in seinen Kampfszenen. Das Einzige, was mich gestört hat, war die ausnahmweise schwache und etwas vergeigte deutsche Synchro und der Abgang dieser Figur ... dieser war misskalkuliert und für mich nicht zufriedenstellend.
Zu den weiteren neuen, wichtigen Figuren, welche in diesem Film in Nolans Batman Universum eingeführt wurden, gehört zweifelsohne Catwoman/Selina Kyle. Auch diese Figur hatte bereits einen Auftritt in den Vorgängerfilmen, und zwar in "Batman Returns" - Tim Burtons zweitem Beitrag in der Filmreihe, damals von Michelle Pfeiffer verkörpert - auf jeden Fall denk- und erinnerungswürdig allerdings schien die Figur hoffnungslos deplatziert und ihre Motivationen durchwachsen und unklar, die Figur erhielt 2004 auch ein Spin-Off Film in welchem sie von Halle Berry zum Leben erweckt wurde ... allerdings gehört dieses Machwerk zu den schlechtesten Vertretern des Genres und sollte im Interesse der eigenen Gesundheit gemieden werden.
Wie zu erwarten, intepretierten Anne Hathaway und Christopher Nolan diesen Charakter für "The Dark Knight Rises" komplett neu. Auch wenn sie mich nicht irgendwie gestört und irritiert hat, Hathaway hat wie gewohnt eine sehr überzeugende Leistung gezeigt, allerdings war diese Figur für mich nicht so interessant, stach nicht so sehr hervor und ging zu oft im Laufe des Films verloren oder wurde zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Vielleicht hätte man auch in diesem Film der Figur ein klareres Ziel geben sollen und die Motivation etwas besser zu erläutern und es schien zudem auch so, als würde man diesen Charakter etwas zu sehr vernachlässigen, auch wenn Nolan seinen Figuren (abgesehen von Batman und Bane) meist keinen klaren Background und keine Genesis gibt (so wurde zum Beispiel auf die Vergangenheit des Jokers in "The Dark Knight" gar nicht erst eingegangen), wäre dies in Catwomans Fall wünschenswert oder hätte zumindest etwas besser erklärt werden - jedoch das Zusammenspiel zwischen Hathaway und Bale funktioniert prächtig und wenn beide Schauspieler in voller Montur gegen eine Schar von Schurken antreten, ist man als Zuschauer gern dabei.
Richtig überzeugend hingegen ist die Figur des jungen und idealistischen Cops Blake - gespielt von Joseph Gordon-Levitt gelungen, auch gegenüber dieser Figur hatte ich am Anfang eine skeptische Einstellung, weil sie meiner Ansicht nach gerade die erste Hälfte des Films, den Streifen etwas zu sehr dominiert hatte, aber letzten Endes sich herausstellte, dass dies sehr wohl seinen Sinn und Zweck hatte und gerade im Finale blüht dieser Charakter mehr und mehr auf, bis er in den letzten Minuten noch mal auf eine weitere höhre Ebene gehoben wird über die ich an dieser Stelle jedoch kein Wort verlieren will.
Interessant war auch der gesamte Aufbau des Filmes; die erste Hälfte, die allgemein als zu träge und langsam kritisiert wurde, flog an mir nur so vorbei. Gut, vielleicht nervte die ein oder andere weitere Backgroundstory eines neu eingeführten Charakters dann doch, aber im Grunde war der erste Teil des Streifens für mich mitreißend und interessant - im krassem Gegensatz zu "The Dark Knight", welcher meine Geduld stellenweise doch zu oft auf die Probe stellte. Ab Anfang der zweiten Hälfte fing der Film auf einmal vor meinen Augen zu zerfallen, immer wieder tauchten Sequenzen auf, bei welchen ich mir dachte, musste das sein oder warum habt ihr dieses Element überhaupt erst eingeführt oder aufgegriffen? An einem gewissem Punkt tauchte eine Szenenreihenfolge auf, durch die ich für eine gewisse Zeit jede Hoffnung für den Film verloren hatte und mir dachte - schade, der Anfang war gut aber diese Szenen gerade haben dafür gesorgt, dass der Film nicht mehr großartig sondern bestenfalls nur gut ist - und dann je mehr sich der Film dem Ende näherte, desto mehr wurde wieder gutgemacht und es wurde klar, dass all die Szenen, welche mich vorher genervt hatten, ihren Sinn hatten (auch wenn man auf manche dennoch hätte verzichten können) und gegen Ende wunderbar wieder zusammenliefen und nach einem wirklich gut platzierten und gelungenem Twist hat mich das Finale komplett für sich gewonnen und gipfelte nach einer Phase von Hochspannung, wie ich sie schon lange nicht mehr im Kino erleben durfte, in einem grandiosem Climax und einem der besten und zufriedenstellensten Enden, den jemals eine Filmreihe, die ich als Zuschauer ins Herz geschlossen habe, belohnt hatte. Zusammengefasst, der Film hat mich nichtmal eine einzige Sekunde gelangweilt. Ich habe mitgefiebert, hab mich berieseln lassen, habe gezweifelt - war hier und da stellenweise gar wütend - und am Schluss einfach nur zufrieden und begeistert. Selten hat mich ein Film im Kino auf eine solch intensive, emotionale Achterbahnfahrt genommen, erst recht keiner, von dem ich das in der Weise nicht erwartet hatte. Ich liebe es einfach, wenn ich einen Film nicht durchschauen kann, sprich, ich nicht die geringste Ahnung habe, wie er enden wird und gerade wenn ich glaube, ich habe einen Verdacht, wie sich alles entwickeln wird, bringt ein ungeahnter Twist wieder alles aus dem Gleichgewicht. Ich habe in meinem Leben wirklich viele Filme gesehen und bin daher mit vielen Klischees und durchschauberen und schematischen Handlungsverläufen vertraut, durch die ich das Ende so manches Filmes bereits in den ersten Minuten entlarven und prophezeien kann, aber ein gänzlich undurchschauberer Film - so etwas bewundere ich sehr!
Abschließend, "The Dark Knight Rises" hat einige größere und zahlreiche kleinere Schwächen. So ist die Kritik am Kapitalismus und an der Kluft zwischen den reichen und armen Teilen der Gesellschaft während der Belagerung Gothams hier und da etwas zu dick aufgetragen und nur selten werden diese auch zu Ende geführt. Gewisse Logiklöcher lassen sich ebenfalls nicht abstreiten aber dann wiederrum, sind auch großartige Meilenstein wie "Terminator", "Jurassic Park", "Die Verurteilten" und "Matrix" u.a. von diesen geplagt. Aber wenn die Geschichte gut erzählt ist und der Film es schafft, den Zuschauer emotional mitzureißen, ist man bereit, diese in Kauf zu nehmen und über diese hinweg zu sehen ... natürlich so lange sie nicht zu groß sind - und dies hier ist kein solcher Fall. Die negativen Aspekte liegen jedoch meiner Ansicht nach tief im Schatten von allem, was dem Regisseur geglückt ist und dem was funktioniert. Somit kann ich sagen, dass für mich persönlich das letzte Kapitel der neuen Batman Trilogie über dem zweiten "The Dark Knight" und mehr oder weniger auf der selben Ebene steht wie der Erstling "Batman Begins", und es enttäuscht mich bei solch guten Filmen doch sehr, dass es hierzulande nicht populär ist, im Kinosaal einem so gutem Film wie diesen bei Abschluss mit einem großem Applaus zu würdigen. Allerdings war dieser Film für mich so ein großartiges Erlebnis, dass ich es mir nicht verkneifen konnte ... und zumindest gefühlte zwei bis drei Mitstreiter im Saal hatte.
In Zeiten, in welchen die großen amerikanischen Filmstudios ihr Publikum schon seit langem nicht mehr ernst nehmen und dieses mit oberflächlichen, uninspirierten, plumpen und (ver)kalkulierten Blockbustern von der Stange unterfordern wie zb. "Transformers", "Battleship", "Zorn der Titanen" und natürlich auch mit diversen mittelprächtigen und schwachen Comicverfilmungen, sind nicht nur "The Dark Knight Rises" sondern auch "The Dark Knight" und "Batman Begins" wunderbare Beispiele dafür, dass es durchaus möglich ist, den Zuschauer zu unterhalten und ihm dabei etwas herauszufordern, zum denken anzuregen, wahrhaft staunen zu lassen und zusammen mit den Helden und Figuren auf eine spannende und emotional mitreißende Reise zu schicken - wer sich also auf ein solches Kino- bzw. Filmerlebnis einlassen will, dem sei "The Dark Knight Rises" und der ganze Rest der nolanischen Batman Reihe ans Herz gelegt.