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Kritik von Michael Scharsig zu 'The Dark Knight Rises'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 29.07.2012
100%
Ein Spoiler ist eine Information zur Handlung, die wesentliche Spannungs- oder Überraschungselemente vorwegnimmt.
Batman ist ein Held. Nicht nur weil er in Filmen und Comics gegen das Böse kämpft - sondern auch, weil er die seit Monaten schwächelnde Kino-Saison rettet. Christopher Nolans Abschluss der Trilogie ist jetzt schon der Blockbuster des Jahres. Mit einem Cast, dass jede andere Filmreihe in den Schatten stellt, einem Regisseur, der zu den besten seiner Zeit gezählt werden darf und dem Gänsehaut-Score von Hans Zimmer bietet auch der letzte Teil alles was das Kinoherz begehrt.

Die Geschichte: Acht Jahre sind vergangen, seit Batman den Joker stellte und nach dem Tod von Harvey Dent von der Bildfläche verschwand. Auch sein wahres Ich, Bruce Wayne, hat sich zurückgezogen. Doch als Psycho-Terrorist Bane auftaucht und das ambitionierte Gotham City dem Erdboden gleich macht, hält Wayne es nicht aus und streift den Anzug wieder über. Sein neuer Gegner ist allerdings fitter, stärker und brutaler, sodass der dunkle Rächer Hilfe von einer Meisterdiebin und einem ehrgeizigen Polizisten benötigt. Zeitgleich muss Bruce Wayne seine neue Liebe Miranda Tate beschützen und zur Vorstandsvorsitzenden seines Unternehmens machen.

"The Dark Knight Rises" ist der Beweis dafür, dass Geheimhaltung auch in Zeiten des Web 2.0 machbar ist. Umso mehr konnten die Fans der Reihe rätseln, in welche Rollen die drei Stars aus "Inception" wohl schlüpfen würden. Relativ schnell klar war die Rolle von Tom Hardy als "Bane". Der Brite trainierte sich für den Film den passenden Körper zu seiner Rolle an. Mit Bane möchte niemand in den Ring steigen. Die furchteinflößende Maske und vor allem die fantastisch seltsam klingende Stimme verpassen dem Muskelprotz das gewisse Etwas. An Ledgers "Joker" kommt Hardy nicht heran, aber als aggressives Genie hinter einer Maske blieb dem Star aus "RocknRolla" auch nicht der Spielraum für großartige Mimiken. Seine Aufgabe erfüllt er bestens. Auch Marion Cotillards Rolle ist passend gewählt worden, wobei dem Zuschauer erst zum Ende des Filmes auffallen wird, wie sehr die Beziehung der Miranda Tate zu Brucy Wayne den ganzen Filmausgang entscheidet. Mehr als dass es eine dicke Überraschung geben wird, sei hier nicht verraten.

An Joseph Gordon-Levitts Rolle scheiden sich die Geister. Als aufstrebender Polizist John Blake betritt er den Film und macht schnell klar wie er zu Batman steht. Seine Person wird leider zu einfach in die Gesamthandlung der ganzen Reihe integriert. Seine Leistung wird dadurch nicht beeinflusst, aber irgendwie sucht der Zuschauer nach Levitts Platz im Film. Auch hier sei nur verraten, dass sich Regisseur Nolan eine kleine Überraschung für den Schluss aufbewahrt.

Die üblichen Verdächtigen machen ihren Job gewohnt souverän. Morgan Freeman, Michael Caine und Christian Bale haben als Trio ihren Charme nicht verloren. Caine sieht man das echte Älterwerden an, während das gespielte bei Bale nicht ganz authentisch wirkt. Insgesamt folgen aber immer noch die selben Ansprachen, Dialoge und lockeren Sprüche aufeinander, die auch in den ersten beiden Filmen funktionierten. Es hat nichts mit Spoilern zu tun, wenn an dieser Stelle verraten wird, dass Anne Hathaway die moderne "Catwoman" spielt. Als Profi-Diebin steht sie anfangs zwischen den Parteien. Hathaways Catwoman ist nicht der verruchte, undurchschaubare Vamp, den einige vielleicht erhofft haben. Die neue Katze ist zutraulicher, wenn auch von der Gesellschaft enttäuscht. Im Endeffekt ist sie mehr der Typ Robin Hood als eine Kampf-Amazone. Vielleicht steht hier auch deshalb der Name Selina Kyle im Vordergrund und nicht Catwoman. Hin und wieder fragt sich der Zuschauer übrigens: Wie kann Miss Kyle so schnell mit Batmans Maschinen umgehen?

Christopher Nolan ist ein Meister der Bilder und so sind die Panorama-Aufnahmen von Gotham ein großes Plus von "The Dark Knight Rises". In ganz großem Stil werden Brücken gesprengt, Stadien in die Luft gejagt und Flugzeuge von anderen Fliegern auseinandergebrochen. Einer der wohl beeindruckendsten Momente des Filmes ist die Zerstörung des Football-Stadions kurz nach der amerikanischen Hymne. Gänsehaut! Doch auch die Chöre im Gefängnis oder die generelle musikalische Untermalung von Hans Zimmer, verpassen dem Film eine epische Atmosphäre, die sich gewaschen hat. "Batman Begins" war düster, "The Dark Knight" war beklemmend, "The Dark Knight Rises" ist effektvoller, wodurch er seinem Namen also auch optisch alle Ehre macht.

Batman Fans wird alles geboten. Scarecrow taucht noch einmal auf, die Geschichte um Ra's Al Ghul wird noch einmal aufgefrischt und mit Bane und Catwoman kommen gleich zwei weitere Klassiker in die Nolan-Trilogie. Übrigens werden auch kleinere Comic-Charaktere, wie Holly Robinson oder Deputy Foley in die Handlung integriert. Dass der Joker aber zu keiner Zeit mehr erwähnt wird, wirkt irgendwie komisch. Teilweise kommt es einem so vor, als könnte "The Dark Knight Rises" auch auf "Batman Begins" folgen - wäre da nicht Harvey Dent als Bindeglied.

Bevor sich Batman-Anhänger damit abfinden, dass die Nolan-Reihe wohl vorbei ist, sollte sich jeder noch einmal auf der Zunge zergehen lassen, welche großartigen Akteure eine Rolle spielten. Weil es so schön ist, zählen wir Christopher Nolans Inception-Sechser zuerst auf: Cillian Murphy ("28 Days Later") als Scarecrow, Michael Caine ("Gottes Werk und Teufels Beitrag") als Butler Alfred Pennyworth, Marion Cotillard ("La Vie en Rose") als Miranda Tate, Ken Watanabe ("Last Samurai") als Ra's Al Ghul, Tom Hardy ("Warrior") als Bane und Joseph Gordon-Levitt ("50/50") als John Blake. Unvergessen bleibt Heath Ledgers ("Ritter aus Leidenschaft") Oscar-Rolle als Joker. Außerdem mitgespielt haben Tom Wilkinson ("Michael Clayton") als Carmine Falcone, Nestor Carbonell ("Lost") als Bürgermeister Garcia, Aaron Eckhart ("Thank You for Smoking") als Harvey Dent, Liam Neeson ("Taken - 96 Hours") als Henri Ducard , Maggie Gyllenhaal ("Schräger als Fiktion") als Rachel Dawes, die im ersten Teil noch von Katie Holmes ("Nicht auflegen!") verkörpert wurde und Eric Roberts ("The Specialist") als Salvatore Maroni. Catwoman durfte natürlich auch nicht fehlen, daher geht der Dank der Batman-Fans auch an Anne Hathaway ("Der Teufel trägt Prada"), die Selina Kyle gekonnt rüberbrachte. Alle drei Filme getragen haben aber vor allem Morgan Freeman ("Invictus") als Lucius Fox, Gary Oldman ("Dame König As Spion") als Commissioner Gordon und Batman selbst - Christian Bale ("American Psycho"), der dem dunklen Rächer genau den richtigen Mix aus Zerbrechlichkeit und Kampfesmut eingehaucht hat.

"The Dark Knight Rises" ist ein würdiger Abschluss der wohl besten Comic-Verfilmungen, die es bisher gab. Der Film punktet dadurch, dass er als dritter Teil trotzdem eine spannende, durchdachte Story hat und nicht nur auf das Mittel "mehr Action, mehr Stars, mehr Effekte" setzt. Christopher Nolan inszeniert ein furioses Spektakel mit überraschender Wende und sympathischem Ausgang. Das ist ganz großes Kino und wird im Kinojahr 2012 nur sehr schwer zu schlagen sein.

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