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Kritik von Frederik Braun zu 'The Dark Knight Rises'

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Partner von Entania
Kritik von Frederik Braun
veröffentlicht am 28.07.2012
90%
In der nun fast 120-jährigen Geschichte des Films hat sich die Trilogie schon oft genug als eine der elegantesten Formen erwiesen eine sich über einen längeren Zeitraum erstreckende Handlung zu realisieren. Gerade in der heutigen Zeit kommt sie mehr und mehr in Mode, meist jedoch nur als halbherziges Resultat des Fortsetzungswahns der Studios.

In diesem Jahr hat nun auch Christopher Nolan seine Saga um den dunklen Ritter zu einem Ende kommen lassen: Batmans Geschichte ist endgültig erzählt, und wir blicken nostalgisch zurück auf Bruce Waynes Streifzug durch den Himalaya in "Batman Begins" und seine ständigen Auseinandersetzungen mit dem verrückt-genialen Joker in "The Dark Knight".

"The Dark Knight Rises" ist kein Superheldenfilm mehr, sondern vielmehr ein Endzeitepos: Nachdem Batman die Verantwortung für den Tod von Harvey Dent übernommen hat, verschwindet er von der Bildfläche. Ganze acht Jahre später lebt Wayne zurückgezogen und sichtlich gealtert in seiner wieder aufgebauten Villa. Es ist Frieden in Gotham eingekehrt: Ganoven-Netzwerke sind zerschlagen, Psychopathen wie der Joker sitzen in Hochsicherheitsanstalten. Doch die harmonische Atmosphäre hält nicht lange an, denn in der Kanalisation etabliert sich eine Terrorvereinigung, die mit Abstand das größte Verbrechen plant, das Gotham jemals wiederfahren ist. Zeit also für Batman auf die Leinwand zurückzukehren, doch der skrupellose Terrorleader Bane und die gewitzte Meisterdiebin Selina Kyle alias Catwoman machen ihm das Leben schwer.

Bei den meisten Superheldenverfilmungen fügt sich die Story der Vorlage, bei Nolan fügt sich die Vorlage der Story. Das wird nie so deutlich wie in diesem letzten Teil seiner Trilogie, der sich in einzelnen Story-Elementen an der "Knightfall"-Comicsaga orientiert. Nolan hebt alle "Gesetze einer Comicverfilmung" auf, sodass man schließlich um das Leben von Figuren bangt, die in den Comics stets auf der "Survive-at-the-End-Liste" standen. Ähnlich wie beim direkten Vorgänger "The Dark Knight" beginnt sein Finalteil sehr gemächlich bevor er dann im zweiten Akt alle Geschütze auffährt. Die Verzweiflung von Gothams dunklem Ritter und die Überlegenheit Banes spitzen sich schließlich so zu, dass einem stellenweise nur noch die Mundlade runterfällt.
Eine Botschaft kristallisiert sich aus diesem Zustand, die man nicht wahrhaben will: In diesem Gotham wirkt der Fledermausmann alt und aus der Mode gekommen. Genau auf dieser Basis entsteht die Angst vor der Niederlage des aufopferungsvollen Helden, die sonst noch bei keinem anderen Superheldenfilm entstehen konnte.

Ein toller Cast untermalt die tiefgründige Handlung: Christian Bale glänzt wie immer als Bruce Wayne, genau wie sein aus den Vorgängern bereits bekanntes Team: Gary Oldman als Kommissar Gordon, Michael Caine als Butler Alfred und Morgan Freeman als Technik-Ass Lucius Fox. Tom Hardy brilliert als Bösewicht Bane, der für Nolans Realverfilmung selbstverständlich realistischer inszeniert wurde. Für frischen Wind sorgt zudem Joseph Gordon-Levitt, der als Cop John Blake ebenfalls eine Protagonisten-Rolle übernimmt. Eine besondere Überraschung ist Anne Hathaway, die eine intelligente, sexy Catwoman verkörpert und dem ganzen eine kleine, nötige Prise Humor verleiht. Einzig Marion Cotillard bleibt mit ihrer Figur Miranda Tate hinter ihren Möglichkeiten, aber auch sie kriegt schließlich ihren Moment.

Trotz kleinerer Längen und ein, zwei Mini-Handlungssträngen zu viel ist "The Dark Knight Rises" ein mehr als würdiger Abschluss einer großartigen Trilogie. Und am Ende wenn die letzten Bilder über die Leinwand laufen fühlt man sich sogar dabei ertappt die eine oder andere Träne zu verdrücken. Die Geschichte um Gotham und seinen Ritter ist zu einem Ende gekommen, mit dem sicherlich jeder zufrieden sein wird und Nolan sein Werk trotzdem vor den fortsetzungsgeilen Studios geschützt hat.

Fazit: Mit dem bombastischen Finale reiht Christopher Nolan seine Filmsaga in die Riege von Meisterwerk-Trilogien wie "Der Pate", die alten "Star Wars"-Filme, "Der Herr der Ringe" und die "Dollar"-Filme ein. In einigen Jahrzehnten, wenn der Großteil der heutigen Superheldenfilme in der Versenkung der Überflüssigkeit verschwunden ist, wird man sich immer noch an diese drei Filme erinnern!

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