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Kritik von Björn Zieginger zu 'RoboCop'

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Kritik von Björn Zieginger
veröffentlicht am 12.02.2014
65%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Neuverfilmung des Kultklassikers von 1987. Als ich erfuhr, dass "RoboCop" einen neuen Anstrich erhält, freute ich mich sehr. Ich finde den ersten Film von 1987 sehr unterhaltsam. Jedoch eindeutig zu brutal. Die Neuinterpretation des brasilianischen Regisseurs José Padilhas hingegen verzichtet auf harte brutale Szenen, und versucht eher, den emotionalen Pfad zu gehen. Dieses gelingt ab und zu ganz gut wirkt aber manchmal etwas erzwungen. Das ist aber in Ordnung, denn eigentlich soll ja in diesen Film mehr geballert werden als geweint. Auf jeden Fall schafft es Padilhas, dass man Mitleid mit Alex Murphy alias Robocop (Joel Kinnaman) hat. Besonders hart trifft es den Zuschauer, wenn Robocop in seine Einzelteile zerlegt wird und klar wird, dass bis auf sein Gesicht, Gehirn und einigen Lebenswichtigen Organen er nur noch aus "Blech" besteht. Joel Kinnaman spielt die Rolle als Alex Murphy solide. Jedoch gerade Anfangs etwas zu überlegen. Murphy kommt richtig arrogant rüber. Zum Vergleich: Im Original war Murphy ebenfalls sich seiner Fähigkeiten als guter Cop bewusst, bevor er eine Maschine wurde, wirkte dennoch aber sympathischer. Hier wäre weniger Mehr gewesen. Ein großen Pluspunkt im Gegensatz zum Original: Frau Clara Murphy (Abbie Cornish) und Sohn David (John Paul Ruttan) spielen eine große Rolle. Abbie Cornish schafft es das man Ihrer Figur, die Hilfslosigkeit abnimmt, als Sie erkennt das OmniCorp denen Sie erlaubte aus Alex Murphy RoboCop zu machen niemals das Interesse hegte Ihren Sohn den Vater oder Ihr den Mann wieder zurück zu bringen. Sehr hart wird es als RoboCop einfach an Ihr und seinen Sohn ohne sie nur anzuschauen vorbei geht.

Stark überzeugt einmal wieder Gary Oldman als Dr. Dennett Norton, der Alex Murphy im Auftrag von OmniCorp-Chef Raymond Sellars (Michael Keaton, ebenfalls eine gute darstellerische Leistung) zu Robocop macht. Er ist einerseits ein Mensch mit starken moralischen Werten, jedoch eben auch ein Wissenschaftler, der auf einmal alles bereit gestellt bekommt, was er braucht um sein Werk zu vollenden - so lange er aber auch das macht, was OmniCorp möchte. Und für Sellars zählt Geld nun einmal mehr als Moral. Somit ist Dr. Dennett Norton mehrmals im Film im Zwiespalt zwischen seinen moralischen Werten und der Wissenschaft die schneller voran geht wenn man diese zur Seite legt. Gary Oldman gibt seiner Figur mit Abstand die beste Tiefe in diesen Film. Man übertreibt nicht wenn man sagt, dass er sogar weit über dem Niveau des Filmes spielt.

Ein sehr unterhaltsamer Punkt der Originalfilme war gerade im ersten Teil immer die Ausstrahlung der Nachrichten in der Zukunft, die vor Sarkasmus nur so blühten. Dieser Punkt wurde nun durch eine eigens initiierte Fernsehshow der befürworteten Fraktion die für den Einsatz von Maschinen auf amerikanischen Boden ist ersetzt. Fernsehkolumnist Pat Novak (Samuel L. Jackson) ist hierbei der Moderator. Dieser wirkt extra sehr überdreht. Am Anfang noch unterhaltsam werden in der Mitte des Filmes diese Ausschnitte aber irgendwie überflüssig. Gut ist es allerdings dann noch einmal am Ende als Pat Novak richtig unsachlich wird und sogar sagt das Amerika nun einmal das geilste Land der Erde sei, und deswegen das Recht habe, anderen Ländern ihr Recht aufzuzwingen. Und das dies auch immer so bleiben wird. Mit dieser einen Szene schafft es der Film den doch sonst sehr ausgeprägten Patriotismus in anderen amerikanischen Filmen durch den "Kakao" zu ziehen. Ich musste sehr schmunzeln.

Kommen wir aber nun zum wichtigsten Punkt: der Action. Der Film ist ja nun einmal immer noch ein Actionfilm und kein Drama. Und leider muss ich sagen. Hier schwächelt "RoboCop" am meisten. Erster Punkt man erkennt es waren Handkameras am Werk. Ist ja bekanntlich Geschmackssache. Ich fand es in Ordnung. Einige wird es aber nerven. Zweiter Punkt, wenn ich heutzutage einen Actionfilm mache habe ich ein Problem. Ich habe ein Publikum was sich sehr wahrscheinlich gerne Actionfilme anschaut und deswegen nun einmal sehr verwöhnt ist. Man sagt in diesen Film nicht einmal wirklich "Wow!" in den Actionsequenzen. Selbst das Finale ist purer Durchschnitt. Es haut einen einfach nichts von den Socken. Irgendwie hatte Ich ständig das Gefühl, das habe ich doch schon einmal gesehen. Dritter Punkt ist der, dass man viel aus der Sicht von RoboCop sieht. Sprich: anvisieren und schießen. Keine Bedrohung, Bedrohung und wieder anvisieren und schießen. Es ist in einem gesunden Maße ganz interessant, aus der Sicht einer Maschine das zu erleben. Leider verliebte sich Padilhas wohl in diese animierte Perspektive sonst kann ich mir es einfach nicht erklären warum er die Schusswechsel ständig damit zeigte. Irgendwann dachte ich kurzzeitig: "Wo ist eigentlich mein Controller? Achja richtig du guckst gerade einen Film und sitzt nicht vor deiner Spielekonsole." Hier wäre auch weniger Mehr gewesen.

Fazit: "RoboCop" ist ein solides Remake eines Kultklassikers und passt sich der heutigen Zeit gut an. Vor allem zeigt er mehr Tiefe der Figuren als das Original. Leider ist "RoboCop" aber nur ein durchschnittlicher Actionfilm, deshalb ist es nicht zwingend notwendig, ihm in Kino zu schauen. Die Blu-Ray oder DVD reicht da auch. Wenn in den nächsten Jahren noch weitere Teile folgen sollten, kann man sich allerdings gut steigern. Die Grundbasis ist dafür gelegt. In einer Trilogie würde dieser Film eine solide Einleitung hergeben. Voraussetzung hier führ ist natürlich das der zweite Teil dann richtig gut wird. Ein Vergleich zu "Batman" ist zwar sehr weit gegriffen, allerdings ist "Batman Begins" ja auch nur eine solide Einleitung bevor es dann in "The Dark Knight" Weltklasse wird. Wie gesagt dieser Vergleich ist sehr weit gegriffen, aber es ist ja bekanntlich nichts unmöglich.

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