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Kritik von Benjamin Falk zu 'Auf Messers Schneide - Rivalen am Abgrund'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 02.03.2015
70%
"Auf Messers Schneide" wollte ich schon immer mal sehen, aber so wichtig war mir der Film auch nie, weshalb es Ewigkeiten gedauert hat, bis er bei mir nun wirklich mal lief. Meine Erwartungen wurden hier auf jeden Fall erfüllt. Das ist nichts Besonderes, aber ein solider Film ist auf alle Fälle entstanden und man kann sich das sehr gut ansehen.

Charles Morse hat ein tolles Leben. Er ist stinkreich und hat eine bezaubernde Ehefrau, die ein Model ist. In Alaska sollen einige Bilder von ihr gemacht werden und der Fotograf Robert sieht in der Gegend einen Indianer, von dem er gleich auch noch eine Fotoserie machen will. Zusammen mit zwei anderen fliegen Charles und Robert deshalb hinaus in die Wildnis, doch dann kommt es zu einem Unfall und plötzlich befindet man sich allein in der harten Natur. Dummerweise weiß auch niemand, wo sich die Männer aufhalten und als wäre der Kampf gegen die Wildnis nicht schon genug, gibt es ein weiteres Problem. Charles vermutet nämlich, dass Robert ein Verhältnis mit seiner Frau hat und er ist sich ziemlich sicher, dass er ihn aus dem Weg räumen will.
Das spielt dann aber eine lange Zeit gar keine Rolle, denn um zu überleben, muss man natürlich zusammenhalten. "Auf Messers Schneide" ist nun wirklich nicht gerade überraschend und lässt sich vom Verlauf sehr gut vorhersehen. Etwas Besonderes oder Neues bietet die Story einem nicht, aber das Drehbuch wurde dennoch solide geschrieben. Es funktioniert auf jeden Fall und mein Interesse wurde stets aufrecht erhalten, auch wenn man kaum Ideen hatte, die das Ganze etwas eigenständiger machen würden. Viel mehr kann man zur Story auch eigentlich nicht schreiben.

Ein großer Punkt, weshalb das so gut funktioniert, ist mit Sicherheit, dass die beiden Hauptdarsteller überzeugend agieren. Anthony Hopkins macht einen sehr sympathischen Eindruck und spielt seine Rolle wirklich ordentlich. Alec Baldwin wirkt da ein wenig unscheinbarer und verkörpert eher den Antagonisten, bleibt aber ebenfalls recht sympathisch und konnte mich auch überzeugen. Ansonsten spielt eigentlich nur noch Harold Perrineau Jr. eine Rolle, was er solide macht und die restlichen Darsteller sind jeweils nur am Anfang und am Ende mit von der Partie.
Die Figurenzeichnung besteht aus recht vielen Klischees, was nicht unbedingt hätte sein müssen, hier aber erstaunlicherweise kaum stört. Man hat es an sich mit 08/15 Standart-Stereotypen zu tun, die wenig eigene Persönlichkeit besitzen, dennoch kommen genügend Sympathien auf und man kann etwas mit ihnen mitfiebern. Das ist im Endeffekt zwar sehr belanglos, reicht für den Film aber aus und muss deshalb nicht großartig bemängelt werden.

Regie führte Lee Tamahori, der nicht gänzlich unbekannt ist, aber nun an sich keine Meisterwerke abgeliefert hat. Ein guter Regisseur ist er trotzdem und das sieht man "Auf Messers Schneide" auch an. Besonders die vielen Naturschauplätze machen optisch viel her und haben mir sehr gut gefallen. Auch wie man den Bären desöfteren mit ins Spiel bringt, ist ordentlich gemacht, was sicherlich auch dem sehr gut dressierten Bären "Bart the Bear" zu verdanken ist. Das ist alles gut gefilmt, sieht ordentlich aus und kann aus handwerklicher Sicht somit durchaus überzeugen.
Das lässt sich wohl am ehesten als eine Art Survival-Thriller bezeichnen und gerade dadurch, dass sich alles in der Wildnis abspielt, kommt so auch ein wenig Abenteuer-Atmosphäre auf. Hinzu gesellt sich eine Prise Drama. Erst ist die Natur der große Feind, dann hinterher doch wieder der Mensch und all diese Elemente sind nun wirklich nichts Neues, wurden aber gut zubereitet. Das ist zwischendurch mal leicht düster, im Endeffekt aber sehr leicht verdauliche Kost, die dann auch noch mit einem friedlichen Ende aufwartet. Mir gefiel das soweit gut, jedoch wird es kaum packend.

Das verhindert aber nicht, dass der Unterhaltungswert ordentlich ist. Die Einleitung ist vielleicht ein wenig zu lang geraten und bis es dann mal wirklich zur Sache geht, vergeht ein wenig Zeit. Vielleicht hätten es 90 Minuten Laufzeit anstatt von 110 auch getan. Sobald man sich jedoch erstmal in der Wildnis befindet, baut sich eine gewisse Spannung auf und das lässt sich kurzweilig verfolgen. Intensive Unterhaltung ist das nicht und man hätte die psychische Komponente wesentlich stärker ausnutzen können, aber so bleibt es halt seicht und leicht zu verfolgen. Manchmal ist ja auch das nicht verkehrt. Ich habe mich jedenfalls nicht gelangweilt und am Ende verging die Laufzeit angenehm schnell.
Ein paar Effekte gibt es zu sehen und diese sind gut gelungen. Für seine Freigabe ab 12 Jahren ist das dann teilweise gar nicht mal so harmlos geraten, denn etwas Blut wird vergossen, aber die Freigabe ist dennoch berechtigt.
Der Score begleitet das Geschehen solide und hat gepasst.

Fazit: Sofern man kein Highlight und nichts Innovatives erwartet, dürfte man von "Auf Messers Schneide" eigentlich nicht enttäuscht werden. Das ist ein gut gespielter Survival-Thriller mit einem tollen Bären, schönen Naturschauplätzen und handwerklich wurde das souverän gemacht. Zwar bietet die Story an sich etwas wenig Substanz und die Figurenzeichnung ist sehr belanglos geraten, aber das ändert nichts daran, dass man hier gut unterhalten wird. Das ist seichte Kost, die leicht verdaulich ist und dennoch etwas Spannung aufkommen lässt. Alles in einem also eine runde Sache und durchaus empfehlenswert!

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