foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Michael Denks zu 'Mission: Impossible - Phantom Protokoll'

WERBUNG
Partner von Entania
Kritik von Michael Denks
veröffentlicht am 09.12.2011
90%
Ethan Hunt ist wieder auf Mission. Selbstverständlich steht nichts Geringeres als die Rettung der Welt selbst auf der Tagesordnung. Hatten wir das nicht schon? Doch Tom Cruise wäre nicht Tom Cruise, wenn er mit seinem Lieblings-Agenten nicht immer noch eins draufsetzten wollte. Wie ist also die letzte "Mission Impossible" noch zu toppen? Was schon jeder ahnt oder weiß: Action am laufenden Band, schnelle Autos, bombastische Kulissen, Szenenwechsel quer über alle Kontinente. Das macht ja James Bond schon zum 100. Mal und kann daher nur die Basis sein. Aber gab es da nicht kürzlich einen Geheimagenten, der in einer brillanten Action-Story sein Gedächtnis verloren hatte? Matt Damon hat es als "Jason Bourne" allen vorgelebt. Also zurück zu den Wurzeln des Filmemachens, das Drehbuch muss einfach richtig knallen. Der verwöhnte Zuschauer soll endlich wieder für mindestens zehn Minuten am Stück seinen Atem anhalten, während sich sein Bauch langsam aber sicher von Szene zu Szene verkrampft und die Kino-Luft unerträglich dünn wird. Heute genügt es nicht mehr, in letzter Sekunde eine Atombombe zu entschärfen, sie muss schon unaufhaltsam unterwegs sein. Zweikämpfe, Verfolgungsjagden, knifflige Einbrüche, alle Elemente müssen den gnadenlosesten Feind von Ethan Hunt besiegen: den Zuschauer.
Ein einfacher Wochenend-Blockbuster reicht den Machern nicht aus, auch wenn er Abermillionen einspielen wird, man will endlich wieder einen künftigen Klassiker à la "Stirb langsam" auf die Leinwand zaubern. Nichts anderes war das Ziel der vierten Impossible-Auflage. Schon im ersten Teil überzeugten unglaubliche, technische Spionage-Erfindungen, aber auch eine intelligente Story mit erstaunlichen Wendungen. Mit Ausnahme des zweiten Teils, der mit seiner Zeitlupen-Ästhetik und den unfreiwillig komischen Superhelden-Stunts die menschliche Sphäre bereits verlassen hatte, machte Teil 3 wieder Lust und Laune. Also bitte nochmal "Back to the roots" Ethan Hunt, übernehmen Sie!

Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein neues IMF Team mit Jane Carter (Paula Patton) und Technik-Freak Benji Dunn (Simon Pegg) sind von Beginn an mitten im Einsatz. Dabei ist die Befreiung aus einem sowjetischen Hochsicherheitstrakt noch eher eine kleine Übung zwischen Kaffee und Kuchen. Schwieriger gestaltet sich ein Einbruch in den Kreml, doch irgendwer scheint mit falschen Karten zu spielen. Der berüchtigte "Kobold" (Michael Nyqvist) hat den drei Topagenten eine hochexplosive Falle gestellt und kann mit den wichtigsten Utensilien für einen atomaren Erstschlag flüchten. Selbstverständlich werden Hunt und seine Leute für den Terroranschlag verantwortlich gemacht, bleibt dem Team nur noch eines: Den Schuldigen stoppen, bevor dieser die Welt in den nuklearen Abgrund befördert. Zu unfreiwilliger Hilfe kommt ihnen in Moskau der undurchsichtige Analyst William Brandt (Jeremy Renner), der zuvor einen weiteren Anschlag knapp überlebt hatte. Die Spur führt über Dubai nach Indien, quer über den Globus, aber um den schlauen Bösewicht zu stoppen, ist die Zeit extrem knapp und die Mission natürlich fast unmöglich.

Brad Bird ("Die Unglaublichen") liefert mit seinem ersten "Real-Film" eine erstaunliche Leistung ab, selten konnte eine Fortsetzung auf diesem Niveau so stimmig und dabei so locker inszeniert wirken. Neben gewohnter Action kann diesmal die Spannung wieder auf weiter Strecke punkten. Ein weiterer Stein im Mosaik: Die Chemie des IMF-Teams stimmt jetzt einfach. Jede Figur bekommt einen prägnanten, einprägsamen Charakter, dagegen bestanden die Vorgänger weitgehend aus Statisten rund um die One-Man-Show Tom Cruise. Die neuen Helfer werden mit Leib und Seele integriert und vom Zuschauer wohlwollend akzeptiert. Simon Pegg darf als Fachmann für Hard-und Software seinen britischen Witz spielen lassen, während Jeremy Renner mit seiner lakonisch coolen Art als Bürohengst im Außeneinsatz dem eigentlichen Star Cruise auch gern mal die Show stiehlt. Das Auge isst mit. Für die Männerwelt sorgt die schöne Paula Patton für den nötigen Ausgleich in der Männerdomäne. Die Abteilung "Bösewichte" mit Michael Nyqvist wirkt dagegen etwas blass, da hatte Philip Seymour Hoffman im Teil zuvor auf jeden Fall die Nase vorn. Trotz gradliniger Story-Entwicklung ohne die gewohnten Wendungen wirkt dieser Weg verdammt steil, mit jeder Menge Schlaglöchern ausgestattet. Langweile ist da ausgeschlossen. Die Szenen in Dubai, an der Außenwand des höchsten Gebäudes der Welt, gehören mit Sicherheit zu den besten, die je gedreht worden sind. Da wird einem sogar im Kinosessel schwindelig.

Aber auch in fast allen anderen Extremsituationen will "Mission Impossible" nicht nur das letzte sondern das Unmögliche rausholen. Dazu gehört ein klasse Team. Cruise hat sich mit frischem Blut versorgt, nicht nur vor der Kamera. Man spürt beinahe in allen Szenen den kreativen Geist junger, hungriger Köpfe und einen endlosen Fundus an Ideen für die kleinen Details und coolen Gadgets.

Fazit: Die erstklassige Spionage-Hatz quer über den Globus schlägt alle seine Vorgänger und macht sogar Laune auf einen weiteren Nachschlag.

War diese Kritik hilfreich?
30 von 33 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
weitere Kritiken zu diesem Film
09.12.2011Michael Denks
90%
02.01.2012Michael Scharsig
85%
05.01.2012Björn Schneider
75%
24.01.2012Robin Willjung
90%
14.05.2012André Gerstenberger
100%
18.06.2012Timo Liedtke
90%
Eigene Kritik schreiben
Weitere Kritiken in der aktuellen Übersicht oder im Archiv
 
 Teil der Serie 'Mission: Impossible' 
 Mission: Impossible (1996)  
 Mission: Impossible 2 (2000)  
 Mission: Impossible III (2006)  
 Mission: Impossible - Phantom Protokoll (2011)  
 Mission: Impossible 5 (Drehbuchphase, 2015)  
 weitere Teile...
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k6vc
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2014 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen