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Kritik von Jonas Keller zu 'The Big Lebowski'

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Kritik von Jonas Keller
veröffentlicht am 23.11.2009
90%
"Es gibt Tage, da verspeist man den Bären, und Tage, da wird man eben vom Bären verspeist", meint der lakonische Erzähler (Sam Elliott) im Film. Nun, der Dude (ersatzweise auch Eure Dudeheit oder El Duderino), wie sich der titelgebende Jeffrey Lebowski (Jeff Bridges) selbst nennt, hat zweifellos einen jener Tage am falschen Ende der Nahrungskette erwischt. Zwei Eindringlinge waschen ihm die Haare in der Toilette und erleichtern sich anschliessend gleich noch auf seinen Teppich. Da dieser das Zimmer schliesslich erst richtig gemütlicht gemacht hat und es sich bei dem Ganzen sowieso um eine Verwechslung handelt, macht sich der Dude auf, einen Ersatzteppich bei seinem schwerreichen Namensvetter einzufordern. Dieser findet schnell einen Weg, "diesen Penner" für sich einzuspannen, und so findet sich der Dude inmitten eines Entführungsfalls wieder, in dem von Nihilisten über Pornoproduzenten bis hin zu einer feministischen Avantgarde-Künstlerin alles vertreten ist, was das Herz eines Coen-Fans zu erfreuen vermag. Doch für eine Runde Bowling und einen White Russian war schliesslich immer noch Zeit.

Der Dude, das ist einer jener gestrandeten Wale der 60er, ein ewiger Hippie, der im Bademantel in den Supermarkt geht, bekifft seiner Walgesang-Kassette lauscht und, natürlich, immer wieder bowlen geht. Zusammen mit dem schweigsamen und leicht konfusen Donny (Steve Buscemi) und dem psychotischen Vietnamkriegsveteran Walter (John Goodman), dem ausser dem Sabbat vor allem sein Recht auf Schusswaffen heilig ist, schlägt sich unser Held durch eine Geschichte, die keine ist, eine Geschichte, derart verwickelt, dass man es dem Dude gerne nachsieht, dass er sie gar nicht erst zu verstehen versucht. Stets leicht verschlafen stolpert er durch die Gegend, immer ein Glas seines Lieblingsdrinks in der Hand, und stellt sich schnell einmal als eine der normalsten Personen heraus in diesem Irrenhaus namens Kalifornien.

Die Coen-Brüder haben sich spätestens mit dem Thriller "Fargo" einen Namen gemacht. Die absurden Situationen und Figuren, für die das Regieduo hauptsächlich bekannt ist, treten allerdings zum ersten Mal bei "The Big Lebowski" richtig zum Vorschein und finden damit auch ihren (vorläufigen) Höhepunkt. Die Geschichte, eine Hommage an den Film Noir der 1940er, muss dagegen deutlich zurückstehen, ohne dem Film damit zu schaden. Das stille Dahinplätschern, unterbrochen von den unregelmässigen humoristischen Spitzen, gibt dem Ganzen sein ureigenes, gemütliches Gesicht. Dazu passt auch die Musik, die vor allem mit Coverversionen von Songs der Stones, Elvis oder der Eagles aufwartet und immer eine perfekte Untermalung jeder noch so absurden Situation liefert. Was am Schluss übrig bleibt, sind ein glückseliges Lächeln, ein unbändiges Verlangen, diesen Film gleich noch einmal anzusehen und das überaus beruhigende Schlusswort: "Der Dude packt das."

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