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Kritik von Stefan Petersohn zu 'The Big Lebowski'

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Kritik von Stefan Petersohn
veröffentlicht am 03.07.2009
85%
Schon zu Beginn schockt dieser Film gnadenlos:
Begleitet von einer beruhigenden Erzählerstimme fährt die Kamera auf das nächtliche Los Angeles zu und verfolgt schließlich den Weg eines bärtigen Zausels durch einen großen 24-Stunden-Supermarkt. Der in Shorts und einen Bademantel gewandete Freak schlurft zu den Milchprodukten, schnappt sich einen Tetrapack Kuhsaft und trinkt die ersten paar Schlucke gleich mal direkt aus der Packung. Dann zottelt er zur Kasse, zahlt per Scheck. Da er diesen aufgrund seines Zustands nur sehr langsam ausfüllt, dauert die Prozedur eine Weile. Willkommen im Leben des "Dude". Er ist halb Hippie-Slacker, halb Voll-Penner und laut Erzähler der faulste Sack von ganz L.A., der auch in der Rangliste der weltweit faulsten Säcke eine Spitzenposition einnimmt.

Zusammen mit seinen beiden Versagerkumpeln Walter (John Goodman) und Donnie (Steve Buscemi) hängt der Dude vorzugweise auf der Bowlingbahn ab, wo vor allem die beiden Bartungeheuer stundenlang in der Gegend rumlabern. Ansonsten liegt unserer Held Zuhause auf dem Teppich (der in seinen Augen das karge Zimmer erst so richtig gemütlich macht), raucht dünne Joints und hört sich auf seinen Walkman legendäre Partien seiner Lieblingsportart Bowling an. Die versiffte Idylle wird durch zwei tumbe Schläger gestört, die in die Bruchbude einmarschieren, den Dude aufmischen und Geld einfordern. Obwohl es sich offensichtlich um eine Verwechslung handelt, kann das Woodstocküberbleibsel sie nicht daran hindern, den Teppich, der das Zimmer erst so richtig gemütlich macht, mit sich zu nehmen. Jetzt sieht sich der Dude genötigt Aktivität zu entwickeln. Er sucht seinen einzigen Namensvetter in der Stadt auf, um Ersatz für das gute Stück einzufordern und ahnt nicht, dass diese Entscheidung fatale Folgen für ihn haben wird. In kürzester Zeit ist das Joaquin-Phoenix-Double in einen bizarren Kriminalfall verwickelt, in dem Lösegeldübergaben, Wiesel, Menstruationskunst und deutsche Nihilisten eine wichtige Rolle spielen.

Kritik: In typischer Coen-Manier stolpern die Hauptfiguren in diesem Film durch einen, von größtenteils ebenso unfähigen Gestalten bevölkerten, schrägen Mikrokosmos, der mühelos als Parodie auf den amerikanischen Traum zu erkennen ist. Alle Figuren (außer Lonnie) agieren ebenso gedankenlos wie selbstbewußt, was sich in zum Teil hochgradig surrealistisch-hirntoten Dialogen niederschlägt. Charmebolzen Jeff Bridges spielt den Dude (auch "Seine Dudeheit", "El Duderino") als wandelnde Mainfestation eines seit etwa 30 Jahren andauernden Highs, dessen von einfachen Freuden geprägten Alltag eine gewisse Tragik innewohnt. Cineastisch betrachtet haben die zwei Brüder sicher schon anspruchsvollere Filme gedreht, dieser hier ist aber definitiv ihr lustigster.

Fazit: Harharhar! Supergeiler Film! In den ganzen 112 Minuten sieht man die Jungs übrigens nicht einmal aufstehen und bowlen.

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