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Kritik von Michael Denks zu 'Merida - Legende der Highlands'

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Partner von Entania
Kritik von Michael Denks
veröffentlicht am 11.07.2012
70%
Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
Neuster Pixar-Streich spricht vor allem junge Kinobesucher an

In kommenden Kino-August beschert uns "Merida" die etwas andere Art von Prinzessin in den Kinos. Mit "anders sein" kennt sich die Trickfilm-Schmiede Pixar bestens aus, schließlich haben die Animations-Profis inzwischen einen gewissen Ruf zu verteidigen. Welches Unternehmenslogo mit einer Schreibtischlampe kann schon auf zwölf Oscars zurückblicken?
John Lasseter, ausführender Produzent, hat es mit der 13. Pixar-Produktion auf den Punkt gebracht: "Mit "Merida" legen wir die Messlatte für Computeranimationen in sämtlichen Bereichen wieder mächtig nach oben - was die Darsteller von Menschen angeht, von Haaren und Kleidern; die Darstellung von Tieren, darunter Bären und Pferde; die Glaubwürdigkeit von natürlichen und historischen Umgebungen." Hoffentlich hat das Ausnahme-Team um Lasseter bei sämtlichen Innovationen nicht das Wichtigste, nämlich den Kern und Witz der Geschichte vergessen.

Inmitten der rauen Wildnis der schottischen Highlands träumt die junge Prinzessin Merida von Abenteuern zu Pferd und Bogen. Doch im Hause des schottischen Königs Fergus hat nur eine Person wirklich den Kilt an - Meridas Mutter, Königin Elinor. Deren Vorstellungen, wie die Zukunft ihrer Tochter aussehen soll, geht in eine ganz andere Richtung. Das rebellische Mädchen soll bald schon unter die Haube gebracht werden, dazu eingeladen sind die Söhne der benachbarten Clans.
Ein Bogenschießwettkampf soll den neuen Ehemann ermitteln, doch Merida nimmt prompt selbst daran teil und beleidigt durch ihren Sieg die Highlander und Lords.
Der Riesenkrach lässt nicht lange auf sich warten, und Merida flüchtet in den Wald. Dort trifft sie auf eine Hexe, die ihr verspricht alle Probleme mit der herrischen Mutter durch einen Zauber lösen zu können. Leider haben Zauber oft ihre Nebenwirkungen und ein magischer Fluch fordert Meridas ganzen Mut.

Man könnte wieder einmal behaupten die Zahl 13 bringe Unglück.
"Merida" bietet zwar alles was sich jungen Kinobesucher erhoffen, dennoch bleibt das schottische Märchen hinter, vor allem erwachsenen, Erwartungen zurück. Die Prinzessin wider Willen schlägt sich durch eine sympathische aber dennoch simpel gestrickte Geschichte, deren Auflösung komplett vorhersehbar ist. Das sind andere Pixar-Geschichten auch, doch was ist beispielsweise das Geheimnis von "Findet Nemo"? Jeder geht davon aus, Nemo wird sicher am Ende gefunden, doch die Reise muss das eigentliche Erlebnis sein. Überraschende Begegnungen, humorvolle Wendungen, spritzige Dialoge und grandiose Animations-Darsteller verewigen sich so in den Sympathien der Zuschauer. Der feine Unterschied macht es aus. Große Lacher gibt es in den Highlands nur wenige, eher ein wohlwollendes Lächeln und Schmunzeln begleitet die gut eineinhalb Stunden Film. Im Trailer zu "Merida" hatte man sich auf kauzige Schotten im Stil der irren Gallier gefreut, die sich mit einem rothaarigen Wirbelwind herumschlagen müssen, doch deren Zeit ist im Film nur kurz bemessen. Die Story um das temperamentvolle Mädchen ist der typische Teenager-Problemfall. Erst mit den Eltern streiten und anschließend abhauen. Daneben werden alle anderen Charaktere um sie herum zwar im Ansatz sehr interessant mit viel Potential ausgebettet, doch nie wirklich entfaltet. Einzig ihre nervige Mutter wird komplett in die Geschichte um den Zauberfluch integriert, doch kann man sich nur schwer für sie begeistern. Irgendwie nervt sie bis zum Schluss. Nochmal als Gegenbeispiel: Erinnert man sich an den schrulligen Opa aus "Oben", den lässigen Cowboy Woody aus "Toy Story", den redseligen Roboter "Wall E" oder den kumpelhaften Sully aus der "Monster AG"- sie alle hatten diesen ganz eigenen Charme, der Erwachsenen wie Kindern zugleich sehr nahe ging. Selbst Bösewichter konnten in früheren Pixar-Filmen einem "Goldfinger" stets das Zeichentrickwasser reichen. Das alles steckt hier nur im Keim.
Schlichtweg überragend sind natürlich die Computer-Animationen, man erwartet es von Pixar nicht anders. Einen besonderen Blick sollte man vor allem der Natur widmen, im wahrsten Sinne des Wortes, natürlicher geht fast nicht. Den Kleinigkeiten, wie stilvollen Gewändern, Tuniken, Rüstungen, Kilts usw. wurde viel Liebe zum Detail gewidmet. Über 80 Pixar-Zeichner sind wieder einmal an ihre eigenen Grenzen gegangen. Aber reicht dieser erneute Ritterschlag aus? Leider nein, die Technik ist der Geschichte viele Schritte voraus. Wenn es um die reine Wirkung geht, werden die Kleinen auf ihre Kosten kommen, doch wer mal Fußball auf dem Niveau der Spanier spielt, ist zum Siegen verdammt. Von Pixar ist man bisher nur "Einsen" gewöhnt, doch für Erwachsene fehlt die besondere Note eben dieses Mal.

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