Ein anderes Wort für Drehbuch. Auch Webseiten basieren zumeist auf Scripten, meistens PHP. Aber das ist ein anderes Thema! ;-)
"Alien 3" war schon immer harscher Kritik ausgesetzt und gilt als das schwarze Schaf der Trilogie. Der Film ist definitiv der schwächste Teil und bietet relativ wenig Anlass, ihn sich mehrmals anzusehen. Aber es ist bei weitem kein schlechter Film, und wie ihr merkt spreche ich immer noch fast liebevoll von der Alien Trilogie. Der eigentliche Rohrkrepierer kommt nämlich später in Form dieses obskuren B-movies "
Alien Resurrection".
Die Handlung startet wie folgt: In einer Anfangssequenz, die schon ein Desaster ankündigt, werden Ripley und die anderen Überlebenden in ihren Schlafkabinen evakuiert und stürzen auf einen Gefängnisplaneten. Der Planet ist ein lebensfeindlicher Brocken, und die Bewohner sind nicht viel besser. Ripley ist scheinbar die einzige Überlebende, aber wir kennen ja die Dynamik dieser Filme schon. "Alien 3" ist keine Sozialstudie im Knast.
Was mir an diesem Film gefällt: Sigourney Weaver liefert die möglicherweise beste Ellen Ripley in der ganzen Serie. Durch sie wird dieses verzweifelte, beängstigende Szenario real. Und das Gefängnis, welches früher ein großer Industrie- und Minenkomplex (oder so) war, ist die ideale Umgebung für die düstere Atmosphäre und das Alien. Teilweise fühlt man sich wie in einem Gemälde von H.R. Giger. Mir gefallen, passend dazu, die religiösen Aspekte, eingeführt von den Gefangenen, die sich verzweifelt an ihren Glauben klammern (auch wenn viele dieser Dialoge letztendlich irrelevant sind). Es gibt dem ganzen Film seinen finsteren, apokalyptischen Grundtenor, der für den Abschluss dieser Serie angemessen ist. Weaver hat ein paar gute Nebendarsteller um sich, und der ganze Film ist klaustrophobisch und dunkel, eine Rückbesinnung an den ersten Teil. Er fängt langsam an, und führt mit ein paar netten Wendungen in der Handlung zu einem fulminanten letzten Akt.
"Alien 3" begeht aber auch ein paar Sünden, von denen zum Glück keine wirklich fatal ist. Zum einen ist da die genannte Rückbesinnung auf den ersten Teil. Man hätte sich vielleicht eine Fortsetzung mit den Überlebenden aus "Aliens" gewünscht, was wahrscheinlich auch zu einer etwas dynamischeren Handlung geführt hätte. Ein anderes Problem ist, dass die durchaus talentierten Kollegen neben Weaver in ihrer Gefängniskluft alle gleich aussehen und nur wenige Persönlichkeiten voll entwickelt werden. Zwei von diesen werden in der Mitte des Filmes vernascht, sodass Ripley ein wenig die Interaktionspartner fehlen. Und dann ist da noch der Rahmen des Gefängnisses, in dem die Gefangenen ohne Waffen oder ähnliches wie auf dem Präsentierteller sitzen. Das macht die Situation bedrohlicher, schränkt aber auch ihre Handlungsmöglichkeiten klar ein. Ich zumindest fand ihre Methoden, mit denen sie es dann versuchen die "Jäger gegen Gejagte" Situation umzudrehen nicht so überzeugend. Und das Alien sieht wieder aus wie ein grotesker Alptraum, aber nur wenn es real vor der Kamera steht. Um das Vieh schneller und Bedrohlicher zu machen wurde nämlich manchmal in die Trickkiste gegriffen, und die Effekte sind nicht gut gealtert.
Letztendlich ist "Alien 3" das finstere, beklemmende und apokalyptische Ende, das diese Trilogie verdient. Hätte David Fincher mehr riskiert, wäre vielleicht mehr herausgekommen, aber auch nur vielleicht. Unter den Bedingungen, unter denen er drehen musste (Skript bei Drehstart noch nicht fertig usw.), hat er ganze Arbeit geleistet, Hut ab. "Alien 3" bekommt von mir eine 2+ und 75%.
P.S.: Wenn ihr euch die DVD holt, schnappt euch die special edition mit neuen Szenen. Es wird kein neuer Film, aber einige Charaktere werden besser herausgearbeitet und es gibt eine weitere, nette Wendung...