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Kritik von Fred Maurer zu 'Der Kommissar'

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Kritik von Fred Maurer
veröffentlicht am 14.03.2011
95%
Kritik zur Folge "Mit den Augen eines Mörders", BRD 1974
Eine Staffel (engl. Season) einer TV-Serie besteht meist aus 10-24 einzelnen Episoden, die dann oft durch eine längere Drehpause getrennt sind.
Einmal mehr den Tränen nah

Eine Filmkritik von Dipl.-Päd. Fred Maurer auf zwei grandiose Filmkomponisten: Herbert Jarczyk und Erich Ferstl

Wer einem Krimifreund (zum Geburtstag zum Beispiel) etwas Sinnvolles schenken will, hat viele Möglichkeiten: Kriminalromane von Agatha Christie bis Henning Mankell zum Lesen; Hörbücher auf CD zum Hören - und Kriminalfilme auf DVD bzw. Blu Ray.

Soeben ist der vierte und letzte Schuber mit den letzten Folgen 74 bis 97 der heute schon fast legendären Fernsehserie "Der Kommissar" erschienen (wobei zwei aus rechtlichen Gründen fehlen).
Unser Sohn und dessen Freundin haben mir eine große Freude damit gemacht - und ich habe auf Wochen 'Krimispaß auf Abruf'.
Na, Spaß ist das falsche Wort.
Viele der Folgen machen uns betroffen, uns geht es wie einst Sir Peter Ustinov, der Krimis des großen Autors Herbert Reinecker und des soeben (mit 84 Jahren) verstorbenen Produzenten Helmut Ringelmann mit Tragödien von Dostojewskis verglich.
Es sind zeitlose Geschichten um Liebe, Eifersucht, Neid, Habgier, Hass, Leidenschaft, Verzweiflung.

Gleich die erste Folge der 7. Staffel erzählt eine meiner Lieblingsgeschichten, obwohl sie auf grausame Weise tragisch endet. Der Mord steht freilich am Beginn. Wir haben es also mit einer 'Detektivgeschichte' zu tun.
Die Handlung (siehe die immer wieder besuchenswerte Homepage des 'Freundeskreises Der Kommissar'):
"Bauarbeiter finden frühmorgens die Leiche eines Schulmädchens, das erwürgt worden ist. Die Mordkommission wird mit einem undurchsichtigen Fall konfrontiert, denn ein Motiv ist nicht erkennbar. Also muss in mühsamer Kleinarbeit rekonstruiert werden, wie das Mädchen seine letzten Stunden verbracht hat. Dabei stößt Kommissar Keller sehr bald auf eine Zeitlücke, die nicht geklärt werden kann. Mitschüler, Lehrer, Eltern, Nachbarn - alle werden befragt, aber niemand kann eine Erklärung geben. Das bestärkt den Verdacht der Kripo: Einer der Zeugen muss gelogen haben..."
Bald stellt sich heraus, dass das Mordopfer, die vielseitig (auch musikalisch) begabte Eva Wechsler, unsterblich (das klingt an dieser Stelle auch makaber) in ihren noch jugendlichen Musiklehrer verliebt war; dass er ihre Gefühle zwar erwiderte, sich aber zugleich auf seine Dienstpflichten besann. An diesem Punkt lag noch ein rührendes 'Happy end in spe' in der Luft, das Minuten später jäh vernichtet wurde...
(Der drei Jahre spätere, ungleich berühmtere 'Tatort: Reifezeugnis' ähnelt dieser Geschichte in manchem; vielleicht hat sich Herbert Lichtenfeld inspirieren lassen?)

Großartig ist auch hier einmal mehr die Besetzung: außer Erik Ode als (Haupt)Kommissar Keller, seinen Assistenten Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Elmar Wepper (statt seinem Bruder Fritz, der hier schon bei "Derrick" war) und Helma Seitz (als Sekretärin Fräulein Rehbein) erleben wir als Musiklehrer den unvergleichlichen Michael Heltau, die blutjunge Susanne Uhlen als Eva Wechsler und die noch fast kindliche Simone Rethel als ihre Schulfreundin, Maria Sebaldt und Gerd Baltus als verzweifelte Eltern, Ruth-Maria Kubitschek als (promovierte) Lehrerin...

Preisfrage an 'Kommissar'-Kenner: Warum schrieb Herbert Jarczyk lediglich die (geniale) Titelmusik und nicht auch Filmmusik für einzelne Folgen?
Der jüngere Bruder von Michael Jary (berühmt-berüchtigt für Nazi-Durchhalteschlager wie "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern", "Davon geht die Welt nicht unter"), Absolvent der Musikhochschule Berlin, Konzertpianist und Dirigent starb leider sehr früh - noch vor der Erstausstrahlung der ersten "Kommissar"-Folge 1969 in exakt meinem Alter (also mit Mitte 50).
Doch auch die Filmmusik Erich Ferstls ist bemerkenswert und trägt den Film - vor allem das (fiktiv von der Schülerin geschriebene, nach ihrem Tod von ihrem Lehrer und Freund am Klavier gespielte) Nocturne im Stile Frederic Chopins.

Jedenfalls war ich einmal mehr den Tränen nah - und dies bei einem 'Krimi'.
Aber vielleicht ist das beim 'Kommissar' ja schon wieder das falsche Wort?

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