Schule ist ein gefährliches Pflaster!
Eine Filmkritik von Dipl.-Päd. Fred Maurer auf dessen inoffizielles Berufsjubiläum
Die Bücher Herbert Reinecker mögen aus einer anderen Zeit stammen; doch sie fehlen heute.
Immer wieder war auch die Schule Schauplatz, Tatort und Leitmotiv seiner Kriminaltragödien. Und noch längst nicht habe ich über alle geschrieben.
Die Handlung (Quelle 3Sat): "Als der Berufsschullehrer Dr. Erich Dommel nach dem Unterricht sein Arbeitszimmer aufsucht, findet er eine seiner Schülerinnen ermordet in seinem Schreibtischsessel. Einige mit ins Zimmer drängende Schüler alarmieren die Polizei. Sie verdächtigen Dr. Dommel, der der Schülerin nicht gleichgültig gegenüberstand, des Mordes an Inge. Auch die Kollegen sind von der Schuld Dr. Dommels überzeugt. Kommissar Keller bleibt skeptisch gegenüber diesen Anschuldigungen und den eindeutigen Beweisen von Antipathie..."
Die Besetzung stimmt punktgenau: Außer dem Ermittlerstamm (um Erik Ode) erleben wir den großen Theatermimen Thomas Holtzmann als Dr. Erich Dommel, den damals jungen, heute berühmten Vadim Glowna als Palacha, Hans Quest als Rektor...
Mein Fazit: Ein typischer Reinecker-Krimi - 'Liebe und Verbrechen, Psychologie statt Action, Sozialmärchen, eine Moral- und Milieustudie' (wie ich neulich zu einer zehn Jahre später gedrehten 'Derrick'-Folge schrieb).
Ich merke nach (das heimliche Jubiläum) über 35 Jahren als Lehrer mal wieder erschrocken: Schule ist ein verdammt gefährliches Pflaster. Hoffentlich steh' ich die paar Jahre noch ungeschoren durch!
Glück und heißt für mich derzeit auch, alle paar Wochen im Wechsel einen neuen Schuber mit alten Reinecker-Krimis zu erstehen: "Lebensfreude auf Abruf" (ein alter Slogan auf Weine). Schade, dass auch dieses Fest einmal zu Ende gehen wird...