Die Bezeichnung ARD steht für "Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland". Gegründet wurde die ARD mit sechs Landesrundfunkanstalten sowie RIAS Berlin. Heute gehören der ARD neun regionale Anstalten sowie die Deutsche Welle an.
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Namensverwirrungen um '
Derrick', den '
Alten' und '
Kommissar Finke'
Eine Filmkritik von Dipl.-Päd. Fred Maurer auf die alte Serie und das Neue Jahr!
97 Folgen der damals längsten bundesdeutschen Krimiserie, alle aus der Feder eines einzigen Autors (des genialen Herbert Reinecker), alle von nur einem Produzenten verantwortet (dem großen Helmut Ringelmann), von uns älteren Krimifans mehrfach in unterschiedlichen Intervallen gesehen - da wiederholen sich manche Motive und Handlungszusammenhänge, da taucht mancher Darsteller in völlig anderem Zusammenhang erneut auf, da kommt man zwangsläufig durcheinander, erinnert sich (zum Glück) erstaunlich selten an den Mörder...
Doch diesmal spielte über die Stammbesetzung hinaus (Erik Ode als Kommissar Keller; Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Fritz Wepper als seine Assistenten; Helma Seitz als Sekretärin) nicht nur der große charismatische Theater- und Filmschauspieler Ernst Schröder die Titelrolle, der bereits 1980 seine depressive Tochter Christiane verloren hatte (1972 das Unfalltodesopfer in der Folge "Das Ende eines Humoristen") und dessen eigenes Leben allerdings in hohem Alter als Krimi endete (1994 unheilbar an Krebs erkrankt wählte er in einem Berliner Krankenhaus ebenfalls den Freitod - durch einen Sprung aus dem Fenster); sondern auch Klaus Schwarzkopf (parallel im
ARD-'Tatort' der Kommissar Finke), Siegfried Lowitz (kurz darauf "Der Alte", die ebenfalls von Ringelmann produzierte Nachfolgekrimiserie nach dem "Kommissar").
Nicht genug damit: Das Mordopfer heißt ausgerechnet Derrick (wie kurz darauf der freilich alle 281 Folgen überlebende Oberinspektor in der 24 Jahre erfolgreich laufenden Dauerkrimiserie), aalglatt gespielt von dem damals blutjungen und (noch immer) bildschönen Sky Dumont. Außerdem erkennen wir die uns aus der 13 Jahre späteren Familienserie "Schwarzwaldklinik" als Ärztin bekannte Ilona Grübel wieder, Hildegard Krekel (parallel in der Satireserie "Ein Herz und eine Seele"), Charlotte Kerr (1966 Generalin in der legendären Science fiction-Serie "Raumpatrouille Orion", noch heute die Witwe Dürrenmatts, der bekanntlich große Krimis geschrieben hat - auch das Drama "Der Besuch der alten Dame") und Edda Seippel (uns Älteren bekannt aus der Literaturverfilmung "Deutschstunde" von 1970).
Von diesen Mehrfachbädern im eigenen Sud samt resultierenden Namensverwirrungen um 'Derrick', den 'Alten' und 'Kommissar Finke' muss keiner begeistert sein. Mich haben sie nostalgisch berührt, ja gerührt.
Die Handlung, natürlich ohne Auflösung (siehe Infoseite des 'Freundeskreises Der Kommissar'): "Herr Doberg und Herr Rudek sitzen nach der Teilnahme an einem Münchner Kongreß bei einer geschäftlichen Unterredung zusammen. Sie beschließen, diese gebührend abzuschließen. Doberg hat einen Geheimtipp: der Zuhälter Manuel Derrick betreibt in seiner Wohnung ein Bordell mit blutjungen Mädchen. Sie zahlen ihm den Preis für die Mädchen und werden in seiner Wohnung mit zwei blutjungen Mädchen zurückgelassen. Doch dann das Unfaßbare. Herr Rudek steht vor seiner eigenen Tochter. Am nächsten Morgen findet die Reinemachefrau den toten Zuhälter. Nachdem Keller herausgefunden hat, dass Rudek und Doberg in der Wohnung waren, und das Rudek seine Tochter als Prostituierte entlarvt hat, verdächtigt er natürlich den wildgewordenen Vater..."
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Die Handlung und (überraschende) Auflösung entlarven die Abgründe des schönen Scheins. Insofern hatte die eher konservative Schwarzweiß-Serie (bis zuletzt, trotz der Einführung des Farbzeitalters gleich zu Beginn) auch eine wichtige gesellschaftsstabilisierende Funktion: Wir armen Schlucker lehnten uns entspannt zurück, froh um unser bescheidenes, aber anständiges Leben.