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Kritik von Martin Zopick zu 'Sklavin der Liebe'

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Kritik von Martin Zopick
veröffentlicht am 07.07.2017
80%
Als einen Cameobezeichnet man einen kurzen Auftritt einer bekannten Persönlichkeit in einem Film. Zum Beispiel waren im Kinofilm "Starsky & Hutch" die beiden Hauptdarsteller der Serie kurz zu sehen. Die Cameo-Darsteller müssen aber nicht unbedingt Schauspieler sein, oft tauchen auch andere Prominente wie Musiker oder Sportler auf.
Es beginnt als Dokumentation über die Entstehung eines Films Anfang des 20. Jahrhunderts in der Sowjetunion (Titel!). Das ging damals noch mit der Handkurbel. Der Titel lässt eher an einen Porno denken, was keineswegs zutrifft. Bei diesen Dreharbeiten verlieben sich die Diva Olga (Jelena Solowei) und der Kameramann Viktor (Rodion Nachapetow) in einander. Das übliche Chaos am Set, Hitze und Staub, Sommerschwüle!
Eine tränenreiche Liebeserklärung von Olga und Viktor wie aus der echten Stummfilmzeit, eine Spazierfahrt im Automobil, Truppentransport auf LKWs.
Kurze, unauffällige Bemerkungen weisen darauf hin, dass wir in der Sowjetunion nach 1917 sind. Bürgerkrieg der Weißen gegen die Roten. Eine geheime Vorführung eines Dokumentarfilms (echte historische Bilder) über Verhaftungen und Erschießungen. Victor, der Bolschewik, hat das Material, Olga soll ihm helfen. Er wird vor ihren Augen erschossen, Sie schießt auf den neuen politischen Kommissar, der die Genehmigung zum Drehen erteilen muss. Es entwickelt sich eine politische Parabel.
Viktors einziger Freund Iwan (Cameo von Regisseur Michalkow) bekennt sich erst später zu ihm, wenn er Olga in eine führerlose Straßenbahn setzt. Von jetzt an kann man den Plot nur noch mit symbolischen Werten interpretieren. Ein Touch von 'Budjonnys Reiterarmee' rückt ins Bild. Olga fährt ihnen mit der weißen Bahn davon und ruft 'Ihr seid Bestien!'.
Michalkow wollte wohl über die Schwierigkeiten des Filmemachens in der SU Mitte der 60er Jahre berichten, ohne Partei zu ergreifen. In der Post-Chruschtschow Ära hatte im Ostblock politisches Tauwetter eingesetzt. Die Arbeit am Set steht hier im Vordergrund. Der politische Hintergrund wird nur angedeutet symbolisch verbrämt. Für 1976 durchaus gewagt. Diesen ungewöhnlichen Film muss man in seinem damaligen Zusammenhang sehen. Wenn man sich drauf einlassen kann, entdeckt man seine Qualitäten.
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