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Kritik von Christoph Schaper zu 'Memento'

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Kritik von Christoph Schaper
veröffentlicht am 06.10.2008
100%
Oder "Der Film der rückwärts läuft". Wie soll so etwas funktionieren? Er läuft natürlich nicht wirklich rückwärts ab, nur das allererste Bild. Man sieht ein Polaroid welches erst verblasst und dann wieder zurück in die Kamera fährt, dann folgt ein Schuss. Ab diesem Zeitpunkt laufen die Szene chronologisch nach vorne, also man sieht die letzte Szene am Anfang und die erste Szene kommt ganz am Ende des Films. Klingt verwirrend, ist es auch.

Aber "Memento" ist mehr als das. Natürlich hat er durch seinen umgekehrten Ablauf Kultcharakter bekommen, aber man sollte ihn nicht darauf reduzieren. Worum geht es sonst in dem Film? Guy Pearce spielt Leonard. Leonard leidet unter einer Krankheit des Kurzzeitgedächtnisses, er vergisst nach ein paar Minuten alles, was er in dem Zeitraum davor getan oder gesagt hat. Deshalb hat er ein kompliziertes System aus Zetteln und Tattoos. Gesprächen geht er gerne aus dem Weg, er findet sie unerträglich, da er vergisst, was anfangs gesagt wurde. Er leidet an der Krankheit seitdem er und seine Frau überfallen wurden, seine Frau starb bei dem Überfall und Leonard wurde schwer am Kopf verletzt.

"Was ist das letzte an das Sie sich erinnern?" "Meine Frau..." "Oh, wie süß!" "Meine Frau, wie sie starb..."

Seit dem Überfall möchte Leonard den Täter finden und ihn zur Rechenschaft ziehen. Das gestaltet sich aber schwieriger als man denken könnte, denn er hat außer seines fehlenden Gedächtnisses auch nur wenige Anhaltspunkte. So zum Beispiel dass der Täter John hieß und sein Nachname mit G anfing. Diese Information wird im Laufe des Filmes jedoch eine tragische Rolle spielen.

Um den Zuschauer besser in seine Lage zu versetzen werden die Szenen in verkehrter Reihenfolge gezeigt. Man muss von Szene zu Szene immer wieder neu überlegen was zuvor passiert ist und am Ende setzt sich dadurch ein Gesamtbild zusammen. Ich gebe zu dass ich den Film nach dem ersten Sehen nicht wirklich ganz verstanden hatte, aber nach dem zweiten Mal war mir klar worauf er hinaus möchte. Diese verkehrte Reihenfolge bringt einen sowas von durcheinander, dass dem Zuschauer klar wird, in was für einer schlimmen Situation sich Leonard befindet. Darüber hinaus nutzen ihn viele der Leute, die ihm begegnen, aus, da sie machen können was sie wollen, Leonard vergisst es nach ein Paar Minuten eh wieder. Und wenn er versucht, sich Informationen zu merken, indem er sie auf Zettel schreibt, dann weiß er später die Bedeutung der Aufzeichnungen nicht mehr. Diese Tatsachen machen ihn zu einem verlorenen Menschen mit Informationen, die ihm nicht wirklich helfen können. Es sei denn, Leonard hat ein ganz anderes Ziel vor Augen als man anfangs denkt.

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