foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Willi-Paul Seifert zu 'Memento'

WERBUNG
Kritik von Willi-Paul Seifert
veröffentlicht am 15.03.2017
90%
"Nur weil ich mich an bestimmte Dinge nicht erinnere, heißt das nicht, dass das was ich tue bedeutungslos ist."

Leonard Shelby (Guy Pearce) hat sein Kurzzeitgedächtnis verloren, seitdem er niedergeschlagen wurde. Das letzte, an was er sich erinnern kann, ist seine sterbende Frau, die neben ihm liegt. Sie wurde umgebracht. Nun sucht er den Mörder. Weil er sich selbst nicht trauen kann, notiert er sich vieles, um sich zu helfen, wenn er alles wieder vergessen hat. Und er macht Polariod-Fotos von den Leuten, mit denen er Umgang hat. Dadurch weiß er, wer Natalie (Carrie-Anne Moss) ist, und dass er Teddys (Joe Pantoliano) Lügen nicht Glauben schenken sollte, worauf ihn seine Notiz auf dem Foto hinweist. So hangelt er sich von Moment zu Moment und vergisst viel zu schnell, wie sehr er seinem Umfeld ausgeliefert ist.

"Memento" gehört zu den Erstlingswerken von Christopher Nolan ("Interstellar"). Schon für diesen Film griff er dabei für das Drehbuch auf seinen Bruders Jonathan zurück, mit dem er dessen Idee weiterentwickelte. Dabei gelingt es den beiden, den Zuschauer an den Plot zu fesseln. Denn die Handlung wird im wesentlichen rückwärts erzählt. Dies erlaubt dem Zuschauer - ähnlich dem Protagonisten - nur Stück für Stück zu wissen, was eigentlich vorgeht. Durchbrochen werden die einzelnen Szenen immer wieder von einem einzigen Handlungsstrang, der chronologisch immer weiter fortläuft und in schwarz-weiß präsentiert wird. Erst am Ende fügt sich zumindest für den Zuschauer einiges zusammen. Dieses geniale Vorgehen erzeugt eine ungebrochene Spannung.

Guy Pearce ("The Time Machine") hat mich durch die enorme Präsenz, die er in dieser Rolle ausstrahlt, erstaunt. Ihm gelingt es nicht nur, Leonards Leiden äußerst glaubwürdig umzusetzen, er bereichert diesen Film durch sein vielseitiges Schauspiel in jeder Szene. Eine absolut starke Leistung. Carrie-Anne Moss ("Snow Cake") erscheint als Bardame fast schon unterfordert, spielt dabei genauso ausreichend undurchsichtig wie Joe Pantoliano ("Das Reich der Sonne").

Ein weiteres Pfand ist die Kameraführung von Wally Pfister, der für Nolan in bisher sechs weiteren Produktionen hinter der Kamera stand, darunter die nicht nur optischen Leckerbissen "Inception" sowie "The Dark Knight". Auch für "Memento" trifft Pfister die richtigen Perspektiven und schafft eine stimmige Dynamik. Gestützt wird dies von einem zwar simplen, dafür passenden Synthesizer-lastigen Soundtrack von David Julyan.

Selten hat mich ein Film derart gefesselt, wie "Memento". Die spannende Erzählweise einer guten Handlung im Zusammenspiel mit dem starken Schauspiel von Guy Pearce hat für mich Kultcharakter. Das einzige Manko ist für mich, dass letztlich nicht alles einleuchtend aufgeklärt wird. Dafür - und um den Abstand zu den späteren Werken von Christopher Nolan gerecht zu werden - ziehe ich insgesamt 10% von der Maximalbewertung ab. Es bleiben 90% für einen starken Thriller, den sicherlich auch Sie nicht so schnell vergessen werden.

War diese Kritik hilfreich?
1 von 2 Besuchern fand diese Kritik hilfreich.
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k8zx
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2017 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen