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Kritik von Patrik "Pitt" Schmitt zu 'Memento'

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Kritik von Patrik "Pitt" Schmitt
veröffentlicht am 19.09.2007
90%
Das Letzte, an das sich Versicherungsermittler Leonard Shelby (Guy Pearce) erinnern kann, ist die Vergewaltigung und Ermordung seiner Frau Catherine. Beim Versuch ihr zu Hilfe zu kommen wurde er vom Täter niedergeschlagen, wodurch er sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat. Seit der schrecklichen Tat bleibt jeder neue Eindruck, jede neue Begegnung nur für kurze Zeit in seinem Gehirn gespeichert. Schon nach wenigen Minuten kann er sich an nichts mehr erinnern und wäre ohne seine zahllosen Notizen, Fotos und Tätowierungen verloren. Sein einziger Lebensinhalt ist nun die Rache am Mörder seiner Frau.

Wer "Memento" zum ersten Mal sieht, hat wohl das Gefühl einen der verwirrendsten, kompliziertesten und interessantesten Filme überhaupt vor sich auf der Leinwand zu haben. Dabei ist die eigentliche Handlung gradlinig und nicht übermäßig kompliziert, fast könnte man schon sagen langweilig, und das Ende wird auch noch gleich zu Beginn verraten. Den absoluten Kick bekommt "Memento" durch die Erzählstruktur: Zwei aufeinander zulaufende Handlungsstränge, wobei der eine davon chronologisch rückwärts erzählt wird. Man erfährt also wie alles begann, und jeder Schritt rückwärts beinhaltet einen neuen Überraschungseffekt, meist erschreckend, ab und zu auch mal humorvoll. Und das Ende (also der Anfang) macht die Verwirrung dann komplett. Das ist schwer zu beschreiben, das muß man gesehen haben. Ein einzigartiges Filmerlebnis dank genialem Drehbuch und perfektem Schnitt.

Vorwerfen kann man "Memento", daß er in erster Linie Filmexperiment, nur in zweiter Linie Thriller ist. Das größte Potential aber hätte im Drama gesteckt, das steht aber weit hinten an. Weder der Schmerz Shelbys über den Verlust seiner Frau, den er ja praktisch jede Minute vom Neuen erleben muß, noch die Verzweiflung über das Mißtrauen gegen das eigene Gedächtnis kommen wirklich rüber. Ob das so gewollt war - keine Ahnung.

Die zweite Regiearbeit von Christopher Nolan, die auf einer Kurzgeschichte seines Bruders Jonathan basiert, ist keine leichte Kost. Sieht man sie zum ersten Mal, steckt sie voller Überraschungen und ist kaum zu verstehen. Am Ende war ich mir nicht sicher, ob das einer der genialsten Filme aller Zeiten ist, oder ob Nolan mit seinen Tricks den Zuschauer nur richtig verar... wollte, und sich über die ganzen Interpretationen der Kritiker kaputt lacht. Beim zweiten Mal Ansehen geht sowohl der Überraschungseffekt als auch die Spannung weitgehend verloren, dafür wird einem vieles klarer, und man bemerkt die Hilfestellungen, die der Regisseur seinen Zuschauern gibt, besser. Dummerweise verschwindet damit auch der Zauber des Films ein wenig.

Fazit: Auf jeden Fall ansehen! Man mag mit ganz unterschiedlichen Meinungen aus dem Kino kommen, kaum einer wird aber bestreiten, daß es sich um einen absolut lohnenswerten Film handelt.

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